Und schon ist der erste Tag des Jahres vorbei und das Leben trottet alltäglich vor sich hin. Gestern gab es ja ganz unterschiedliche Meinungen auf Facebook zu meinem täglichen Blogvorhaben. Manche beobachten es mit Spannung. Vielleicht so, wie man einen Unfall kommen sieht und dann ganz schnell die Augen zumacht, um den Zusammenstoß nicht ertragen zu müssen. Manch einer findet Tagebuchbloggen langweilig. Andere sind einfach nur neugierig, was das wohl werden wird. Ich habe ja noch 364 Tage vor mir. In dieser Zeit kann ich das Format auch noch entwickeln, verändern oder einstampfen.

Tag 2: 2. Januar 2019

Erst mal aus dem Bett quälen. Der Film auf Netflix spät abends war aber auch zu gut. So gut, daß ich heute schon wieder nicht mehr weiß, was ich gestern so dringend anschauen mußte. Das wäre doch ein guter Vorsatz gewesen: Weniger Netflix. Mehr Zeit für das Wesentliche. Aber was ist das Wesentliche? Das genau muß ich erst noch herausfinden.

Kalenderblatt Der Falsche Kalender
Der Falsche Kalender heute mit einem Zitat von Lukas Podolski. Eigentlich.

Adolph Freiherr von Knigge, Insidern auch als Lukas Podolski bekannt spricht auf dem heutigen Kalenderblatt über Eier. Nachdem ich den Satz drei Mal lesen mußte, brauchte ich erst mal Kaffee. Einer meiner wenigen Laster, den werde ich mir niemals nicht abgewöhnen. Also den Kaffeelaster am Morgen. Eine Tasse davon steht -dem weltbesten Ehemann sei Dank- auch bereits auf dem Tisch. Für Charly sieht das eher so aus:

Beleidigter Hund
Frauchen steht auf, kommt die Treppe heruntergeschwebt und dann gehen wir nicht sofort Gassi? Zack beleidigt.

Aber jetzt erst mal Kaffee, denn den werde ich mir niemals nicht abgewöhnen. Und der steht -dem weltbesten Ehemann sei Dank- auch bereits auf dem Tisch. Für Charly sieht das eher so aus:
„- Frauchen kommt, juchuh, endlich Gassigehen, Schnuppern, andere Hunde treffen und dann ganz viel leckeres Fleisch für mich! –
– Häh, was macht sie denn da? Nicht an den Tisch setzen, hier, die Gassischuhe anziehen!
– Ach menno, dann hole ich mir eben meine Kuscheldecke. Aber von Euch will ich nichts mehr wissen“ (Das dauert dann genau so lange, wie ich brauche, um vom Tisch aufzustehen)
Dann endlich die Gassirunde. Matsch und Sonnenschein. In Begleitung der Jüngsten ein Erlebnis. Sie sieht Dinge, die mir im Alltag nicht ersichtlich sind und stellt Zusammenhänge her, zu deren Verknüpfung nur Kinder fähig sind.

Hund Charly auf einer Wiese
Heute geht es bei schönstem Sonnenschein übers Feld. Zusammen mit K3.

Bei uns in der Wohnung sind überall Bücher verteilt. Im Wohnzimmer liegen meist Kochbücher oder Vorlesebücher rum. Auf der Gästetoilette Zeitschriften und Witzebücher, neben der Toilette im Bad Comics oder sachliche Bücher, im Schlafzimmer auf dem Nachtkästchen die dicken Romane.

Melanie Mühl: 15 Sein, was Jugendliche heute wirklich denken.
Meine ausgelesene Lektüre: Melanie Mühl: 15 Sein, was Jugendliche heute wirklich denken.

Mein aktuelles Buch im Badezimmer ist das Buch von Melanie Mühl: 15 Sein, was Jugendliche heute wirklich denken. Die F.A.Z. Redakteurin hat Jugendliche zu unterschiedlichen Themen befragt. Wir Erwachsene haben genügend Schubladen, aus denen wir zu passender Gelegenheit Eigenschaften herausholen, wie „Jugendliche eben sind“. Die Autorin versucht durch Gespräche mit Jugendlichen hinter die Kulissen der Jugendzimmer zu blicken. Die Antworten lassen hoffe, daß bei all dem Unsinn, den Jugendliche machen (ich erinnere mich zumindest noch an den Quatsch, den ich damals fabrizierte), die eigene Handlung auch manchmal noch reflektiert wird. Und alles dann doch nicht so schlimm ist wie gedacht.
Allerdings bin ich nicht ganz sicher, ob Melanie Mühl nur Gymnasiasten befragt hat oder ob sie auch in andere Bildungsschichten vordringen konnte. Müßte ich sie mal fragen.

Was mich diesbezüglich gerade beschäftigt: Wie bleibe ich mit meinem Jugendlichen in einem Gespräch auf Augenhöhe. Hier gleitet es momentan immer in Machtkämpfe ab. Und ich finde mich am Ende des Tages mit so bescheuerten Sätzen wie „Nie tust Du xy!“ oder „Immer machst Du x und y!“ wieder und finde mich selbst total bekloppt. So eine Mutter wollte ich nie sein. Wie komme ich da nur wieder raus?
Gibt es eigentlich BloggerInnen außer Uta Allgaier, die über heranwachsende Jugendliche schreiben? Dann bitte hinterlaßt mir doch einen Kommentar, ich würde so gerne lesen, wie andere Eltern mit der Pupertät umgehen

Gutes Essen ist wohl eines der wichtigsten Säulen meines Lebens. Es kann einfach sein. Aber es soll bitte bitte schmecken. Deshalb gehe ich auch so ungern essen. Wenn ich schon ein Restaurant aufsuche, dann muß es dort mindestens so frisch und lecker sein wie zu Hause, ansonsten kann ich mir das Geld sparen.
Heute gab es auf Kinderwunsch Milchreis. Ich habe die restlichen Schrumpeläpfel und Mandarinen zu Kompott zerkocht. Auf Instagram gab es diesbezüglich ein paar Lacher, denn natürlich habe ich nur Mandarinensaft ausgepreßt und nicht die kompletten Früchte reingeworfen.

Milchreis mit Apfelkompott
Milchreis ist eines der besten Seelenstreichler, die ich kenne

Anderswo gelesen

Selbstverständlich soll sich hier nicht alles um meinen eigenen kleinen Kosmos drehen. Ich lese ja auch viel online. So zum Beispiel stolperte ich über Petra Hola-Schneiders Text Mein geplatzter Traum als Vollzeit-Blogger: Petra ist hier in Franken zu Hause, aber weit über die Grenzen hinaus bekannt. Sie hat einige Bücher geschrieben und arbeitet mit großen Firmen zusammen. Und neulich entdeckte ich im ICE, daß sie ein Menü für die Bahn kreiert hat. In erwähntem Text erklärt sie, warum Vollzeit-Blogger ein Job wie jeder andere ist und sie lieber ihr Hobby behält.

Werte bestimmen unser Handeln und unser Tun. Michaela, die auf ihrem Blog Aus ganzem Herzen so oft treffende Worte findet, schrieb kürzlich:
Wir alle haben Werte. Diese Werte sind das was uns in gewisser Weise ausmacht und unter keinen Umständen dürfen wir diese Werte missachten. Umso höher wir die eigene Messlatte legen, umso schwieriger wird es manches Mal danach zu leben. Wenn einer dieser Werte ist, die Wahrheit zu sagen, dann muss ich das auch immer leben. Keine kleinen Notlügen. Erst dann macht es auch wirklich einen Unterschied.
Den kompletten Text gibt es hier nachzulesen.

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