Nachhaltiger Winterurlaub: Biathlon in Hochfilzen

Bahnhof Hochfilzen

Am 9. Januar 2020, genau heute vor einem Jahr durfte ich für eine Pressereise in die Kitzbühler Alpen fahren. Kurz habe ich darüber sinniert, ob es politisch korrekt ist, in der Situation, in der wir uns gerade befinden über diese Reise zu berichten. Mitten in einem Lockdown. Wo sich die Gemüter darüber erhitzen, daß Menschen … Weiterlesen

Nachhaltigkeit in Franken: Why so perfekt Honey?

Why so perfect?

Mit Erschrecken habe ich gerade festgestellt, dass ich lange nichts über das Projekt „Nachhaltigkeit in Franken“ geschrieben habe. Und dabei habe ich mindestens zwei Projekte beziehungsweise Personen, über die ich noch dringend berichten möchte.Aktuell ist es unmöglich neue Gespräche mit Fotodokumentation zu führen. Meine Heimat Franken liegt mir ebenso am Herzen, wie das Thema nachhaltig … Weiterlesen

Bananenbrot im Topf so lange es noch Bananen gibt

Bananenbro im gußeisernen Topg gebacken

Die Banane stirbt bald aus! Die Gefahr ist zumindest sehr groß. Seit beginn der neunziger Jahre befällt ein Schimmelpilz die Wurzeln der Bananenpflanzen und bis jetzt gibt es noch kein Gegenmittel.
Das bedeutet, daß es in wenigen Jahren keine Bananen mehr auf dem Weltmarkt zu kaufen geben könnte.
Ein Grund dieser Erscheinung könnte die Monokultur sein, aus der die meisten Bananen stammen, die wir essen. Anfang des neunzehnten Jahrhunderts soll ein englischer Herzog einen Banane aus China angepflanzt haben, von der fast alle Bananenplantagen abstammen. Hinzu kommt noch ein extremer Einsatz an Pestiziden.
Solche Entwicklungen machen mir Angst. Klar, auf Bananen könnte man verzichten- auch wenn es schwer fällt. Doch mit der Banane würde erneut ein Lebewesen von der Erde verschwinden und für unsere Kindeskinder verloren gehen.
Was ich dagegen tun kann? Mmh, ich denke, daß es schon helfen kann weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Bewußter Einkaufen. Noch bewußter Essen.

Wußtet Ihr, daß auch Ekel anerzogen ist? Zum Beispiel vor Obst, was nicht mehr ganz so frisch und knackig aussieht? Seien wir mal ehrlich, wir beißen auch lieber in einen prallen, roten Apfel als in einen verschrumpelten. Oder schälen uns eine gelbe, hübsche Banane statt eine braun gepunktete.
So auch unsere Zwerginnen. Aber sie lieben Bananenbrot. Bananenbrot mit Butter und Banane obendrauf.

Und das gab es diese Woche auch mal wieder bei uns. Denn immer wenn ich wenig Bananen kaufe sind es zu wenige. Umgekehrt sind es dann oft zu viele. Hier hatte ich schon mal ein Rezept vorgestellt. Das heutige ist im Topf gebacken und unglaublich fluffig:

Bananenbrot im Topf

Fertiges Bananenbrot

Zutaten

4-5 reife Bananen
2 EL Honig
ein Spritzer Zitronensaft
500g Mehl
42g Hefe
2 TL Salz
50g weiche Butter

Zubereitung

  1. Die reifen Bananen mit dem Honig un dem Zitronensaft fein pürrieren.
  2. Hefe zerbröckeln und hinzugeben.
  3. Mehl und Salz hinzufügen und zu einem glatten Teig verkneten.
    Die Konsistenz ist richtig, wenn sich der Teig als Kugel vom Schüsselboden löst.
    Eventuell noch etwas lauwarmes Wasser (zu trocken) oder Mehl (zu feucht) hinzugeben.
  4. Butter unterkneten.
  5. Abgedeckt gehen lassen. Dauert etwa eine Stunde. Der Teig geht nicht extrem auf, also nicht wundern.

