Zu Hause ist der Ort, an dem Kinder geborgen und sicher aufwachsen können. Trotzdem kann man sie nicht vor der Welt draußen abschotten. Ab einem gewissen Alter bekommen sie nicht nur Geschehnisse mit, die ihre eigenen Filterbubble in KiTa und Schule betreffen, sondern auch was in der Welt draußen passiert.
Sind es positive Ereignisse, teilen wir sie gerne mit unseren Kindern und beantworten bereitwillig ihre Fragen dazu. Wie aber sieht es aus, wenn Fragen nach Paris, Köln oder Flüchtlingen und dem Krieg auftauchen?

Polizeibusse in Kolonne in Berlin

Auf die Frage der Vierjährigen zu Beginn des Jahres in Berlin „Wieso ist so viel Polizei hier?“ kann ich noch antworten: „Um uns alle zu beschützen.“
Spätestens meine Neunjährige kann ich nicht mehr abschirmen. Sie möchte klare und verständliche Antworten auf ihre Fragen.

Aber wie erkläre ich meinen Kindern die Nachrichten?

Zunächst muß ich die Nachrichten und deren Hintergründe selbst kennen. Ich kann nichts erklären, was ich nicht verstehe. Also muß ich als Eltern informiert sein.

Kinder haben ein feines Gespür für Ängste. Deswegen rät Medienpädagogin Kristin Langer die eigenen Ängste im Griff zu haben, nahe an der Wahrheit zu bleiben, aber nicht zu verunsichern.

Wichtig ist auch die richtige Wahl des Nachrichtenmediums. Völlig ungeeignet sind Radionachrichten im Telegrammstil und Tagesschau oder die Heute-Sendung im Fernsehen.

Welche Nachrichtenmedien sind für Kinder geeignet?

Wir selbst haben keine Tageszeitung abonniert, die manchmal Kinderseiten als Beilage haben. Für unsere Familie rentiert sich diese Form der Nachrichten nicht. Wenn wir abends zum Lesen kommen, sind die Meldungen schon wieder veraltet.

Zeitungen

In der Metropolregion Nürnberg wird seit Kurzem eine 24-Seitige Zeitung mit speziellen Nachrichten für Kinder erstellt, die einmal im Monat erscheint.

Quelle: nanu.news

Toll daran ist der regionale Bezug und die Möglichkeit als Kinderreporter selbst mitzuwirken.

Kindernachrichten-Sendungen im Fernsehen

Wenn Zeit ist, dann ermöglichen wir den größeren Kindern sich die Logo!- Sendung anzusehen.

Quelle: tivi.de

Hier werden Nachrichten so aufbereitet, daß Kinder auch die Hintergründe verstehen. Besonders gut gefallen mir die kleinen animierten Erklärungsfilme, in denen die Informationen verständlich verpackt sind.
Bei uns kommt auch bei tiefer gehenden Fragen zum Weltgeschehen Logo als Nachschlagewerk zum Einsatz. (Und psst: wenn ich politische Sachverhalte nicht ganz verstehe, greife ich auch gerne mal auf Erklärfilme zurück)

Apps

Seit ein paar Monaten hat die Neunjährige die App Quappiz auf meinem Handy, die ich zufällig über Twitter entdeckte.

Quelle: Quappiz.de

Geeignet für Kinder von ca. 8 bis 12 Jahren werden hier nicht nur Nachrichten erklärt, sondern es wird auch Hintergrundwissen geliefert. Aufgebaut sind die Nachrichten genau so, wie wir Erwachsene es gewohnt sind: das Wichtigste in Kürze zu Beginn, Erläuterungen und weiterführende Informationen im weiteren Text. So können Kinder in geschütztem Rahmen lernen, wie Zeitungslesen funktioniert.
Und damit der Spaß auch nicht zu kurz kommt, ist ein Nachrichtenquizz integriert, bei dem die kleinen Anwender testen können, ob sie alles richtig verstanden haben.

Das gibt es demnächst hier zu lesen: Weil ich diese App so toll finde, habe ich die Journalistin und Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Judith Roth interviewed, die sich Quappiz ausgedacht hat.

 

Wie geht Ihr mit dem Thema Nachrichten um? Welche Medien dürfen Eure Kinder nutzen, um sich über das aktuelle Geschehen in der Welt zu informieren?

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