Apfel-Tonka Ballen

Apfel Tonka Ballen Titelbild

Wenn man eine Kiste leckerer Äpfel geschenkt bekommt, was macht man daraus? Bei uns wird die Hälfte roh gegessen und ein Teil zu Apfelmus verarbeitet. Danach probiere ich mich durch meine bewährten Rezepte. Und wenn noch immer welche übrig sind, dann mache ich mich auf die Suche nach neuen Apfel-Rezepten.
Diesmal bin ich auf das Apfel-Ballen Rezept von Kochmädchen gestoßen und war schlichtweg begeistert. Eine halbe Stunde vom Apfelschnippeln bis zum fertigen Gebäck? Perfekt, wenn die hungrigen Süßmäuler schon mit dem Teller in der Hand auf ein süßes Teilchen zum Nachmittagskaffee warten.
Ich habe das Rezept ein wenig modifiziert und durch die Tonkabohne eine duftig-herzhafte Note hinzugefügt.

In Hälften geschnittene Äpfel
Apfelballen mit einer süßherben Tonkanote

Tonka-Apfel-Ballen

Tonka Apfel ballenZutaten

400 g Quark 20 %
200 ml flüssige Butter
170 g Zucker
500 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1/2 gemahlene Tonkabohne
5 Äpfel, in kleine Stücke geschnitten
1/2 TL Zimt
3 EL Zucker


So gehts’s

  1. Quark, Butter und Zucker miteinander verrühren
  2. Alles mit den trockenen Zutaten verkneten
  3. Apfelstückchen unterheben und mit den Händen etwa 24 Ballen formen (wem das zu matschig ist, der kann auch zwei Eßlöffel nehmen und Nocken abstechen
  4. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben
  5. ca. 25 Minuten bei 180°C backen
  6. Sofort etwas Zimt-Zucker auf jeden Ballen geben
  7. Wichtigster Schritt: lauwarm genießen!

 


Apfel Tonka Ballen

Die Kinder des Hauses und sämtliche Gastkinder und Nachbarn waren sich einig: sehr lecker. Ich habe sie auch schon zwei Mal gemacht und die drei Bleche waren kaum aus dem Ofen schon aufgefuttert.

 

 

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Was macht man eigentlich als …?
~Fachjournalistin~

Fachjournalistin Séverine Bonini

Lange hat es gedauert, heute habe ich ein neues Interview für Euch in der Reihe Berufsfindung für Kinder. Meine Kinder stellen Erwachsenen Fragen zu ihrem Beruf und bekommen tolle Antworten darauf. Das letzte Mal ging es um den Beruf der Hebamme und Jana Friedrich stand Rede und Antwort.

Medizinjournalistin Séverine Bonini
Séverine Bonini ist nicht nur Medizinjournalistin. Sie hat schon für viele verschiedene medien Texte geschrieben.

Diesmal geht es um einen ganz anderen Beruf: Die Neunjährige findet jetzt in der vierten Klasse langsam Gefallen daran Texte zu schreiben und zu redigieren. Noch sind es eher Erzählungen und Fantasiegeschichten, aber wer weiß, wohin sich das entwickelt.
Heute fragt sie bei Séverine Bonini nach, was genau sie in ihrem Beruf als Fachjournalistin macht.
Séverine arbeitet seit Jahren als medizinische Fachjournalistin. Sie ist seit Juli 2014 selbständig als Verlegerin medizinischer Fachzeitschriften und als freie Journalistin und Bloggerin (Mama on the Rocks) in den Bereichen Familie und Gesundheit tätig.

Kann jeder Journalist werden oder braucht man vorher eine besondere Ausbildung?

Das kann ich so pauschal nicht beantworten. Als Journalist tätig sein – sprich für Zeitungen, Magazine, Portale scheiben – kann heute de facto jeder – auch ein Blogger. Ist ein Blogger aber auch ein Journalist? Da scheiden und streiten sich die Geister. Ich stelle mir das so vor: Nur weil man gut kochen kann, wird man noch lange nicht Koch in einem 3*Restaurant – dafür braucht es Handwerk, und das lernt man in einer Journalistenschule. Ich selber habe Germanistik und Geschichte studiert – und nicht Journalismus. Allerdings bin ich eine Fachjournalistin, das heisst ich schreibe nicht für eine Tageszeitung o.ä., sondern für Fachzeitschriften. Hier kommt es mehr auf das inhaltliche Know-how an denn auf journalistisches Wissen.