    Nahaufnahme Bananenbrot

  6. Den Teig nochmals kräftig durchkneten, aus der Schüssel nehmen.
  7. Schüssel leicht mit Mehl auspudern, Teig rundwirken und in die Schüssel zurücklegen.

    Blauer Gußeisener Topf mit Bananenbrot

  8. Während der Teig erneut abgedeckt geht, einen gußeisernen Topf mit Deckel (ich hab den vom Möbelschweden) auf den Rost bei 220°C in den Backofen stellen.
  9. Nach 30 min etwas Öl in den Topf geben und den Teig hineingeben.
  10. Deckel drauf und bei 200°C 20 min backen.
  11. Dann den Deckel abnehmen und 5-10 min weiterbacken.
Angeschnittenes Bananenbrot
Herausnehmen, abkühlen lassen und dick mit Butter genießen.
Der Beitrag erschien zuerst im Dezeber 2013 und wurde überarbeitet.

Was man noch so aus alten Bananen machen könnte:

Bio oder regional- was ist nachhaltiger?

Bio oder regional

Bis Anfang Oktober bin ich im Auftrag der Bio-Erlebnistage in Bayern unterwegs. Darauf freue ich mich schon sehr, denn ich möchte mehr zum Thema Bio erfahren und erhoffe mir Antworten auf meine Fragen. Zum Beispiel interessiert mich brennend, ob bio oder regional besser ist. Für Mensch, Tier und Umwelt.
Ob ein Trend in der Bevölkerung angekommen ist, merkt man das daran, daß große Supermarktketten auf den Zug aufspringen. Nahezu alle Discounter haben auch regionale Produkte im Sortiment. Die Nachfrage nach Produkten aus der näheren Umgebung ist hoch. Doch sind sie am Ende wirklich nachhaltiger?

Von bio zu regional und nun?

Mein persönlicher Weg nachhaltiger zu leben begann vor 13 Jahren mit meiner ersten Schwangerschaft. Wo ich als Studentin mein Geld lieber in Reisen und Freizeitvergnügen steckte, begann ich damals mit einer bewußten Ernährung.
Mit meinem damaligen Wissensstand war ich bemüht so viele Bio-Produkte wie möglich zu kaufen und fühlte mich gut dabei. Sie sind weniger belastet als konventionell hergestellte Lebensmittel. Das genügte mir.

Dann informierte ich mich nach und nach immer gründlicher zu den Themen Klimawandel, Transport und auch unfaire Behandlung von Arbeitskräften in der Produktionskette. Das brachte mich dazu auch regional angebaute Lebensmittel näher in Augenschein zu nehmen.
Statt mit klaren Antworten stehe ich nun mit noch mehr Fragen da.

Bio ist nicht gleich bio…

Je mehr man sich mit den Themen bio und regional beschäftigt, desto mehr Infos tauchen auf. Beim Thema Bio-Lebensmitteln wird schnell klar: Es gibt unterschiedlich strenge Kriterien, die auch noch von unterschiedlichen Stellen vergeben werden. Als Verbraucher kann ich mich an den vorhandenen Bio-Siegeln orientieren – wenn ich weiß, welche Bedeutung sie haben.

EU-Bio Logo

Das EU Bio-Siegel wird europaweit geführt und ist wohl das bekannteste Bio-Siegel hierzulande. Es ist auch das Einzige, dass gesetzlich hinterlegt ist. Die Kriterien sind allerdings auch am einfachsten zu erreichen. Zu 100% erfüllt sein muss:

  • Verzicht auf Pflanzenschutz- und Düngemittel
  • Keine Überschreitung der festgelegten Zahl an Tieren pro Quadratmeter
  • Artgerechte Tierhaltung
  • Futter aus biologischem Anbau stammt
  • Antibiotikaeinsatz nur zu medizinischen Zwecken
  • Kein Einsatz von Gentechnik
  • Höchstens 49 Zusatzstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln

Das EU-Bio Siegel ist besser als keine Zertifizierung, aber Kritiker sind der Meinung, daß die Richtlinien bei weitem nicht streng genug sind, z.B. müssen in verarbeiteten Produkten nur bis zu 95 Prozent Bio-Rohstoffe enthalten sein.

