365 days of Blogging– 22

Der heutige Tag war ziemlich schräg: Ein altes Problem ist wieder hochgeploppt, dafür habe ich ein sehr gutes Gespräch mit einem ziemlich weisen Menschen geführt und bekam gleich wieder neue Ideen, die es vielleicht bis zur Umsetzung schaffen.

#unsercharly
Charly bei der Gassirunde. Er liebt es von mir das Handy vor die Nase gehalten zu bekommen. Sieht man.

Wie jeden Morgen geht es los zur Gassirunde. Das Kind bis zur Schulampel begleitet und ab übers Feld. Punkt 8Uhr ist die Sonne aufgegangen und ich sehe in der Ferne den Fernsehturm. Nicht fernsehen, sondern rumstehen. Daneben ein dicker, rauchender Schornstein. Aber da kommt sicher nur Wasserdampf raus?

Das Schöne an diesem Morgen: Es ist klirrend kalt und ich kann meine Hände in die Jackentasche stecken. Nicht ganz bis in die Tiefen, denn eine Hand muß den Beutel mit den Hinterlassenschaften halten. Ja, wir sind draußen, ja es ist gefroren und ja, ich nehme den Haufen bis zur nächsten öffentlichen Mülltonne oder bis nach Hause mit. Denn irgendwann taut auch gefrorene Scheiße wieder auf. Auch die Tüten auf dem Feld liegenzulassen ist ausgesprochen dämlich. Die bleiben dort noch länger liegen.

Schnell noch Teig für Toastbrot ansetzen. Ich möchte nachmittags Bilder machen, damit ich das Rezept endlich hier veröffentlichen kann. Ich erhöhe kühn den Anteil Vollkornmehl. Ob das glückt?

Im Büro werde ich schon erwartet. Ich habe Besuch und wir gehen in ein gemütliches Café ums Eck. Ich kenne jetzt den Unterschied zwischen einem Profifotograf und einem Hobbyfotografen: Der Profi kann zu jeder Tages- und Nachtzeit gute Bilder machen und bei jeder Beleuchtung. Der Laie hat manchmal Zufallstreffer – so wie ich.

Zwei Stunden arbeiten, dann kommt auch Kind 1 aus der Schule und wir machen uns auf den Weg Kind 2 am U-Bahnhof zu treffen. Dann geht es nach Hause, Milchreis aufsetzen, die Kinder haben schon wieder Hunger.

Während der Milchreis quillt hole ich die Jüngste ab, die sehr viel zu erzählen hat. Wie eigentlich jeden Tag. Ich hoffe das bleibt so. Menschen, die ihre Gefühle so präzise und reflektiert artikulieren können sind extrem selten.

#falschzugeordneteszitat
„Wir. Dienen. Deutschland.“ Ja, die Müllabfuhr macht das auch, aber wessen Satz war das wirklich?

Dieses Zitat ist eine Werbung für die Bundeswehr, die sich ein Lustiger Mensch 2011 nach Abschaffung der Wehpflicht in Deutschland ausgedacht hat. Mir würde so viel dazu einfallen, aber das würde den Rahmen sprengen. Ich würde über Ersatz bzw. Zivildienst plötzlich beim Thema Zivilcourage landen und dann würde mir mein Freund aus dem Kosovo einfallen und die vielen Kinder, die damals in der UÇK gekämpft haben. Und wie sinnlos Krieg ist und daß ich eigentlich im Sommer Freunde in Pristina besuchen wollte, jetzt aber Angst vor Ausschreitungen habe, weil die Kosovaren gegen den Willen Serbiens eine 5000 Mann starke Armee haben wollen. Weil das alles vom Hundertsten ins Tausende führen würde, fange ich erst gar nicht mit Nachdenken an.

Kinder spielen Nintendo Switch
Zwei von drei spielen Switch. Und wechseln sich vorbildlich ab.

Los geht es für das große Kind im Mamataxi zur Musikschule. Mit dem Rad würde sie wahrscheinlich festfrieren. Die restlichen Kinder möchten „eine Runde“ Switch spielen (sie ist eine Leihgabe der Firma Ninentendo -eventuell ist das Werbung? – Ich betreibe damit eine Studie und werde an dieser Stelle berichten: Ob Spielekonsolen wirklich Spaß machen, ob die Kinder süchtig werden, welche Spiele in welchem Alter bevorzugt werden und so weiter).
Ich bin recht schnell wieder zurück, die Kinder spielen die Runde fertig und gehen dann Puppenhaus spielen.

Selfie
Ha, schon wieder ein Selfie! Mit Musik auf den Ohren. Ich muß sagen, ich werde immer besser.

Die Sache mit dem perfekten Influenzer-Selfie habe ich noch nicht ganz aufgegeben. Und sei mal ganz ehrlich, die Muddi-Augenringe habe ich perfekt herausgearbeitet.
Und peinlich bin ich auch mal wieder. Am Wochenende hat mir meine Twittertimeline eine neue Band in meine Blase gespült und ich hopse die ganze Zeit mit deren Musik auf den Ohren durch die Wohnung. Es geht um die dänische Metallband Volbeat. Für alle anderen außer mir wahrscheinlich ein gammliger, alter Hut oder? Wer sie noch nicht kennt, kann hier mal reinhören. Und laut aufdrehen. Der Frontsänger Michael Schøn Poulsen hat nicht nur ein Schön im Namen, sondern auch eine besondere Stimme.

Zum Glück hatte ich was zu Lachen und zu Tanzen, sonst hätte ich mich über mich selbst geärgert. Das Brot, das Brot. Ein Desaster. Passiert wenn man einen Teil des Mehls durch frisch gemahlene Körner ersetzt, die Menge an Hefe aber gleich bleibt.

zwei frisch gebackene Brote
Brotglück im Unglück.

Optisch eine Implosion. Viel zu flach. Aber geschmacklich super. Das versöhnt ein bißchen. Auch wenn die Familie so viele mit Bananen belegte Brote verputz hat, daß für die Mittwochsbrotboxen fast nichts übrig ist.
Nun denn. Dann zaubere ich eben etwas aus dem Ärmel.

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