Muß ich viel gelesen haben, bevor ich Journalistin werden kann? Damit ich alles weiß, worüber ich schreibe?

Um Journalistin sein zu können, solltest Du absolut sattelfest in Deiner Sprache sein. Mir hat da sehr geholfen, dass ich von Anfang an, also schon mit sieben Jahren, ganz ganz viel gelesen habe. Der beste Grammatiklehrer ist ein Buch. Und noch eins. Und noch eins. Ausserdem solltest Du viel schreiben. Du musst aber nicht über alles Bescheid wissen, bevor Du darüber schreibst. Als Journalist musst Du viel recherchieren können. Du musst wissen, wo Du Wissenslücken schliessen kannst. Was Du auch mitbringen musst: Du musst neugierig sein und darfst keine Angst davor haben, Fragen zu stellen.

Kennst Du Karla Kolumna? Fährst Du auch wie eine Verrückte auf einem Roller durch die Stadt?

Klar kenne ich Karla Kolumna. Allerdings zuallererst durch Benjamin Blümchen, den ich als Kind immer auf Kassette gehört habe. Bibi Blocksberg kenne ich erst jetzt durch meine Tochter. Ist das nicht cool, dass Karla Kolumna bei beiden vorkommt?! Ihr Name ist übrigens eine Alliteration. Das verwende ich selber sehr gerne als Stilmittel.

Wann hast Du Dich für den Beruf entschieden, was fasziniert Dich daran?

Ich wollte nicht Journalistin werden. Eigentlich wollte ich Schriftstellerin sein. Aber das ist ein brotloser Erwerb, wenn man nicht Joanne K. Rowling heisst. Ich studierte Germanistik, weil ich zumindest als Lektorin in einem Belletristik-Verlag arbeiten wollte. Aber die Einstiegsmöglichkeiten sind sehr gering.

links: Fachjournalistin Séverine Bonini, rechts: Séverine hat auch gedichte und Kolumnen veröffentlicht.
Links: Séverines Gedichtband mit dem Titel Tiefenflüge, rechts: Kolumne in der Blick am Abend

Als ich nach dem Studium eine Stelle als Fachredaktorin in einem medizinischen Fachverlag bekam, habe ich zugegriffen. Dort habe ich gelernt, Kongressberichte zu schreiben, Interviews zu führen und Zeitschriften zu kreieren. Heute bin ich nicht einfach Journalistin.

Praxis Depesche Titelseite
Séverine ist Verlegerin und Redaktorin (so heißt die Redakteurin in der Schweiz) des Ärzte Magazins Praxis depesche.

Ich bin Verlegerin und Chefredaktorin in meinem eigenen Verlag. Ich führe zwar noch Interviews mit Professoren, beauftrage jedoch unsere Redaktoren oder freie Journalisten, an Kongresse zu gehen und für unsere Magazine darüber zu berichten. Daneben bin ich freiberuflich als Journalistin in den Bereichen Familie und Gesundheit tätig, aber nur noch marginal. Meine Hauptarbeit ist heute das Führen meines Verlags. Ich habe Mitarbeiter und realisiere neue Verlagsprodukte, treffe mich mit Kunden, Lieferanten, Journalisten, Meinungsbildnern… das ist alles extrem spannend für mich!

Was ist das Schönste an Deinem Beruf?

Kurz vor dem Druck der Zeitschrift, wenn ich den sogenannten Strukturplan, also die Dramaturgie der einzelnen Ausgabe zusammenstelle – das liebe ich. Welcher Text kommt an welche Stelle, wo kommt welches Inserat hin? Es ist wie ein riesengrosses Sudoku, ein Puzzle, das ich zusammenstelle.

Worüber schreibst Du am liebsten?

Medizinisch über Alzheimer. In meinen Kolumnen, die ich schon in Tageszeitungen hatte, über Beziehungskomik. Das schöne ist ja aber eigentlich, dass ich überhaupt von Berufes wegen schreiben kann. Und das in verschiedenen Gebieten. Man kann sich ausprobieren, mit Sprache spielen! Sprache vermag zu provozieren, zu berühren. Das finde ich toll. Ich mag es, die Menschen gedanklich in meinen Kopf zu versetzen.

Wenn Du Dir einen Interviewpartner wünschen dürftest, wer wäre das? Und was würdest Du die Person fragen?

