Alter Röhrenfernsehrer

Fernseher Graetz Kornett, 1956 Quelle: Daniel Rohde via Wikipedia

Am 25. Dezember 1952, pünktlich zum Weihnachtsfest fiel der Startschuß für ein regelmäßiges Fernsehprogramm für West(Deutschland). Anfangs erreichte die neue Technologie nur wenige. Spätestens die Übertragung des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft aus Bern lieferte ein großes Highlight in der Fernsehgeschichte und 1956 konnten schon eine halbe Millionen Zuschauer das Programm empfangen.

Das Kinderprogramm der 80er- Erinnerungen

In meiner Kindheit hatten wir einen sehr kleinen Fernsehapparat. Und bis ich um die Jahrtausendwende auszog auch nur 4 Programme: ARD, ZDF, B3 und MDR (wir konnten jeden Abend das Ost-Sandmännchen sehen!). Mitte der Achtziger Jahre haben viele meiner Freunde Kabelanschluß bekommen, wir nicht. Unser Fernsehkonsum wurde von den Eltern stark begrenzt und es wurde vorher ausgewählt, was wir sehen durften.

Die Sendungen, an die ich mich gerne erinnere sind Löwenzahn, Die Sendung mit der Maus, Ein Heim für Tiere, Alice im Wunderland, Nils Holgersson, Pipi Langstrumpf und andere Verfilmungen von Astrid Lindgren, Die Biene Maja, Die Schlümpfe, Pumuckl, die japanische Zeichentrickserie Tao Tao, Heidi und die Wissenssendung Es war einmal….

Und jedes Jahr aufs Neue freute ich mich auf die Weihnachtsserie.
Man mußte immer eine Woche auf die Fortsetzung der Serie warten und wenn die Sendung vorbei war, hieß es ganz im Sinne von Peter Lustig abschalten.
Gerade im Sommer war der Fernseher sehr selten an. Dann waren wir draußen, fielen von Bäumen oder machten anderen Quatsch.

Selbstverständlich hätte ich manchmal gerne mehr in den Flimmerkasten geschaut und habe es hin und wieder auch heimlich getan. Gerade in frühester Jugend -die Auswahl an Sendungen wurde schon größer, waren solche natürlich attraktiv, die die Eltern nicht gut fanden.

Meine Kinder und das Fernsehen

Die große Tochter durfte mit knapp zwei Jahren das erste Mal DVD schauen: Lauras Stern und Mausspots, während ich hochschwanger mit der Mittleren war. Sie war sehr gefesselt vom Flimmerkasten und es bedurfte klarer Regeln, wie lange geguckt werden durfte. Hochschwanger und müde mußte ich dem Drang den Fernseher als Babysitter zu verwenden trotzdem manchmal nachgeben.

Die Mittlere war von Anfang an dabei wenn der Fernseher lief. Aber völlig uninteressiert. So ist es heute auch noch oft. Wenn der Film nicht spannend genug ist, steht sie auf und geht.

Die Jüngste könnte ständig schauen. Darf sie aber nicht. Deswegen kommt es ab und an zu Trotzanfällen. Hier heißt es hart bleiben.

Es passierte gerade in den vergangenen drei Jahren, seit die Große in der Schule ist, daß sie fernsehen möchte:
„Mama, kann ich fernsehen? Mir ist langweilig.“
„Was möchtest Du denn schauen?“
„Weiß nicht, na KiKa halt.“
Da aber nicht zu jeder Zeit hochwertiges Programm (meine Meinung, die Kinder sehen das anders) läuft, wird dann doch wieder eine DVD aus der Schublade geholt, eine Zeit vereinbart und der Timer (der Fernseher geht dann alleine aus) eingestellt.

Änderung des Fernsehverhaltens durch Streamingdienste

Seit wir einen Account bei dem Streaming Anbieter Netflix haben funktioniert Fernsehen ganz anders:
„Mama, kann ich Netflix? Ich habe gesehen, da gibt es die Schlümpfe.“ (K1)
„Kann ich Pepa Wutz schauen?“ (K2+3)
Geht einfach, ich steuere das Ganze über mein Telefon und bestimme, wann Schluß ist. sie können später genau dort weiterschauen, wo sie das letzte Mal aufgehört haben.

#Streamteam #Netflix #kidsJetzt im Sommer ist die Nachfrage nach der elektronischen Fußfessel äußerst gering.
Die Große möchte manchmal Logo! schauen, um zu wissen, was in der Welt passiert. Danach sind viele Fragen aufgeworfen, gerne mal die zur Ungerechtigkeit in der Welt.

Wenn wir am Wochenende zu Hause sind, suchen wir uns gemeinsam einen Familienfilm aus, machen Popcorn und haben einen Kinoabend, der meistens mit langen Diskussionen über Inhalt und Charaktere des Films endet.
Als nächstes steht Drachenzähmen leicht gemacht auf dem Plan. Denn es soll ja bald weitergehen mit den Geschichten rund um Hicks und Ohnezahn.

Mir ist es wichtig, daß sie nicht unkontrolliert und stundenlang vor dem Fernseher sitzen. Dazu gehört wohl auch das richtige Vorbild.

Wie wir Eltern Fernsehen

Es gab eine Zeit, kurz nach der Geburt der jüngsten Tochter, da endete jeder Abend erschöpft und völlig Kraftlos vor dem Flimmerkasten. Und man hat mal hier mal da geschaut, wenn Werbung kam, ging es zum nächsten Programm. Ganz furchtbar. Besonders diese ständige Werbung.

Mittlerweile benutzen wir das normale Fernsehen nur noch für den Tatort (in Timeshift/Mediathek, denn von 52 Sonntagen schaffen wir es höchstens an fünfen pünktlich um 20:15 mit m durch zu sein), Nachrichten oder die Sendung mit der Maus.

Eigentlich bin ich kein Seriengucker, mit House of Cards jedoch hatten sie mich. Die Serie um skrupellose Politiker in Washington hat mich gefesselt. Momentan sind der Weltbeste und ich am Anfang von OITNB- Orange is the new Black und ich finde die Geschichte vom Leben im Frauengefängnis gut gemacht.

#Streamteam #NetflixAnsonsten kann ich nur sagen: weniger ist für mich mehr. Wenn man, wie ich mit drei Kindern und allem Drum und Dran eh schon recht ausgelastet ist, der sollte die knapp bemessene freie Zeit bestmöglich nutzen. Im Zweifelsfall mit Schlafen.

Wie macht Ihr das mit dem Fernsehen und Euren Kindern?

Als #StreamTeam-Member bekomme ich den Netflix-Account kostenlos zur Verfügung gestellt.

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