Bioland, Naturland, Biokreis und Demeter

Die Kriterien nachdem die Siegel von Demeter, Bioland und Naturland vergeben werden, gehen in einigen Punkten über die des EU Bio-Siegels hinaus.

Schale mit Erdbeeren mit Bioland Logo
Bioland: 6800 Biobauern, 1000 Lebensmittel-Hersteller: Bioland ist nach eigenen Angaben der bedeutendste ökologische Anbauverband in Deutschland.

 

Der Bioland-Verband existiert seit 1981. Seine Kriterien gehen über die EU-Öko-Verordnung hinaus. Das System des Anbauverbandes basiert auf einem geschlossenen Betriebskreislauf, mit dem unter anderem auf die langfristige Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit geachtet wird. Produktions- und Futtermittel stammen weitgehend aus dem eigenen Betrieb, die Tiere werden bevorzugt mit Homöopathie und Phytotherapie behandelt.

Eierkarton mit Naturlandlogo
43.000 Naturland Erzeuger in 46 Ländern bewirtschaften eine landwirtschaftliche Fläche von mehr als 330.000 Hektar nach den Richtlinien des Verbandes.

 

Der Naturland-Verband wurde 1982 gegründet und beschränkt sich nicht auf Deutschland und Tirol. Auch in 44 anderen Ländern der Erde wird nach dessen Richtlinien erzeugt.
Neben Lebensmitteln können auch Holzprodukte und Textilien mit dem Naturland Siegel zertifiziert werden.

Hühnchen mit Biokreis Siegel
Rund 1.200 Biokreis-Landwirte bewirtschaften deutschlandweit eine Fläche von etwa 50.000 Hektar.

Der Biokreis Verband wurde 1979 gegründet .Aktuell bewirtschaften rund 1.200 Biokreis-Landwirte deutschlandweit eine Fläche von etwa 50.000 Hektar. Das Biokreis-Siegel steht für eine Förderung der Zusammenarbeit zwischen ökologisch wirtschaftenden Landwirten und den verarbeitenden Betrieben. Für die Zertifizierung müssen ökologische und soziale Grundsätze eingehalten werden. Außerdem ist das Ziel eine bäuerliche Landwirtschaft im Sinne einer Kreislaufwirtschaft.

Milchflasche mit Demeter Logo
Der Hof als Kreislauf – nach diesem Vorbild wird in Demeter-Betrieben gewirtschaftet.

 

Der Demeter-Verband wurde 1928 gegründet und richtet sich nach der anthroposophischen Lehre Rudolf Steiners (dem Begründer des Waldorfschulkonzepts). Hier geht es darum, den Hof als Kreislauf zu betrachten und diesbezüglich nachhaltig zu wirtschaften. Neben Lebensmitteln, werden auch Kosmetika und Reinigungsprodukte mit dem Siegel zertifiziert.

… und regional ist nicht immer ums Eck

Von regional hergestellten Lebensmitteln erhoffen wir Verbraucher uns mehr Frische wegen der kurzen Transportwege, eine höhere Nährstoffdichte, weil Obst und Gemüse reif geerntet werden kann oder auch saisonale Ware, die im Freilandanbau kultiviert wurde.
Eine Umfrage ergab, daß der deutsche Verbraucher den größten Wert auf Regionalität bei Eiern legt. geht es um Fisch, hat dieser Faktor kaum Bedeutung.

Eier kauft der Deutsche am liebsten regional. Welche Art der Regionalität wurde bei der Studie nicht untersucht.

Was ist eine “Region”?

Die Bezeichnung “Region” ist nicht geschützt, ebenso wenig ist festgelegt, was die Definition von “regionalen Produkten” ist. Dies hat zur Folge, daß jeder Erzeuger und Händler für sich eigene Kriterien festlegen kann. Hier finden sich große Bandbreiten: Der eine Händler definiert für sich einen Umkreis von 50km, der andere 100km oder mehr. Es finden sich auch Kriterien die die Herkunft des Rohstoffes betreffen oder eine ganze Region wie Franken oder ein Bundesland wie etwa Bayern.
Eine andere Frage ist, ob alle verarbeiteten Rohstoffe aus der Region stammen oder nur ein Teil. Zusätzlich kann die Verarbeitung auch außerhalb dieser Region passieren. Bestes Beispiel sind die Nordseekrabben, die in Afrika geschält und im deutschen Nordseehafen verkauft werden.

