Mini Hefezöpfe für die Bentobox

Manchmal kommt es vor, daß der Brottopf abends leer ist und ich keine Möglichkeit mehr habe an Brot zu kommen. Dann greife ich gerne auf meine Rezeptekiste zurück und backe Mini Hefezöpfe, die über Nacht gehen und dann am nächsten Morgen das Frühstück bereichern können oder als Brotersatz in die Lunchbox der Kinder kommen. Sie … Weiterlesen

Blätterteig-Pommes mit Apfelketchup

Manche Rezepte entstehen durch einen Zufall. Manchmal brauche ich schnell eine Idee für ein Mittagessen oder einen Nachtisch. Dann werfe ich einen Blick in den Kühlschrank und überlege, was man aus dem Vorhandenen Leckeres machen könnte. Hin und wieder kommen dann auch Ideen von den Mädels.

Diesmal lag eine Rolle Blätterteig rum und wartete auf ihre Verwendung. Der erste Impuls Marzipan-Frischkäsetaschen zu machen wurde abgelehnt. Plötzlich mag wieder einer kein Marzipan. Merkwürdig, weil noch zwei Wochen zuvor Marzipan d.e.r. Hit bei den Kindern war.

So wurden also Blätterteig-Pommes mit Zimt daraus. Dazu Ketchup (Apfelmus mit Beeren) und Majo (Vanillesahne).

Blätterteig Pommes im Pommesschälchen aus Keramik
Das Rezept ist simpel und kann auch als Kuchenersatz für spontanen Besuch serviert werden.

Blätterteig-Pommes mit Apfelketchup

Für die Blätterteigpommes

1 Rolle Blätterteig, rechteckig; entweder frisch oder TK (oder wenn ein bißchen Zeit ist, den Teig schnell selber machen)
50g Butter, geschmolzen
2EL Zimtzucker


Blätterteigpommes mit Dipps in Schälchen

Für das Apfelketchup

2 mittelgroße Äpfel, geschält und entkernt
100 ml Wasser
1/4 TL gemahlene Vanille
100 g Waldbeeren (Him-, Bromm-, Erdbeeren, gerne TK)

Für die Mayonnaise

100 ml gekühlte, süße Sahne
1 Messerspitze gemahlene Vanille


Zubereitung Pommes

  1. Die Butter schmelzen
  2. Den Blätterteig etwas dünner ausrollen
    (verwendest man gefrorene Teigplatten, diese erst antauen lassen und dann ausrollen)
  3. Die Blätterteigplatte mit der Hälfte der geschmolzenen Butter bestreichen und mit der Hälfte des Zimtzuckers bestreuen.
  4. Die Blätterteigplatte mit einem Pizzaschneider oder einem Teigrädchen in pommesbreite Streifen schneiden und die einzelnen Streifen mit der gebutterten Seite aufs Blech legen. Etwas Abstand lassen.
  5. Mit der restlichen Butter bestreichen und mit Zimtzucker bestreuen.
  6. Im vorgeheizten Ofen bei 200°C (Ober-Unterhitze) etwa 5 Minuten backen, Pommes wenden und weitere 5 Minuten goldbraun backen.

Zubereitung Ketchup

  1. Geschälte und entkernte Äpfel in grobe Stücke schneiden und in einen kleinen Topf geben.
  2. Waldbeeren, Zucker, Vanille und Wasser dazu geben.
  3. Die Mischung köcheln lassen, bis das Obst weich ist.
  4. Das Obst mit dem Kartoffelstampfer fein zerstampfen oder mit dem Pürierstab cremig pürieren.
  5. Je nach Konsistenz das Ganze noch ein wenig einkochen, bis es nicht mehr flüssig vom Löffel tropft.

Zubereitung Mayo

Süße Sahne mit Zucker und Vanille steif schlagen. Bis zum Verzehr kühlen.

Blätterteig-Pommes werden in ein Ketchup aus Äpfeln und Beeren gedippt.
Pommes und Ketchup zusammen servieren. Den Kindern macht es natürlich am meisten Spaß, wenn alles wie echte Pommes arrangiert wird. Als Mayonnaise reiche ich die gesüßte Vanilleschlagsahne im Dippschälchen.