Ich hätte sehr gerne Ingeborg Bachmann interviewt. Ich liebe ihre Texte. Ich hätte sie gefragt, warum sie sich die Beziehung mit Max Frisch angetan hat und warum sie sich nicht für die Diffamierung in seinem Werk Stiller gerächt hat. Aber sie ist viel zu früh gestorben.

Wie lange brauchst Du, um eine Seite, die veröffentlicht werden soll fertig zu stellen?

Das ist ganz unterschiedlich. Texte mit viel Recherche brauchen natürlich länger, vielleicht sogar Tage. Kolumnen und Glossen gehen in einem Wisch, also mit ca. einer Stunde Aufwand.

Hast Du schon mal für eine gute Story etwas geschrieben, was so gar nicht passiert ist?

Bei fachlichen Texten nein – never ever! Das ist für Journalisten ein absolutes NO GO. Meinen Blog aber sehe ich als literarisches Werk, da wird im Sinne des Storytellings auch mal eine Story zurechtgebogen, damit die Pointe sitzt.

Woher bekommst Du Deine Informationen?

Durch Recherche. Google weiss vieles! Ausserdem frage ich bei den offiziellen Stellen nach. In meinem Fall also bei Professoren, Kliniken, Gesellschaften. Auch ein Beziehungsnetz an Informanten ist wichtig. Fakten müssen immer geprüft werden. Bei den Nachrichten ist heute das Problem, dass wir als Konsumenten, als Leser, immer sofort mit dabei sind. Dank Twitter und co. wissen wir immer sofort, wenn etwas auf der Welt passiert ist. Die Medien müssen möglichst schnell infomieren, um kompetitiv zu sein. Da können leider Fehler passieren. Früher hatten die Journalisten mehr Zeit, zu einem Thema zu recherchieren. Heute muss das alles ganz schnell gehen. Dass es da zu sog. Zeitungsenten, Neudeutsch Fake News, kommen kann, liegt auf der Hand. Deshalb: Immer nur glauben, was von mehreren Medien belegt wird. Seriöse Medien hauen nicht direkt irgendwelche News raus, sondern recherchieren zuerst.

Für wen schreibst Du, wer liest Deine Texte?

Beruflich werden meine Texte von Ärzten gelesen. Ich scheibe für Ärzte.

Schreibst Du lieber für das Internet oder eine Zeitung aus Papier?

Das Internet ist vergänglich, auch wenn man sagt, dass das Internet nichts vergisst. Was heute im Netz steht, hat man morgen schon wieder vergessen. Ein Artikel im Print ist aber für die Ewigkeit. Erscheint ein Artikel von mir in einem Magazin, z.B. der Brigitte MOM, bin ich sehr stolz und tagelang aufgekratzt.

 


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Hummus für Faule – ideal als Tatortsnack

Schnelles Hummus mit viel Korriandergrün

Ich bin bekennender Tatortfan. Und ich bin heilfroh, daß ich sonntags meistens ab viertel nach acht gemütlich auf meinem Sofa sitzen und mitfiebern kann. Das war freilich nicht immer so, denn in den vergangenen zehn Jahren war immer mindestens ein Kind zu dieser Zeit wach. Wer es jetzt nicht mehr erwarten kann, daß die Kinder größer werden und dann zur Crimetime schlafen, den muß ich dann enttäuschen. Bei uns ist dann Elternzeit und die Kinder dürfen wach, müssen aber in ihrem Zimmer sein.
Für uns Eltern heißt es dann rauf auf die Couch und meistens Wäsche falten. Dazu gibt es dann oft noch einen Snack.
Ich habe meine Liebe zu gematschten Kichererbsen entdeckt und mache ganz oft Hummus.

Hummus aus Kichererrbsen, Korriander und Gewürzen

Und weil das bei mir alles immer ganz schnell gehen muß, gibt es auch ein schnelles Hummus.
Die wichtigste Zutat bei meiner Version ist Koriandergrün.
Das Rezept ist so schnell zubereitet, daß du es fertig hast, bevor der Vorspann zu Ende ist. Möchtest Du die leckeren Pastabrötchen von Herrn Grün dazu essen, brauchst Du eine etwas längere Vorlaufzeit.

Aber ich verspreche Dir auf jeden Fall auch bei weniger zeiteinsatz eine Duft und Geschmacksexplossion. Einzige Bedingung: Du verwendest für dieses Hummus qualitativ hochwertige Zutaten.