Als Verbraucher bin ich ziemlich aufgeschmissen, denn eine intensive Recherche zu vielen Produkten ist aufwendig bis gar unmöglich. Hilfreich könnte eine Recherche bei www.label-online.de sein, eine Suchmaschine zu den verschiedenen Labels und Siegel, die sich auf Verpackungen finden (wobei ich meine Empfehlung dahingehend einschränken möchte, daß an dieser Suchmaschine Konzernriesen wie Nestlé und Unilever beteiligt sind und ich keine Ahnung habe, wie das zu bewerten ist)

Und was mache ich jetzt?

Für meinen täglichen Einkauf versuche ich regionale Bioqualität mit möglichst wenig Verpackung zu kaufen. Als Beispiel: Meine Bioland Erdbeeren sind 194 km gereist, die Naturland Eier haben 63 km zurückgelegt und die Demeter Milch 97 km. Das geht sicher noch besser.

 

Worauf legst Du wert? Bio oder regional?

 

 


Disclaimer: Dieser Text ist unbezahlt, aber mit meinen Überlegungen zum Thema bio und regional möchte ich die Bio Erlebnistage als neuen Blogsponsor vorstellen.
Von Anfang Juli bis Mitte Oktober schreibe ich für sie Texte rund um das Thema Bio und die Bio-Erlebnistage in Bayern. Hierbei geht es darum, zu zeigen, daß bio und regional zusammengehören, und daß bio mehr ist als nur ein Label auf einer Verpackung. Die Veranstaltungen, die ich in diesem Rahmen besuche, sind abgesprochen. Meine Meinung bleibt natürlich weiterhin meine eigene.

Wir haben nur eine Erde – Weltumwelttag

Weltumwelttag 2018

Heute ist Weltumwelttag!

[WERBUNG] Zur Erinnerung an die Eröffnung der Konferenz der Vereinten Nationen zum Schutz der Umwelt 1972 in Stockholm wurde der 05. Juni zum “Tag der Umwelt” erklärt.
Jedes Jahr steht dieser Tag unter einem anderen Motto. 2018 lautet es:

Wir haben nur eine Erde – deshalb: Ressourcen schützen!

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung schreibt in diesem Zusammenhang auf seinen Seiten, wie überlebenswichtig der Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen für die Menschheit ist.
Ressourcen zu schützen heißt auch, sich Gedanken zu machen, wie es in Zukunft mit den Energieträgern aussieht.

Kraftwerk mit hohem CO2 Ausstoß_Pixabay

Kernkraft, Kohle, Öl, Gas, Sonne, Wind und Wasser – Welches ist die Energie der Zukunft?

Doch erst mal die Frage, wie es überhaupt auf dem Energiemarkt aussieht: Wie entwickeln sich die verschiedenen Arten der Energieerzeugung und welche Schlussfolgerung ziehe ich für mich daraus?

Fossiler Strom ist endlich und umweltschädlich

Strom, der aus Öl, Gas oder Kohle hergestellt wird ist definitiv endlich. Die Ressourcen sind wahrscheinlich schneller aufgebraucht, als ursprünglich einmal angenommen. Durch verschiedene Faktoren ist der Energiebedarf der Menschheit exponentiell gestiegen. Außerdem hat diese Art der Energiegewinnung einen entscheidenden Nachteil:  Die Verbrennung der fossilen Rohstoffe geht mit einem massiven Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid einher.
Zusätzlich werden bei der Verbrennung gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe und toxische Metalle freigesetzt [Quelle: Umweltbundesamt].
Das größte Kohlekraftwerk Deutschlands stößt jährlich 35 Mio. Tonnen CO2 aus.
Das entspricht dem CO2-Ausstoß von 13,5 Mio. Autos.

Pusteblume von Ichlebejetzt

Zukünftig auch weniger Atomstrom?