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Blätterteig, Apfelmus und Vanillesahne: Das perfekte Dessert.

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Die Glücksläufer laufen weiter

Ich bin wieder viel zu spät dran. Schon seit ein paar Wochen gibt es wichtige Neuigkeiten, die ich längst hier teilen wollte. Als wir uns Anfang des Jahres entschlossen, die Bloggerkonferenz denkst erst mal ruhen zu lassen, geschah das schweren Herzens. Es steckte nicht nur viel Arbeit in diesem Projekt, sondern in erster Linie Überzeugungen, … Weiterlesen

365 days of Blogging– 26

365 days of blogging

Ich habe mir vorgenommen meinen Tagesrhythmus zu ändern. Früher aufzustehen als ich eigentlich müßte. Und dafür eher ins Bett zu gehen. Momentan stehe ich früh auf und gehe spät ins Bett. Das paßt nicht so gut zusammen. Aber die Zeit bevor die Familie erwacht könnte ich für meine Projekte nutzen. Und wenn es nur in … Weiterlesen

Die Flagge und meine Nationalität – Wer bin ich?

#SalonEuropa Blogparade Tanja Praske

Burg Posterstein und Tanja Praske rufen zur Blogparade #SalonEuropa auf. Wir sollen nachdenken über Europa. Im Sommerurlaub in Norwegen saß ich bereits an diesem Text. Jetzt findet er den geeigneten Rahmen. Eingebettet in eine Vielzahl vielschichtiger und heterogener anderer Artikel darüber, was Europa für uns bedeutet.

Noch aus dem Urlaub teilte ich auf Instagram ein Bild einer norwegischen Flagge:

#SalonEuropa_Flagge_Norwegen
In Norwegen sieht man wie im Rest Skandinaviens sehr häufig Nationalflaggen. In Deutschland überhaupt nicht. Weshalb?

Drunter schrieb ich:

Überall Flaggen hier. In Norwegen mag ich das. In meinem Heimatland finde ich es befremdlich.

Auf Instagram und Facebook entstand daraufhin eine spannende Diskussion. Viele Menschen empfinden ähnlich angesichts einer deutschen Flagge. Andere sind wütend, daß in Deutschland ein so komisches Verhältnis zu Nationalsymbolen besteht. 2006 zur Fußball-WM wäre man doch auch normal damit umgegangen.

Woher kommt das Unwohlsein?

In der Zwischenzeit habe ich mit vielen unterschiedlichen Menschen gesprochen, verschiedene Quellen zur Geschichte der Flagge konsultiert und unterschiedliche Erklärungsansätze gefunden.

Die Geschichte der Flagge

Um visuelle Informationen über große Distanzen zu übertragen eignen sich Flaggen hervorragend. Von Schiff zu Schiff, von Kriegsschauplatz zu Kriegsschauplatz. Oft dienen sie auch als Markierungssymbol für die Zugehörigkeit zu Gemeinschaften.

Wußtet Ihr, daß es eine Wissenschaft gibt, die sich ausschließlich mit Flaggen, der Geschichte und Bedeutungen beschäftigt? Ich bis jetzt nicht. Flaggenkunde (Vexillogie) wird in den USA offiziell seit Anfang der sechziger Jahre betrieben, in Deutschland erst seit 1995.

Die Geschichte der Flagge reicht weit zurück in der Menschheitsgeschichte. Die Flaggenforschung geht davon aus, dass zunächst besonders gemusterte Tierfelle an Stangen befestigt wurden, um ein weit hin sichtbares Zeichen zu setzen.
Der amerikanische Vexillologe Whitney Smith geht sogar so weit zu sagen, dass der Fahnenstock selbst schon Bedeutung hat: Als Machtsymbol ähnlich Keule, Speer oder Schwert. Praktisch ist so eine Stange natürlich auch, sie macht die Flagge weithin sichtbar und erleichtert in Kriegszeiten das Sammeln verstreuter Soldaten an einem Ort.
Auch heute noch gilt die Flagge als wichtiges Identitäts- und Orientierungszeichen der Soldaten.

