Forscher haben doch tatsächlich herausgefunden, daß sich Eltern von Töchtern häufiger scheiden lassen.
Zumindest schreibt Focusonline, daß es nicht an den Töchtern liegt -puh, da haben die Zwerginnen ja noch mal Glück gehabt- sondern die Töchter entstanden sind, weil die Eltern schon vorher Streß miteinander gehabt haben. Wegen höherer Überlebenschance.
O.K. Verstehe.
Kann ich aber nicht bestätigen.
Bevor wir Kinder hatten, hatten wir genügend Zeit uns kennenzulernen. Wir waren bereits vier Jahre ein Paar als wir uns entschieden einen Level weiter zu gehen und eine Familie zu gründen. Der erste Versuch endete nicht glücklich, sondern still.  Es schweißte uns als Paar enger zusammen. Perfekt war das Glück, als sechs Jahre nach unserem ersten Date die große Zwergin geboren wurde.

Kinder die Beziehungskiller?

Aber die ewige Frage, wie man als Eltern auch noch Paar bleiben kann, empfinde ich als sehr seltsam.
Niemand kann sich vorstellen, was es heißt Eltern zu werden: durchwachte Nächte, Unfälle oder Schulprobleme. All das und noch viele mehr zehrt an den Nerven, macht Angst, raubt Energie, belastet uns. Belastet auch die Paarbeziehung, weil man in Extremsituationen vielleicht mehr vom Partner erwartet, als er geben kann.
Es gibt Streit, man redet darüber und findet einen Weg, der uns die nächste Extremsituation besser überstehen läßt.
Aber auch in schwierigen Elternzeiten bin ich genauso noch Partnerin.

Keiner hat gesagt es wird einfach

Doch so lange ich so kleine Kinder habe, muß ich meine eigenen Bedürfnisse weiter hinten einreihen. Das wird noch viele Jahre so gehen und keiner wird es uns abnehmen.
Aber wir wachsen an den Herausforderungen, die das Elternsein an uns stellt auch als Paar. Denn wir lernen uns viel intensiver kennen. Wann bin ich mehr ich , als in den extremen Situationen, in die mich meine Kinder bringen? Bis an die Grenzen meines Ichs.
Und ich sehe den Partner an seinen Grenzen.
Das bedeutet für beide wohl auch Enttäuschung falscher Erwartungen an den Partner und an sich selbst. Und auch Stolz, wenn man gerade wegen der Kinder über sich hinauswächst.

ElternPaar mit Kindern

Ich definiere mich nicht über das Elternsein. Nein. Wir sind ein Paar, das drei Kinder hat. Durch die Kinder haben wir Herausforderungen zu meistern und bekommen ganz viel zurück. Und entwickeln uns weiter. Jeder Elternteil wirft eine Menge von sich in die „Familienschale“. Nicht nur die Gene, auch die eigene Kindheit und ihre Erlebnisse. Dazu kommt dann ein neuer Genmix und neue Erfahrungen. Schwups sind wir eine Familie: Ein Elternpaar mit Kindern.
Momentan geht viel Zeit dafür drauf die Kinder fürs Leben bereit zu machen. Längere Gespräche -die sich nicht um die Kinder drehen- führen wir oft spät abends im Bett (bevor eines der Kinder zu uns unter die Decke schlüpft). Aktivitäten zu zweit gibt es kaum, da wir viel zu müde sind. Aber es ist in Ordnung.
Denn die Zeit dafür wird schneller wieder kommen als uns lieb ist. Wenn die Kinder unabhängig sein wollen und die Wege, die wir ihnen aufgezeigt haben beschreiten wollen.

Achtsamkeit nicht vergessen

Ob Kinder zur Beziehung gehören oder auch nicht: Man sollte immer aufeinander acht geben. Einander beachten und die kleinen Signale des Partners empfangen: oft übergeht man die im Alltag. Dabei helfen manchmal schon kleine Gesten, um zu zeigen: Ich weiß, Dir geht es gerade nicht so gut. Oder Du hast gerade eine schwierige Phase, wie kann ich Dich entlasten?
Für uns ist es am kompliziertesten, wenn beide sich überfordert fühlen. Manchmal schaffen wir es gemeinsam aus dem Loch raus, manchmal gräbt sich jeder für sich wieder ans Tageslicht.
Aber im tiefsten Inneren ist immer das Wir im Vordergrund und wir wissen, wir können uns aufeinander verlassen.

Doch genauso wichtig wie gegenseitig aufeinander aufzupassen ist die Achtsamkeit sich selbst gegenüber: nur wenn es mir gut geht, kann ich auch andere unterstützen. Für mein Wohlbefinden helfen schon kleine Auszeiten.
Manchmal verstecke ich mich mit einer Tasse Kaffee und einem Buch im Badezimmer. Setze mich dort auf den Boden (ich bin eine Frostbeule und im Bad ist der Boden beheizt) und gönne mir zehn Minuten ganz allein mit mir.
Gruß
Suse

PS: ALu fragt danach, wie man sich nicht selbst vergißt und den Blick für einander offen hält. Wie macht Ihr das?

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