Bio-Erlebnistage Kloster Plankstetten

Bio-Erlebnistage- Klostergärtnerei Plankstetten

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Bei meinem letzten Bio-Erlebnistage- Ausflug war ich auf dem Maxnhof.
Heute nehme ich Euch mit ins Kloster. Und zwar nach Berching ins Altmühltal. Ins Benediktiner Kloster Plankstetten.

Keine Angst, ich war nicht zum Beten und Arbeiten dort, sondern zum Anschauen und Fragen. Im Rahmen der Bio-Erlebnistage lud die Klostergärtnerei zur Besichtigung ein.

Das Benediktinerkloster Plankstetten

Die von Graf Ernst von Hirschberg und seinem Bruder Gebhard von Hirschberg (Bischof von Eichstätt) gegründete Benediktinerabtei liegt hoch oben über dem Sulzachtal zwischen Berching und Beilngries. Und das bereits seit dem Jahr 1129. Mehrmals zerstört und um- und ausgebaut findet man heute eine barocke Klosteranlage in Plankstetten.

Benediktinerkloster Plankstetten
Das Benediktinerkloster Plankstetten mit riesigem Klostergarten

1806 wurde das Kloster aufgelöst und die Klostergebäude mit zum Kloster gehörendem Besitz wurden versteigert. Knapp hundert Jahre später konnte das Kloster Plankstetten 1904 durch finanzielle Unterstützung durch den Freiherrn von Cramer-Klett als Priorat des Klosters Scheyern wiedererrichtet werden. Bereits 1917 wurde es erneut Abtei.

Vor mehr als zwanzig Jahren begann ein Umdenken in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften und ökologischen Landbau und im Zuge dessen wurde komplett auf eine ökologische Wirtschaftsweise umgestellt.

Hofladen, Eine-Welt_Laden
Im Klosterhofladen werden Bioprodukte aus eigener Produktion und aus der Region verkauft, im angeschlossenen Eine Welt-Laden Produkte aus aller Welt aus nachhaltigen Produktionsbedingungen.

Heute werden im Klosterhofladen Produkte aus eigener oder anderer regionaler, ökologischer Herstellung verkauft.

Riedenburger Bier
Das Getreide von den Ländereien des Klosters Plankstetten wird in der Riedenburger Brauerei gebraut. Neben Dinkel-Bier gibt es noch drei andere Sorten Klosterbier.

Im Gästehaus St. Gregor sind Gäste entsprechend der benediktinischen Gästeregelung immer herzlich willkommen. Egal ob auf der Durchreise oder auf der Suche nach klösterlicher Stille, hier kann man verschiedene Angebote wahrnehmen.
Die Klosterküche wird mit frischem Obst, Gemüse, Getreide und frischen Kräutern aus der eigenen Landwirtschaft versorgt.

Landwirtschaft im Kloster Plankstetten

Laut ursprünglicher Definition bezeichnet das lateinische Wort claustrum ein Kloster oder verschlossenen Ort. Im heutigen Sprachgebrauch wurde die Bezeichnung generalisiert und bezeichnet vielmehr das Gebäude, in dem die Klostergemeinschaft lebt.
Nach den Regeln des heiligen Benedikts sollen sich die Benediktiner Mönche selbst versorgen und von dem leben, was sie mit ihren eigenen Händen erarbeiten können. Aus diesem Grund haben Landwirtschaft und Handwerk eine lange Tradition auf dem Klostergut.

1994 wurde damit begonnen, die Landwirtschaft auf organisch-biologische Wirtschaftsweise nach Bioland-Richtlinien umzustellen. Das ist sicherlich keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, daß das Kloster eine beachtliche landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet: 350 Hektar.
Dazu kommt ein Viehbestand von ca. 220 Rinder (Mutterkuhhaltung mit Aufzucht und Mast), 300 Mastschweinen, ca. 70 Schafen und vier Ziegen.

Außerdem bewirtschaften sie noch die Klostergärtnerei. Sie umfaßt 1.200 Quadratmeter Gewächshäuser, eineinhalb Hektar Freiland und vier Hektar Streuobstwiesen.

Gewächshaus in Plankstetten
In den Gewächshäusern der Klostergärtnerei werden im Frühjahr Pflanzen vorgezogen; im Herbst und im Winter steht hier Salat

Ökolandbau in der Klostergärtnerei

Bei meinem Besuch in der Klostergärtnerei sprach ich mit Gärtnermeister Harald Joa. Mit Begeisterung führte er mich und den Rest meiner Familie durch den Garten und erläuterte die Besonderheiten seines Reiches.
Zunächst wirkt die Gärtnerei wie ein normaler Hof, doch im Verlauf unseres Gesprächs erfahre ich, wie privilegiert sich Harald Joa bei seiner Arbeit fühlt. Weil hier Mensch und Ökologie im Vordergrund stehen.

Blumen und Früchte im Klostergarten Plankstetten
Auch wenn bereits Herbststimmung über dem Klostergarten liegt: Noch immer blühen leuchtende Blumen in den Beeten und hängen saftige Früchte in den Bäumen.