Als man sich 1188, kurz vor dem dritten Kreuzzug auf die Sankt-Georgs-Fahne als Symbol für das Heilige Römische Reich deutscher Nation einigte, legte man den Grundstein für die Verwendung von Nationalflaggen.

Das ist wohl einer der Punkte, die mich schaudern lassen: Der Verwendungszweck einer Flagge ist im Ursprung kriegerisch. Abgrenzend, ausschließend.

Völlig normal: Ein Geschäft in Kristiansand in Südnorwegen, vor dem die Nationalflagge hängt.

Meine nationale Identität

Bevor ich nach dem Abitur nach Norwegen ging und dort folglich Ausländerin war, hatte ich keinen besonders kritischen Blick auf Deutschland.
Ich hatte bis dato wenig Positives über mein Vater/Mutter-Land gehört. Denn immer wieder ging es um Schuld und Sühne angesichts der Ereignisse vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg. Wahrscheinlich wußte ich deshalb auf den Spruch eines gleichaltrigen Mädchens „Ihr habt meine Großmutter 1944 umgebracht!“ wenig zu entgegnen.

Eine Bekannte meinte dazu, sie sei nicht stolz darauf deutsch zu sein, doch es mache sie wütend, daß es ein ungeschriebenes Gesetz ist, daß man sich fast für sein Land schämen muß. Schließlich habe man die Generation, die für die Gräueltaten verantwortlich gewesen sind, nicht einmal kennen gelernt.

Mir käme auch nie der Satz „Ich bin stolz eine Deutsche zu sein!“ über die Lippen. Vielleicht ein wenig wegen unserer Geschichte, vielmehr aber aus der Überzeugung heraus, daß ich nur Stolz auf Dinge sein kann, die ich auch selbst erreicht habe. Und für meinen deutschen Paß kann ich gar nichts. Heute bin ich dankbar, in einem Land geboren zu sein, daß mir viel ermöglicht. Nicht mehr und nicht weniger.
Das Konzept „Europa“ als gemeinsamer kultureller Raum gefällt mir eigentlich sehr gut. Denn hier sind Menschen in einer Gemeinschaft zusammen, in die jeder etwas einbringen kann und auch davon profitiert. Unterschiede und Gemeinsamkeiten bereichern die Gemeinschaft.
Bis zu dem Punkt, an dem die Grenzen dicht gemacht, und Menschen ausgesperrt werden. Das bereitet mir persönlich Unbehagen.

Heute Morgen auf der #Charlyrunde habe ich mich, wie so oft, mit einem pensionierten Beamten unterhalten. Rund achtzig Jahre lebt er schon und bezeichnet sich weder als Deutscher noch als Europäer. Lieber als ein Mensch im Universum.

Beflaggung vor dem Rathaus in Kvinesdal (Vest Agder)

Weshalb stört mich nun die deutsche Flagge als Symbol, die norwegische aber nicht?

Norwegen ist das Land, das für mich mein halbes Leben lang eine zweite Heimat ist. Hier habe ich viele gute Erfahrungen gemacht und schöne Zeiten verbracht.
Auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt. Das gilt nicht nur für das Gesundheitssystem, auch für die norwegische Geschichte. Man denke nur an den Umgang mit der samischen Urbevölkerung.
Und doch denke ich bei der norwegischen Flagge an den 17. Mai, den Nationalfeiertag der Norweger. An dem der Barnetog (Kinderumzug) durch die Stadt zieht und das Land sein Grundgesetz und seine Kinder feiert.
Erblicke ich die deutsche Flagge in einem Schrebergarten, sehe ich vor meinem inneren Auge kahlradierte Köpfe, Springerstiefel und rechtes Gedankengut.
Gerade angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen löst die deutsche Flagge mehr Unwohlsein als wohliges Bauchgefühl bei mir aus.

 

Vielleicht schaffen wir es ja irgendwie gemeinsam die europäische Flagge mit positiven Assoziationen zu Besetzen. Solche wie: Freiheit, Gleichheit, Gemeinschaft, gegenseitige Akzeptanz?

 

Ihr könnt bei der Blogparade #SalonEuropa, noch bis zum 11. November mitmachen!

