365 days of Blogging – 6

Sonntag, 6. Januar und letzter Ferientag. Andernorts gehen die Heiligen Drei Könige von Haus zu Haus und verteilen ihren Segen. Irgendwo las ich, daß man sich jetzt sogar für einen Besuch anmelden muß. Früher klingelten sie noch überall. Damals wie heute markiert der 6. Januar das Weihnachtsferienende und die Schulkinder überkommt eine leichte Panik, weil nach dem kuschelig, weihnachtlichen Nichtstun der Schulaufgabenstreß wieder weitergeht.

Tag 6: 6. Januar 2019

Gestern und heute haben sich dezent vermischt, was zur Folge hatte, daß mir gerade mal fünf Stunden Schlaf blieben, bevor ich die Jüngste von der Freundin abholen sollte. Schnell einen großen Kaffee und wieder auf die Autobahn.
Alleine im Auto sitzen hat etwas Meditatives. Ich kann Musik nach meinem Geschmack in der Lautstärke meiner psychischen Verfassung hören und dabei meinen Gedanken nachhängen.

Spruch über Freundschaft
Gute Freunde sind wie Sterne, du siehst sie nicht immer, aber du weißt, sie sind immer da.

Heute Morgen im Auto kreisten meine Gedanken um die Situation der Freundin, deren Geburtstag wir gestern feierten. Wir kennen uns seit einem Krabbelkurs, in dem ich mit der Jüngsten und sie mit ihrem Ältesten war. Seitdem hat sich eine Freundschaft entwickelt. Wir leben unterschiedliche Leben, aber uns verbinden die gleichen Werte. Das überdauert auch Perioden, in denen man sich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht sieht oder auch nichts voneinander hört. Zugegeben es liegt wohl meistens an mir, wenn in Freundschaften Funkstille ist. Ohne es böse zu meinen, finde ich manchmal einfach keine übrige Energie für’s Socializing. Wenn sich jemand bei mir meldet, dann nehme ich mir Zeit und Energie, nur das selbst Aufraffen schaffe ich oft nicht mehr. Einfacher ist es, wenn die Freunde über soziale Medien erreichbar sind (nein, WhatsApp zähle ich eher zu den unsozialen Medien). Mein einziger Vorsatz für das angebrochene neue Jahr ist, mich besser zu organisieren und vielleicht sogar Telefondates und Treffen weiter voraus zu planen.

Jasmintee stilecht.
Ich bin ein Gewohnheitstier, zu Sushi trinke ich immer Jasmintee.

Zum Abschluß der Ferien wollten die Kinder unbedingt Sushi essen. Bevorzugt running Sushi. Ich hätte als Kind auf Pizza plädiert. Aber so ändern sich die Eßgewohnheiten eben. Unsere Großeltern kannten als Kinder auch noch keine Pizza, heutzutage ist sie von unserem Speiseplan nicht mehr wegzudenken.
Aber was trinkt man eigentlich zu Sushi? Ich habe heute festgestellt, daß ich auf diese Frage immer „Jasmin Tee“ antworte. Eine liebgewonnene Gewohnheit.
Das große Kind liest gerade mit und plädiert für Mango- oder Maracujasaft zu Sushi.

Schlecht übersetze Zutatenliste
In der Gewürzmischung enthalten: getrocknete und Mandainnenschale.

Auf dem Tisch steht eine Gewürzmischung und schon schlägt eine andere Gewohnheit zu: Das zwanghafte Lesen von Verpackungsrückseiten. Egal was es ist, ich muß immer lesen, was hintendrauf steht. Für diesen Zwang gibt es sicherlich auch einen Namen. Wie dem auch sei, mir entgehen dann auch die wenigsten Übersetzerfehler.
Hier frage ich mich mal wieder, war das ein schlecht ausgebildeter Übersetzer, oder eine Maschine?
Gestern hatte ich ein interessantes Gespräch zum Thema Digitalisierung und Übersetzung. Mein Gesprächspartner war der Meinung, daß Übersetzer irgendwann überflüssig werden. Ich sehe das ein wenig anders, denn die neuronale maschinelle Übersetzung (NMT) hat Probleme mit Emotionen. Die Linguistin Tatjana Gelmetti gibt zum Thema NMT zu bedenken, daß Fehler in einem neuronalen Netzwerk nur schwer zu beseitigen [sind], weil die NMT wie eine Blackbox funktioniert und man nicht genau ermitteln kann, wo der Ursprung des Fehlers liegt.
Die Entwicklung bleibt auf jeden Fall spannend. Bislang brauchen maschinelle Übersetzer immer noch menschliche Korrektoren. Wobei ich auch zu Bedenken gebe, daß Korrekturen von vorübersetzen Texten oft aufwändiger und zeitintensiver sind als eine menschliche Übersetzung.

#falschzugeordnetezitate
Der Spruch „Das alles und noch viel mehr, würd‘ ich machen, wenn ich König von Deutschland wär.“- wurde Horst Seehofer in den Mund gelegt. Würde auch passen, aber ausgedacht hat sich den Rio Reiser. Long time ago.

Der Spruch des Tages bringt mich zum Nachdenken: Was würde ich machen, wenn ich in Deutschland etwas zu sagen hätte. Wahrscheinlich unter der Last der Verantwortung zusammenbrechen und mich traurig unter der Bettdecke verkriechen. Wie soll man denn Gerechtigkeit für alle bewerkstelligen? Ist ein bedingungsloses Grundeinkommen die Lösung? Und was mache ich mit den Umweltproblemen und den Mißständen, die unsere Außenpolitik so hervorruft?

Mini Baguettes
Man sollte tatsächlich Rezepte genau lesen. Dann könnte es sogar passieren, daß man die richtige Menge an Zutaten verwendet

Und weil das Brot mal wieder alle ist, habe ich noch mal das Baguette von gestern gebacken. Als Mini Flûtes, kleine Baguettes. So daß sie in die Montagsbox morgen passen. Bei der Gelegenheit habe ich das Rezept noch mal genau gelesen und festgestellt, daß ich gestern viel zu wenig Hefe verwendet habe. Und was soll ich sagen? Mit der richtigen Menge Hefe waren die kleinen Brötchen himmlisch.
Zum Glück habe ich die doppelte Portion Teig gemacht und Aufbackbrötchen produziert und eingefroren. Ich bin gespannt, ob die dann immer noch so lecker sind.


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