Ich bin mir ganz sicher, eine meiner Leserin wird sich nach der Lektüre dieses Beitrages auf die Schenkel klopfen und sagen „Suse, du bist eben eine liebenswerte Chaotin!“. Und ich denke mir: So will ich aber nicht sein. Ich wäre gerne ein total strukturierter Mensch. Kann man das lernen?

5. Februar 2019


Straßenschild: Steinweg
Dein Weg wird steinig sein…

Morgendlicher Weg zur Schule. Der Rückweg voller Gedanken. Beim Straßenschild in Richtung Steinweg fällt mir das Lied des Sängers ein, dessen Namen ich wegen komischer Aussagen wie „Ich bin ein Rassist, aber ohne Ansehen der Hautfarbe.“ nicht namentlich nennen möchte. Die Liedzeile „Dieser Weg wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer“ trifft wahrscheinlich auf alle Leben irgendwann einmal zu.

Kerstin shootet im Teeladen Evas Teeplantage
Immer die Kamera vor dem Gesicht.

Heute war ich mit meiner Fotografen-Kollegin Kerstin zu einem vor Ort Termin im Teeladen von Alex in Nürnberg. Ist kein Geheimnis, daß ich für seinen Blog Teepod.de Texte rund um Tee schreibe. Heute produzieren wir eine Homestory.

Shooting in Evas Teeplantage
Kerstin beim Shooten im Teeladen

Vorhin fragte ich Kerstin, ob ich ein paar Makeingoff-Bilder veröffentlichen dürfe. Die Antwort: „Du kannst auch eins nehmen, wo man das Gesicht sieht“, ich bin ja immer sehr vorsichtig mit dem Zeigen anderer Personen. Nur habe ich leider kein Bild ohne Kamera vor dem Gesicht. Ups. Blogger und Fotographen eben.

Alexander Poetsch am telefon
Der Teemann im Einsatz. Telefongespräch mit einem Stammkunden.

Während unserer Zeit im Teeladen hat Alexander ungefähr zehn Telefonate beantwortet, fünfzehn Pakete für Bestellungen aus dem Onlineshop gepackt (und dabei ausschließlich Verpackungsmaterial recyclet) und zig offline Kundengespräche geführt.
Und nebenbei noch meine Fragen beantwortet

Angebrannte Papiertüte
Kochen mit Gas kann mitunter gefährlich sein…

Mittags schnell alle Kinder eingesammelt und Nudeln gekocht. Und fast ein Feuerchen in der Küche geschürt. Denn ich koche mit Gas. Und Papier brennt gut.

Straße in Nürnberg Gostenhof
Am Nachmittag landete ich in GoHo.

Schnell das eine Kind zur Musikschule gebracht, das andere Kind in die andere Richtung zum Geigenbauer gefahren. Der Bogen hatte sich aufgelöst und sie brauchte Ersatz. Danach noch neue Pinsel gekauft- es müssen die ganz speziellen sein. Ob das die Schule fordert oder sich das Kind einbildet genau diese haben zu müssen kann ich nicht sagen.

Loser Tee im Glas und Teetasse
Mutter und Kind glücklich gemacht: Tasse und ganz viel Tee.

Zurück zu Hause probiere ich meine neue Tasse aus, die ich mir am Morgen gekauft hatte. Eigentlich suchte ich nach einer Thermoskanne, in die ich ein ordentliches Sieb hängen kann, aber die Idee jede Portion Tee frisch zu brühen ist sicherlich auch nicht so verkehrt

#falschzugeordnetezitate
Hast du auch gleich das Lied der Toten Hosen im Kopf, wenn du dieses Zitat liest? „Hey, hey, hey, hier kommt Alex! Vorhang auf für ein kleines bißchen Horrorshow!“

Das falsch zugeordnete Zitat paßt super zu Herrn Gauland. Mehr muß man dazu wohl nicht sagen.

Theaterflyer Die Känguruchroniken"
Ich war im Theater! Und habe das Känguru live gesehen!!

Nach kurzer Verschnaufspause -der Weltbeste hat das verbleibende Kind von der Musikschule eingesammelt- kommt die Babysitterin (gibt es eigentlich ein Wort dafür, wenn die Kinder keine Babys mehr sind?) und wir machen uns fertig für das Theater.
Wir hatten Pressetickets (ich habe die Karten demnach kostenlos erhalten. Nur die Karten, sonst nichts. Ohne Verpflichtungen. Wollte das nur mal erwähnt haben) für die Känguru Chroniken. Für mich als Fangirl (merkt man nicht oder?) war das natürlich super genial. Hat recht kurzfristig geklappt und ich bin gleich los: Schnapspralinen kaufen.
Kinder verabschiedet, Zubettgehzeiten abgesprochen und los ging’s. Zum Stadttheater.
Parkplatzsuche, doch Parkhaus, wegen Bauarbeiten den Ausgang nicht gefunden. Irgendwann stehen wir doch an der Abendkasse.
„Die Vorstellung hat längst begonnen, da können Sie jetzt nicht mehr rein!“
Waas? Ich dachte zwanzig Uhr?“
„Nein, aber es ist gleich Pause, dann können Sie es versuchen!“ so das Gespräch mit dem netten Herren hinter der Scheibe. Den mitleidigen Blick übersehe ich.
Draußen diskutieren der Weltbeste und ich ob wir nach Hause fahren, in einer Kneipe versacken oder warten. Er kommt auf die Idee den Beginn der Vorstellung noch mal im Netz nachzusehen und schaut mich entgeistert an.
Die Vorstellung beginnt um acht, aber im Kulturforum.
Ich hatte mal wieder ganz schön Chaos verursacht. Zurück zum Parkhaus liefen wir im Laufschritt, um dann erst das Auto nicht wiederzufinden und dann durch Baustellen am Kulturforum vorbei zu fahren, weil ich mich in meiner Orientierungslosigkeit in der Richtung geirrt hatte.
Um 20.05 Uhr waren die Türen zum Vorführraum natürlich zu. Aber die netten Menschen an der Kasse trösteten uns damit, daß es einen Späteinlaß gäbe. Das verschaffte mir die so dringend benötigte Pinkelpause.
Und dann das Schild, daß Speisen und Getränke nicht in den Vorführraum und Handys nicht benutzt werden dürfen. Und meine Schnapspralinen?

Wir hatten nur die Story verpaßt, wie das Känguru zum Kleinstkünstler kam. Oder umgekehrt. Die Vier Schauspieler haben andauernd die Rollen getauscht und zwischendrin Lieder gesungen und gespielt. Es war göttlich und ich kann verstehen, warum die Große letzten Sommer so begeistert war und uns mit ihrer Känguru Euphorie ansteckte. Wenn du die Möglichkeit hast die Känguru Chroniken irgendwann noch mal zu sehen: Mach es!
Aber iß vorher die Schnapspralinen, sonst schmelzen sie in der Tasche.



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