 

 

#medienkompetent – Die Blogparade zur denkst18

Für unsere Bloggerkonferenz denkst in Nürnberg haben Sven, Anja und ich zur Blogparade #medienkompetent aufgerufen.
Wir wollen wissen, wie medienkompetent wir Erwachsenen selbst sind, wie wir das unseren Kindern vermitteln können und welchen Einfluß Medien auf unser tägliches Leben haben.

Wie #medienkompetent sind Jugendliche?

Wenn über Medienkompetenz geredet wird, dreht sich der Fokus meist darum, wie Medienkompetenz vermittelt werden kann. Doch oft vergessen wir auch die zu fragen, die es unmittelbar betrifft: Die Kinder und Jugendlichen, die keine Telefonzellen oder Kassettenrekorder mehr im aktiven Gebrauch kennen. Die, die mit 4D Ultraschall schon im Mutterleib überwacht werden und auf dem Tablet rumwischen noch bevor sie laufen können.
Um einen Jugendlichen zum Thema #medienkompetent zu Wort kommen zu lassen, habe ich Adrian interviewt. Er ist vierzehn Jahre alt und hat mit mir darüber gesprochen, wie sein täglicher Umgang mit Medien aussieht.

Jugendliche am Laptop
Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit mit digitalen Medien. Doch wie kompetent gehen sie damit um?

Hier das Interview mit Adrian, 14 Jahre

Der Gedanke, Adrian zum Thema Medienkompetenz zu interviewen, kam mir während eines Gesprächs mit seiner Mutter. In einem Nebensatz erzählte sie, daß ihr vierzehnjähriger Sohn ihre Firmenwebsite betreut. „Er kann das viel schneller als ich und kennt sich allgemein besser auf dem Gebiet aus.“ war die Begründung. Ich war ehrlich überrascht und wollte Genaueres erfahren.
Haben alle Vierzehnjährigen so weitrechende Kenntnisse? Welche Medien nutzen sie zu welchem Zweck und was wünschen sich Jugendliche von den Eltern in Bezug auf Mediennutzung?

Welche Medien nutzt Du in Deiner Freizeit?

Ich lese Tageszeitung und Onlinezeitungen. Wenn der Titel interessant ist, lese ich auch mal den aktuellen Spiegel.

Seit wann nutzt Du aktiv digitale Medien?

Etwa seit vier bis fünf Jahren. Mein Einstiegsmedium war die Maus-Seite vom WDR.

Was ist für Dich Medienkompetenz?

• Man weiß, was man macht.
• Man versteht, wie es aufgebaut ist.
• Man weiß, was wo ist, wo man eher die Finger von lassen sollte.

Habt Ihr in der Familie bestimmte Mediennutzungsregeln und kennst Du die Gefahren im Internet?

Meine Eltern lassen mir freie Hand. Einzige Bedingung ist, daß es in der Schule gut läuft. Ansonsten gibt es Beschränkungen.
Ich habe mir selbst in meinem Browser ein Plugin installiert, das mir sichere Inhalte anzeigt. Anhand eines Ampelsystems werden jugendgefährdende Inhalte angezeigt.

Womit beschäftigst Du Dich, wenn Du Smartphone und co. benutzt?