Die Erdölreserven sind endlich, deshalb planen verschiedene arabische Länder den Atom-Einstieg: Saudi Arabien will in den kommenden 20 Jahren 16 neue Atomkraftwerke bauen, Ägypten vier, Jordanien zwei und in den Vereinigten Arabischen Emiraten soll der erste Block des neuen Kraftwerks in diesem Jahr ans Netz gehen. Drei weitere Kraftwerke sind in Planung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und militärische Absichten dahinter vermutet.
In Deutschland sind aktuell noch sieben Atomkraftwerke am Netz, das letzte soll Ende 2022 abgeschaltet werden. Doch wirklich sicherer macht es das für uns nicht. Denn in ganz Europa gibt es noch über hundert aktive Atomkraftwerke, die im Schnitt 30 Jahre alt sind.
Und auch wenn Atomkraft-Befürworter gerne behaupten Kernkraft sei umweltfreundlich: Atomkraft verursacht zwar deutlich weniger CO2-Emissionen als Kohlekraftwerke (Atomkraft 27g/kWh, Braunkohle 1000g/kWh), jedoch besteht ständig die Gefahr eines Atomunfalls und die dauerhafte Entsorgung des radioaktiven Mülls ist auch nicht gelöst.

Die Energie der Zukunft?

Die Energie der Zukunft ist die Energie, die ich erst gar nicht verbrauche. Um zukünftig ausreichend Energie zu Verfügung haben ist ein Weg auf Ökostrom zu setzen und viel weniger fossile Energie einzusetzen. Aber am Ende hilft es der Umwelt nur nachhaltig, wenn wir zusätzlich unseren Energiebedarf überprüfen und dort einschränken, wo es möglich ist.

 

 


Disclaimer: Ich freue mich sehr, daß Polarstern ein Blogsponsor von Ich lebe! Jetzt! ist. Wir vertreten ähnliche Werte und deshalb freue ich mich in nächster Zeit Themen aufzugreifen, die das Thema Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen und Menschen betreffen. Die Themen suche ich mir selbst aus. Meine Meinung bleibt natürlich weiterhin meine eigene.

 

 

 

Du bist nicht grün genug!

Grüne Tomaten

Wie nachhaltig verhältst du dich eigentlich? Verzichtest Du auf Fernreisen, Plastikverpackungen und Autofahren? Verbrauchst Du nur Ökostrom und ißt kein Fleisch mehr?
Ich mache viel davon. Ich möchte nachhaltig werden. Aber manche Dinge mache ich nicht. Das fühlt sich manchmal schlecht an. Auf eine Art nicht perfekt genug.
Doch wie geht man damit um?

Zu nachhaltig für mein Umfeld

Ich bin auf dem Weg ein nachhaltige(re)s Leben zu führen. Das beginnt zunächst damit Dinge zu ändern, die man leicht ändern kann. Klassisches Beispiel: Plastiktüten beim Einkauf zu vermeiden. Oder vor der Anschaffung neuer Gegenstände zu überlegen, ob ich sie wirklich brauche. Und wenn ja, dann zu recherchieren wo ich eine möglichst nachhaltig hergestellte Version davon bekomme
Doch zu verschiedenen Gelegenheiten fühle ich mich auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit völlig fehl am Platz:

Versuch eines plastikarmen Badezimmers

Ich habe in meiner Küche und im Bad Kunststoff reduziert, ich kaufe meine Lebensmittel überwiegend unverpackt im Biosupermarkt ein und ich steige so oft aufs Fahrrad um, wie ich es in meinen Tagesablauf integrieren kann.
Ich versuche gebrauchte Kleidung zu nutzen oder Klamotten zu kaufen, die gegenüber Umwelt und Mensch fair hergestellt wurden.
Und ich trage das Ganze nach außen: Ich erzähle meinem Umfeld davon. Ich erkläre Hintergründe und versuche zu überzeugen. Das Problem daran ist einerseits: Manche Menschen sind sich der prekären Lage durchaus bewußt, in die wir Menschen andere Menschen und die Umwelt bringen. Möchten aber nichts an ihrem Verhalten ändern, weil es einen Schritt raus aus der eigenen Komfortzone bedeuten würde. Eine ehemalige Freundin sagte mal zu mir: “Ich weiß, wie Amazon seine Mitarbeiter behandelt und mir ist bewußt, wie sehr das Unternehmen kleineren Betrieben schadet. Aber ich kaufe trotzdem dort ein, denn es ist praktisch für MICH.
Ein anderes Problem was mir noch häufiger begegnet: Die Einstellung: “Du lebst ja schon so nachhaltig, da kann ich nicht mithalten!”
Bei der #nachhaltigwerden-Challenge, die ich zusammen mit Rachel und Andrea im vergangenen Herbst gerockt habe war genau das das Problem. In vielen Zuschriften die wir bekamen, war oft der Grundton eben dies: “Ich kann nichts zum Thema beisteuern, ich bin noch nicht so weit!”