Investitionen mit ökologischem statt ökonomischem Fokus

Normalerweise müssen (landwirtschaftliche) Betriebe darauf achten, daß Investitionen der Gewinnmaximierung dienen sollten. In Plankstetten trifft man manche Investitionsentscheidungen auch einfach nur aus ökologischer Überzeugung. Hier im Kloster wurde zum Beispiel eine Zisterne in die Erde eingelassen, die mehr Wasser aufnehmen kann, als ein großes, öffentliches Schwimmbad. Sie wird mit Regenwasser von den Dachflächen des Klosters gespeist und wird zudem für die Abfuhr der Kondensatorwärme der Gewerbekälte eingesetzt. Mit dem gesammelten Wasser werden die Gewächshäuser, Äcker und Obstplantagen befeuchtet. Selbst nach neun Wochen ohne Regen beträgt der Füllstand des Wasserreservoirs noch über neunzig Prozent. Das macht die Landwirtschaft komplett unabhängig von Trinkwasser.
Fossile Energieträger versucht man hier im Kloster durch Erneuerbare zu ersetzen. Die Dächer der landwirtschaftlichen Hofstelle sind mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet und erzeugen pro Jahr ca. 200.000 kWh Strom. Die Biogasanlage liefert 600.000kWh Strom pro Jahr. Damit sind das Kloster und seine Betriebe (Landwirtschaft, Gärtnerei, Bäckerei, Metzgerei, Brennerei, Küche, Schenke und Hofladen) komplett autark.

Kreislaufwirtschaft in der klösterlichen Landwirtschaft

Früher war eine Kreislaufwirtschaft ganz normal, in der konventionellen Landwirtschaft ist sie heutzutage fast nicht möglich.
Mit großer Leidenschaft betreibt Frater Richard Schmidt, der Leiter der klösterlichen Landwirtschaft Versuche bezüglich Bodenbeschaffenheit, Nährstoffgehalt und Düngung.
In Plankstetten wird ausschließlich Dünger aus eigenem Schweine- und Pferdemist und Reste aus der Biogasanlage auf die Felder ausgebracht. Und das auch nur in Maßen: Wo laut Bioland-Verband 5,5 Tonnen erlaubt wären, kommen hier nur 500kg zum Einsatz.

Die 30 bis 40 Obst-, Gemüse und Kräutersorten werden zu 70% in der eigenen Klosterküche verwertet, der Rest wird im Klosterladen oder auf umliegenden Märkten vertrieben.
Bei der Anzucht der Pflanzen achtet Gärtnermeister Harald Joa auf Artenvielfalt: Er sät etwa 40 unterschiedliche Sorten Tomaten aus (in deutschen Supermärkten gibt es heutzutage noch fünf verschiedene Sorten), 20 Paprikasorten, 10 verschiedene Kürbisarten und sechs Obstsorten. Zusätzlich kommen noch viele Winterkulturen für die frostige Jahreszeit hinzu.
Für die Bestäubung der Pflanzen und Obstbäume kommen die eigenen Bienen zum Einsatz.

Menschen und Maschine

Nachhaltigkeit funktioniert nur, wenn es dabei auch dem Menschen gutgeht. Deshalb werden Maschinen im Klostergarten wohl überlegt eingesetzt.
Zum einen gibt es wenig neue Maschinen, damit auch Lehrlinge und Praktikanten von Anfang an die Maschinen bedienen können.
Die Pflanzmaschine, die in Plankstetten zum Einsatz kommt, hat eine geringere Arbeitsleistung als das Pflanzen von Hand. Trotzdem kommt die Maschine zum Einsatz, da sie den Pflanzvorgang erleichtert.
Der Mensch steht im Vordergrund. Deshalb ist es das Bestreben die Produktionskosten zu senken, ohne die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu verschlechtern.

Was habe ich aus dem Klostergärtnerei mitgenommen?

Harald Joa hat sich diesen Job nicht ausgesucht, weil er damit reich werden möchte. Oder weil er keine Hobbys hat und deshalb gerne mal 80 Stunden pro Woche arbeitet. Er brennt für den Ökolandbau und findet im Kloster die idealen Bedingungen sein Wissen als Gärtnermeister einzusetzen. Genauso wichtig wie die Natur sind im Kloster die Menschen. Die, die für die klösterliche Landwirtschaft arbeiten und die, die zu Besuch kommen und mehr über ihre Nahrungsmittel lernen wollen.

 

 

 


Disclaimer: Dieser Text ist im Rahmen der Kooperation mit meinem Blogsponsor Bio-Erlebnistage entstanden.
Von Anfang Juli bis Mitte Oktober schreibe ich für sie Texte rund um das Thema Bio und die Bio-Erlebnistage in Bayern. Hierbei geht es darum, zu zeigen, daß bio und regional zusammengehören, und daß bio mehr ist als nur ein Label auf einer Verpackung. Die Veranstaltungen, die ich in diesem Rahmen besuche, sind abgesprochen. Meine Meinung bleibt natürlich weiterhin meine eigene.

 

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