[Viele der Onlinedienste, die Adrian im Folgenden erwähnt, hatte ich noch nie gehört und mußte sie erst mal nachschlagen und habe sie auch verlinkt.] Auf YouTube und Twitch schaue ich mir Let’s play Videos (Computerspiele werden vorgeführt und kommentiert) an. Wenn in der Schule von irgendwelchen YouTube Stars die Rede ist, bin ich eher genervt, das interessiert mich nicht.
Ich habe einen Raspberry Pi (Einfacher Ein-Platinen Computer, der mit dem Ziel entwickelt wurde jungen Menschen Programmier- und Hardwarekenntnisse einfach zu vermitteln), mit dem ich zum Beispiel über Alexa meinen Luftwäscher steuere. Dafür habe ich mir bei GitHub (Onlinedienst, der Software-Entwicklungsprojekte auf seinen Servern bereitstellt) ein Plugin zur Ansteuerung von Alexa gesucht.
Am liebsten programmiere ich in Phyton (universelle, höhere Programmiersprache) und suche bei technischen Problemen auf Stack Overflow (Forum für Fragen zu Thema Softwareentwicklung)
Wie siehst Du die Sache mit dem Datenschutz im Internet? Machst Du Dir darüber Gedanken?
Ich nutze als Suchmaschine duckduckgo.com. Im Vergleich zu Google sind hier meine Daten geschützt, weil die Suche anonymisiert wird. Und doch bekomme ich die gleichen Ergebnisse angezeigt, denn diese Suchmaschine verwendet die Engine von Google.
Twitter nutze ich nur passiv. Hier erfahre ich, wenn Leute aus meinem Netzwerk in anderen sozialen Netzwerken posten. Mein Instagram Kanal ist nur für Freunde und ist geschlossen. WhatsApp nutze ich aber auch.
Wie sieht es mit Medienbildung in der Schule aus und entspricht der Informatikunterricht Deinen Fähigkeiten?
[Bei dieser Frage mußte Adrian lachen] Medienbildung gab es bisher so gut wie gar nicht. Der Informatikunterricht ist ein Einstieg in die Programmierung, aber nichts, was mir persönlich jetzt weiterhelfen würde.

Sprecht Ihr unter Freunden über das Thema Medienkompetenz?

Eigentlich nicht. Wenn dann nur auf der Metaebene.

Mal ehrlich: Bist Du ein Durchschnittskind in Bezug auf Medienkompetenz?

Wohl eher nicht, die meisten meiner Freunde sind eher reine Konsumenten.

Wo siehst Du Deine berufliche Zukunft?

Irgendwo im Bereich der Informatik oder der Tontechnik.

Welche Empfehlungen kannst Du Eltern im Umgang mit ihren Kindern und dem Smartphone geben?

Ganz ehrlich? Verbote sind blöd. Und ich glaube Jungs werden da noch rebellischer als Mädchen und übertreten sie bewußt.
Zeigt ehrliches Interesse, womit sich Eure Kinder im Netz beschäftigen. Helft ihnen, wenn sie Fragen haben oder etwas nicht verstehen. Aber bevormundet sie nicht!

 

Mach mit!

Du hast auch eine Meinung zum Thema #medienkompetent? Dann hau in die Tasten und mach mit: Noch bis zum 20. September bei der Blogparade der Bloggerkonferenz denkst.

12 von 12 | September 2018

In den letzten beiden Monaten habe ich die 12 Bilder des Tages am 12. des Monats vernachlässigt. Im Juli war an dem Tag so viel, ich habe es einfach nicht geschafft. Im August war ich im Urlaub und lag den ganzen Tag mit Buch in der Sonne, das wäre zu langweilig gewesen.
Aber im September bin ich wieder dabei. Wenn auch nur mit Bildern und wenig Text.

 

Ich bringe das eine Kind zur Schule. Am zweiten Schultag möchte es noch nicht alleine den Weg mit Bus und U-Bahn meistern.
Das Kind am Schultor abgegeben. Ich laufe noch ein bißchen durch die Gegend. das Café, in dem ich arbeiten möchte macht erst um acht Uhr auf.
Kunst im Park. Ein Gelände, auf dem mal ein Wohnheim für Fernmeldetechnik-Auszubildende war. Das wunderschöne Haus im schwedischen Stil wird abgerissen. Schade.
Hier stehen ganz viele alte Bäume. Ich hoffe, die dürfen bleiben.
Die nächsten Stunden sitze ich im Café und schreibe Artikel und bereite die denkst vor. Meinen Laptop habe ich in meiner alten Schultasche transportiert. Die habe ich bei meinen Eltern im Keller gefunden. Damals habe ich lange auf die 120 DM gespart. Sie muß so ungefähr 25 Jahre alt sein. Taugt aber noch prima!