Nicht nachhaltig genug für meine Filterblase

Unser Urlaub auf dem Rad. Mein Beitrag zur Klimaneutralchallenge

In diesem Jahr fliege ich das erste Mal in meinem Leben nach London. Die Kurzreise schenkte mir der Weltbeste vor über 15 (!!) Jahren zum Geburtstag. Alles fein. Doch in mir nagt das schlechte Gewissen, weil Flugreisen alle andere als nachhaltig sind. Ich weiß, sobald ich etwas über die Reise schreibe, kommen die, die meinen Beitrag zur Klimaneutral-Challenge von Around About Travel geherzt und kommentiert haben und werden erzählen, wie schädlich Kurzstreckenflüge sind.
Oder die, die sich darüber aufregen, daß ich Auto fahre statt die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen.
Egal welches Thema im Bereich Nachhaltigkeit ich anschaue- ich verhalte mich im Vergleich nie nachhaltig genug. Es gibt immer Optimierungsbedarf. Noch besser, noch minimalistischer, noch nachhaltiger.

Scheitern ohne zu verzweifeln

Manchmal sitze ich in meinem stillen Kämmerlein, der Verzweiflung nahe und überlege all meine Bemühungen und Bestrebungen in Richtung nachhaltiger Leben aufzugeben.
Einfach im Discounter einkaufen und das gesparte Geld ausgeben- ohne mir Gedanken zu machen, wie ein Produkt zu wessen Lasten hergestellt wurde. Einfach nicht mehr recherchieren, nachdenken, abwägen.

Kind wirft Steine ins Wasser
Ins Wasser fällt ein Stein- und ist er noch so klein: er zieht doch weite Kreise!

Aber dann fällt mir wieder dieses Lied ein, was mich als Kind schon in seinen Bann gezogen hat: „Ins Wasser fällt ein Stein“. Eigentlich im christlichen Kontext gedichtet, habe ich die Botschaft auf mein Leben übertragen: „… Und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise…, was für mich heißt: Ich bin nur ein kleiner Stein, aber ich kann Dich und Dich und meinen Nachbarn zum Nachdenken bringen. Und vielleicht klappt es dann auch irgendwann mit dem Umdenken.
Egal was ich zum Thema Nachhaltigkeit tue, es ist nicht umsonst. Jede eingesparte Plastiktüte hilft dabei nachhaltig zu werden. Und dafür, wie die Kreise immer größer werden, ist das Thema Plastiktüten ein prima Beispiel: Nach jahrelangem Verspotten der Jutebeutelträger ist das Thema heute mitten in der Gesellschaft angekomme.

Also bitte laßt uns weiter recherchieren, hinterfragen, umdenken und handeln. Wir können nicht alles auf einmal ändern, aber nach und nach.Gemeinsam können wir etwas bewegen.

 

Über die Schwierigkeiten nachhaltigzu leben

Kennst Du diesen Gedanken auch- nie genug zu tun?

#Nachhaltigwerden – Woche 2 der Challenge

nachhaltigwerden-Die-Challenge-für-alle-die-einfach-anfangen-wollen_Woche2.

Die zweite Woche der Challenge #Nachhaltigwerden – auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit ist vorbei. Sie begann mit gemischten Gefühlen für mich. Denn in dieser Woche ging es um Rückschläge auf dem Weg zu einem nachhaltige(re)n Leben. Mir war etwas unbehaglich zumute, da man ja nicht so gerne über Rückschläge und Niederlagen spricht. Aber ich … Weiterlesen