365 days of Blogging – 19

„Wie Ihr das schafft. So mit drei Kindern, Hund und Arbeit!“ fragte heute der Vater von der Kindesfreundin beim Abholen.
Am liebsten hätte ich ihm gesagt GAR NICHT!! entschied mich dann aber für Abwinken und antwortete „geht schon“.

Tag 19: 19. Januar 2019

Schwedische Karlsbader Boller
Schwedische Karlsbader Boller aus dem Buch „Nordic Baking“ von Magnus Nilsson

Nach der Gassirunde bei minus sieben Grad setzte ich den Teig für die Karlsbader Boller an. Ein bißchen wie Zimtschnecken, nur mit Mandelfüllung. Ich muß die noch mal machen, dann aber mit mehr Füllung, die kam geschmacklich nicht so raus.

Parallel habe ich noch Brotteig angesetzt und Mittagessen gekocht. Multitasking und so. Kennt man ja. Also daß das überhaupt nicht funktioniert. Es sei denn man macht Arbeiten parallel, die man auch schlafend ausführen könnte. Schnarchen und mit dem großen Zeh wackeln zum Beispiel.

verbranntes Bäckerleinen
Ich habe gebacken. Das Bäckerleinen.

Als ich die Brote zur letzten Gare in den Ofen schon ist es passiert: Ich hatte beim Rausholen der Boller zwar den Backofen ausgeschaltet, die Temperatur aber nicht zurückgedreht. Normalerweise nutze ich die Wärme der Lampe im Ofen für die Gare, heute habe ich dann mal mein Bäckerleinen bei 200 Grad geschmort. Kann man mal machen.

#falschzugeordneteszitat
Das falsch zugeordnete Zitat von heute hat Roninson Crusoe in den Mund gelegt bekommen: „Kein Schwein ruft mich an. Keine Sau interessiert sich für mich.“

Das könnte mein Motto des heutigen Tages sein. „Keine Sau interessiert sich für mich“ sang eigentlich Max Rabe mit seinem Palast Orchester. Ich hab irgendwann am frühen Abend meine Kinder zusammengestaucht. Ja, mag sein, daß ich rumgeschrien habe.

Mich nervt es, daß sie ständig fragen ob sie dies oder das „können“ und damit um Erlaubnis für Fernsehen, Switch oder Süßigkeiten bitten. Mal abgesehen davon, daß das sprachlich unter aller Kanone ist, frage ich sie dann ob sie denn schon dies oder das erledigt haben, worum ich sie vorhin, gestern, vorgestern oder auch gerne schon seit letzter Woche gebeten habe.

Ja, ich vergesse meinen Auftrag zwischen den dreihundertfünfundzwanzig anderen Dingen in meinem Kopf gerne und erlaube zwischendrin dann doch wieder Dinge, die eigentlich an eine Bedingung geknüpft waren. Ich kann eben nicht konsequent sein. Und ärgere mich genau dann darüber, wenn ich mit drei Wäschekörben voller gewaschener Wäsche die Treppe hoch renne weil das Telefon klingelt. Neben den Kindern, die auf dem Sofa lümmelnd Comics lesen und deshalb den Anruf nicht entgegennehmen können.

Als ich dann fast ein Feuerchen in meinem Backofen entfacht hatte, bin ich dann einfach in die Luft gegangen und habe alle Anwesenden ganz sachlich gebeten, mir doch mal den Buckel runter zu rutschen.
Sind alles nur Phasen denken die sich dann. Mama muß sich nur abreagieren und dann wird alles wie immer. Und damit haben sie wohl recht.

blaue Haare
Ja. Das Kind hat sich blaue Haarfarbe gekauft.

Ach ja, und das eine Kind hat sich vom Taschengeld blaues Haarspray gekauft. Das Schöne an dem Zeug: es hält sich ganz prima im Gesicht, an den Händen und am längsten auf dem Kopfkissen. Zum Glück habe ich dem anderen Kind das Farbspray verboten. Die Erfahrung hat nämlich gezeigt, daß in ihrem Fall blauer Farbstoff fiese allergische Reaktionen hervorrufen kann. Kaum ausgesprochen hatte das dritte Kind schon blau in den Haaren.

Aufblühende Amaryllis
Meine Amaryllis blüht auf.

Ich hab gar keinen grünen Daumen, aber die Amaryllis hat es dennoch geschafft. Zumindest der Blütenstengel. Die Blätter sind alle abgeknickt. Also habe ich die Blüte abgeschnitten und in die Vase gestellt. Morgen öffnet sie sich vielleicht schon.
Und wenn ich sie lange genug betrachte, hat sie vielleicht meditative Wirkung. Bevor ich morgen das Kinderzimmer der Jüngsten aufräume.

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1 comments On 365 days of Blogging – 19

  • Hallo Suse,
    oh, ich verstehe so gut, was Du über Deine Kinder schreibst. Leider komme ich mir auch viel zu oft vor, als wenn ich der Handlanger und die Hausangestellte meiner Familie bin. Und es ist sogar schon soweit, dass ich zwischendurch ein Rauschen in einem Ohr habe… Irgendwann sagt dann der Körper – nö, so geht es nicht weiter. So sagte mir die Ärztin ganz klar. Und dann ist es aber eigentlich schon zu spät. Wehre also den Anfängen! Pass auf Dich und Deinen Körper auf. Und wir müssen unsere Erwartungen anpassen. Dann können wir auch nicht so enttäuscht werden. Wir haben als Kinder einfach besser funktioniert und uns unseren Eltern gebeugt. Das machen die Kinder heute nicht mehr. Von dem Wunsch müssen wir uns wohl verabschieden. Ich schaue mit großen Bedenken auf diese Generation im Arbeitsleben. Ob die dann immer noch nur das machen, was ihnen Spaß macht… We will see…
    Übrigens versuche ich natürlich dennoch dass die Kinder gewisse Pflichten erfüllen, auch wenn sie ihnen keinen Spaß machen. Das Leben kann doch nicht nur Ponyhof sein. Nachdem die Große (13) 3/4 der Wäsche im Haushalt produzierte, musste sie ihre Wäsche selber in die Waschküche bringen, sie mit Sortieren und hinterher komplett zusammenlegen und wegräumen. Sie hat dann gemerkt, dass es vielleicht leichter ist, einen Pullover, den man einmal anhatte direkt wieder zusammen zu legen und in den Schrank zu verstauen. Das ist nur einer der vielen Kämpfe, die wir so haben… Aber wir müssen weiter machen, unsere Kinder sollen doch irgendwann mal Verantwortung übernehmen können?…
    Ich hoffe Deine Akkus können sich immer wieder füllen. In dem Sinne – nimm Dir am Sonntag mal eine Auszeit!
    LG
    Henrike

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