 

Und schon geht es wieder nach Hause. Mit U-Bahn und Bus. Auf Instagram waren manche Follower verwundert, daß es in Nürnberg eine U-Bahn gibt. Ja, gibt es: Drei Linien und hin und wieder fährt sie auch oberirdisch.
Nach dem Mittagessen müssen wir uns erst mal ausruhen. Jeder auf seine Weise.
Später will #unsercharly auch noch mal Gassi gehen. Die Jüngste begleitet uns.
Schuljahresanfang heißt: Hefte und Bücher einbinden. Die Große hat sich für “einnähen” entschieden. In Papas alte T-shirts.
Ein neuer Erdenbürger ist in eine ganz liebe Familie gekommen. Also schreibe ich eine Karte und packe ein Päckchen.
Lektüre zum Thema Social Media. Keine leichte Kost, aber mir brennen dazu verschiedene Fragen auf der Seele.

Die Bilder der KollegInnen gibt es wie immer bei Caro auf ihrer Seite Draußen nur Kännchen.

Blogparade: „Europa und das Meer – Gemischte Gefühle

#DHMEER

Die Blogparade Europa und das Meer dreht sich um das Leben am Meer. Welche Bilder kommen einem in den Sinn, wenn man ans Meer denkt?
Ich finde es richtig spannend, denn je länger ich darüber nachdenke, desto unterschiedlicher werden meine Assoziationen. Und vielleicht auch emotionaler.

Das Meer als Sehnsuchtsort

Direkt nach dem Abitur 1999 zog ich in ein norwegisches Internat. Ich war 19 und es war meine erste große Reise. Ohne tiefergehende Norwegischkenntnisse zog ich mit einem riesigen Rucksack und einem Koffer los. Gemeinsam mit meinen Eltern bis Hirtshals, danach alleine mit der Fähre nach Kristiansand in Südnorwegen.

DHMMeer_Auf der Fähre
Die Überfahrt nach Norwegen – Unter Tränen

Meine Familie stand am Kai und winkte mit dem weißen Taschentuch. Ich heulte Rotz und Wasser und zweifelte an meiner Entscheidung alleine ins Ausland zu gehen. Und was, wenn die Fähre unterginge? Das war eine meiner tiefer liegenden Ängste, die etwas mit der Geschichte meiner Familie zu tun hat. Dazu komme ich später. Als dann noch über Lautsprecher mein Name ausgerufen wurde -wer bitte kennt mich denn hier?- war die Panik perfekt. Aber alles war in bester Ordnung: Die Lehrerin, die mich auf der norwegischen Seite in Empfang nehmen sollte, ließ mir ausrichten, daß sie sich verspäten würde. Aber sie käme auf jeden Fall. Puh. Es wartet jemand auf mich. Jetzt konnte ich mich freuen.
Diese Überfahrt war für mich ein Symbol der Freiheit, des Erwachsenwerdens. Dieses Jahr auf der Folkehøgskole Sørlandet, die damals noch Birkeland Folkehøgskole hieß, hat mich für das ganze Leben geprägt:
In dieser Zeit hatte ich auch das erste Mal Kontakt zu Flüchtlingen. Es war die Zeit der Balkankriege. Hörte mir Geschichten von Überfällen, Morden, Vertreibung und Flucht an. Lernte Menschen kennen, die selbst getötet haben. Konnte kaum die Geschichten ertragen. In meiner Klasse wurden Menschen aus über 20 Nationen unterrichtet und ich bekam Einblick in fremde Kulturen und fremde Ängste. Ein Mädchen aus Afrika durchlebte jede Nacht aufs Neue, wie ihre Schwester von Rebellen erstochen wurde.
Viele der Ausländer, die von anderen Kontinenten kamen hatten Schwierigkeiten sich an fremde Speisen, das Klima und die Sprache zu gewöhnen. Dort erlebte ich aber auch, wie man sich einander annähert, Konflikte löst und wie eine Gemeinschaft jedem Einzelnen eine Stütze sein kann.
In dieser Zeit war ich das erste Mal für länger Ausländerin und bekam einen völlig anderen Blick auf meine Heimat. Ich wurde mit der düsteren Vergangenheit meines Volkes konfrontiert, dachte über meinen Anteil an der Kollektivschuld nach und spätestens zu diesem Zeitpunkt war meine politische Einstellung sonnenklar.

Was hat das nun mit Meer zu tun?

Während meines Auslandsjahres war ich sehr viel am Meer, was in Norwegen von keinem Punkt aus schwierig zu erreiche ist. Ich konnte stundenlang am Ufer sitzen, in die Wellen blicken und meine Gedanken schweifen lassen. Das Meer steht für ein Gefühl der Freiheit, der Verbundenheit mit Menschen aus der ganzen Welt. Mit Erfahrungen als junge Erwachsene, die mein Leben geprägt haben. Für Erfahrungen, die ich jedem Menschen wünsche, denn der Perspektivenwechsel erdet ungemein.
Wenn ich heute am Meer bin, ist das auch immer wieder eine Erinnerung an diese Zeit. An die Menschen, die ich dort kennenlernen durfte, die mein Leben so stark geprägt haben.

Das Meer hätte mich beinahe verhindert.

Die folgende Geschichte kann ich sicherlich nicht faktengetreu widergeben, falls historische Fehler auftreten, bitte ich das zu verzeihen.
Als der zweite Weltkrieg ausbrach, lebte die Familie meiner Mutter in der (ost)preußischen Stadt Königsberg, die heute russisch ist und den Namen Kaliningrad trägt. Kurz nach Kriegsbeginn bekam das junge Ehepaar das erste Kind, auf den Tag genau drei Jahre später wurde meine Mutter geboren. Meine Großmutter hatte knapp zwei Wochen zuvor also die schweren Bombenangriffe durch die Sowjetunion und England unbeschadet überlebt.
Mein Großvater war meines Wissens nicht anwesend, man erzählt sich, daß er Brücken für die Flüchtlinge baute.
Anfang 1945 wurde Ostpreußen von der Sowjetunion vom restlichen Deutschen Reich abgeschnitten und spätestens dann war Königsberg nicht mehr sicher. Schön länger kämpfte die Familie ums Überleben und der letzte Ausweg war die Flucht über die Danziger Bucht.
Ende Januar erreichten die Frauen (nach meiner Information waren keine Männer dabei) und die beiden Kleinkinder Gotenhafen (heute poln. Gdynia), von wo aus sie mit der Wilhelm Gustloff, einem Kreuzfahrt- und Kriegsschiff, über das Meer reisen wollten.
Die Wilhelm Gustloff lief am  30. Januar 1945 gegen 13:10 Uhr in Gotenhafen ab. Gebaut war das Schiff für 1.463 Passagiere. Es gibt keine exakten Aufzeichnungen, aber Augenzeugen sprechen von bis zu 10 000 Passagieren an diesem Januartag.
Um 21:16 Uhr ließ der sowjetische U-Boot Kommandant, Alexander Iwanowitsch Marinesko vier Torpedos auf das Schiff abschießen, von denen drei den Bug der Wilhelm Gustloff trafen. Das überbeladene Schiff mit viel zu wenigen Rettungsbooten sank etwa 23 Seemeilen vor der pommerschen Küste, wo um 22:15 Uhr über 9000 der Passagiere in den eisigen Fluten den Tod fanden.

#DHMMEER Kriegsschiff Wilheml Gustlow
[Quelle: Wikipedia] Das “Kraft durch Freude” Kreuzfahr- und Kriegsschiff Wilhelm Gustlow. Von drei sowjetischen Tornados kriegsrechtkonform versenkt.
Diese Schiffskatastrophe ist bis heute die mit den meisten Opfern (im Vergleich: Titanic: 1495)
Der geneigte Leser weiß, daß meine Mutter nicht auf dem Schiff war. Es gab keine Karten mehr für die Überfahrt und die Familie wollte sich mit dem vier Monate alten Säugling nicht einfach an Bord quetschen. Gesundheitlich ging es den beiden kleinen Kindern nicht sehr gut. Es gab viel zu wenig zu Essen, und meine Urgroßmutter mußte meiner Mutter das Essen vorkauen, um sie vor dem Verhungern zu bewahren.
Später wurde die Familie auseinander gerissen. Das dreijährige Kind überquerte zusammen mit der Tante das Meer, meine Mutter und die Großmutter mußten ein anderes Schiff besteigen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was die Trennung für Mutter und Kind bedeutete. Gerade in Anbetracht der vorangegangenen Schiffskatastrophe.
Wer mehr dazu lesen möchte, vor allem fundierter, denn ich kann nur Erzählungen nacherzählen, dem empfehle ich das Projekt LeMO des Deutschen Historischen Museums (das auch Veranstalter dieser Blogparade ist). Das habe ich bei meiner Recherche zu den Ereignissen entdeckt. In der Kategorie Zeitzeugen bekommt man die Infos und Emotionen aus erster Hand.

Was hat das nun mit Meer zu tun?

Für mich sind Freude und Schrecken in Bezug auf das Meer immer verbunden. Als Kind hat mich die Geschichte der Flucht immer sehr fasziniert und dieses “um ein Haar” erfüllt mich heute mit großer Dankbarkeit, daß es mich gibt. Ich stellte mir oft vor, wie es ist im eiskalten Meer zu ertrinken und hatte jedes Mal Respekt davor auf ein Schiff zu steigen.
Und die Gedanken an die Flucht 1945 steigen immer dann auf, wenn wieder Debatten über Rettungseinsätze an Europas Außengrenzen geführt werden.

 

Lesetipps #DHMEER

Diese Blogparade hat bis dato sage und schreibe 107 (!!) Beiträge und zeugt von einer hohen Emotionalität was das Thema Meer und Europa angeht. Und davon, daß die Kulturbloggerin  Tanja Praske weit über ihre Bloggerblase hinaus Menschen zum Mitmachen bewegt hat. Ganz im Sinne der Vernetzung.

Ich habe längst noch nicht alle Beiträge gelesen. Aber ich bin schon über einige Perlen gestolpert, die ich ausdrücklich empfehlen kann:

Zur Flüchtlingsproblematik schreibt Claudia Wagner: Im Meer ertrinken Menschen und unsere Menschlichkeit, Astrid schreibt dazu: Seitdem wieder Menschen über die Meere kommen, aus Krieg und Not und Unterdrückung, taugen diese Ideen & Ideale aber auf einmal manchen in Europa nichts mehr. Langsam, aber sicher entledigen sich allerorts Europäer lautstark und dominant der Tabus und der Überzeugungen, die so lange und aufgrund historischer Erfahrungen gewachsen sind.

Erinnerungen und erlebte Geschichten rund um das Meer findet man z.B. bei Peter G. Spandl. Er erzählt, wie sein VW-Bus auf dem Weg zum Meer brannte, und woher eigentlich das Salz kommt (wer hat’s erfunden? Die Norweger). Ulrike Bielke scheibt in Das Meer, mein blaues Band wie sich die Liebe zum Meer durch ihr Leben zieht und sie zur GPS-Expertin wird.
Ricarda hat schon viel gesehen und ist Verliebt in das Meer! Ich muß jetzt dringend mal nach Albanien!

Alltagsbezug fand ich bei Dr. Alexandra Hildebrandt, die von den Menschen erzählt, für die das Internet eine Art Meer ist und die es wie Columbus entdecken.
Franz Neumeier, der beruflich auf allen Meeren der Welt unterwegs ist beschreibt das Desaster Umweltverschmutzung und schließt seinen Text mit der Aufforderung: Das Leben ist schön. Die Welt ist schön. Lasst uns das konsequenter bewahren! und hat ein geniales goldenes Meeresbild, daß genau das auszudrücken vermag!

Kunstbezug: Matthias J. Lange bringt den wohl etwas exzentrischen Maler William Turner in die Blogparade. Dieser hat sich bei Sturm angeblich an einen Schiffsmast fesseln lassen, um die Naturgewalten am eigenen Körper zu spüren.

Macht auch hier mit!

Während ich mich weiter durch die Beiträge lese und später meine Lesetipps ergänze, möchte ich hier auf die nächste Blogparade überleiten: Die Bloggerkonferenz denkst in Nürnberg (Deren Mitveranstalterin ich bin) veranstaltet zusammen mit dem Museum für Kommunikation und Tourismus Nürnberg eine Blogparade zum Thema #medienkompetent:

Wir laden Blogger und Schreibende aller Couleur und Richtungen zur Blogparade ein! Wir wünschen uns vielfältige Tipps, Sichtweisen und Austausch untereinander zum Thema Medienkompetenz. Weil es uns alle betrifft: #medienkompetent