Schnelles Hummus zum Dippen

Kichererbsen für schnelles Hummus

Zutaten:

1 Dose Kichererbsen, 400 g
1 Bund frisches Korriandergrün
1 Knoblauchzehe
3 TL Zitronensaft, frisch gepresst
1 TL Salz
1/2 TL Kreuzkümmel (frisch gemahlen)
sehr gutes, fruchtiges Olivenöl

Zubereitung:

Die Kichererbsen in ein Sieb geben und so lange abspülen, bis die abtropfende Flüssigkeit klar ist. Danach alle Zutaten in einen Multizerkleinerer geben und fein zerkleinern. (Geht auch mit dem Pürrierstab prima). Jetzt so viel Olivenöl hinzugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Olivenöl und Korrianderblättern aufhübschen und genießen.
-> mit frischem Brot
-> mit oben erwähnten Pastabrötchen
-> mit aufgebackenem Fladenbrot
-> Dinkel Joghurt Cräcker
-> Gemüsesticks oder was Dir dazu schmeckt.

Schnelles Hummus mit Pastabrötchen von Herrn Grün

Wer mehr Zeit investieren will, der kocht sich die Kichererbsen selbst und wer experimentierfreudig ist, der verwendet das Kichererbsenwasser (nennt man wohl auch Aquafaber)  aus den Dosenkichererbsen weiter und zaubert eine vegane Schokomousse daraus.

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Die Rotzlöffelrepublik (Buchrezension)

Letzte Woche war großes Abschiednehmen bei uns: Die Jüngste hat ihr Vorschuljahr im Kindergarten beendet und wird Mitte September Erstklässlerin. Ich gebe zu, nach acht Jahren in einer wundervollen Einrichtung war der Abschied sehr tränenreich. Ich habe die vergangenen acht Jahre als Kindergartenmutter als eine sehr angenehme Zeit erlebt. Meine Kinder waren nicht nur aufgehoben, sondern wurden rundum behütet. Sie bekamen Hilfe zur Selbsthilfe ganz im Sinne von Maria Montessori und konnten sich zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickelt. Manchmal anstrengend, denn eigenständige Persönlichkeiten besitzen auch einen durchaus eigenständigen Willen. Aber bestens auf das Leben nach dem Kindergarten vorbereitet.

Betrachtet man alleine die mediale Präsenz von Kinderbetreuungseinrichtungen, zeichnet sich ein völlig gegensätzliches Bild: Unzufriedene Eltern und ausgebrannte ErzieherInnen. Die Gründe sind vielfältig: Unzureichende Öffnungszeiten, schlechte Verpflegung, pädagogische Vorgehensweisen auf Seiten der Eltern.  Personalmangel, unerzogene Kinder und überzogene Forderungen von Eltern seitens der Einrichtungen.
Zwei Erzieherinnen haben jetzt ein Buch geschrieben: In Die Rotzlöffelrepublik kommt all das auf den Tisch, was sie schon lange nervt. Was sie mürbe macht und den Traumjob zum Albtraum werden läßt.

Die Rotzlöffelrepublik – die AutorInnen

Die beiden Autorinnen Tanja Leitsch und Susanne Schnieder sind beides Pädagoginnen mit Praxiserfahrung. Die eine Diplom-Pädagogin und Systemischer Coach, die andere KiTa-Leiterin, Tanzpädagogin, Systemischer Gesundheitscoach und Referentin in der Jugend- und Erwachsenenbildung.
Um ihre Erfahrungen in Worte zu fassen wurden sie vom Ghostwriter Carsten Tergast (bekannt als Autor von Warum unsere Kinder Tyrannen werden) unterstützt.

Aus dem Inhalt des Buches Die Rotzlöffelrepublik

Auf der Verlagsseite wird das Buch als Streitschrift bezeichnet und der Klappentext klingt sehr vielversprechend: Dieses Buch erzählt wahre Geschichten aus dem Leben, die zeigen, inmitten welchen Wahnsinns aus pädagogischen Modellen, überforderten Eltern und bildungspolitischen Trugschlüssen sich der Alltag von Erzieherinnen und Erziehern mittlerweile abspielt.

Auf circa zweihundert Seiten erzählen die AutorInnen aus einem KiTa-Alltag, in dem Eltern, Kinder und der Staat unmenschliche Ansprüche an die Erzieher stellen. Auf etwa zwanzig Seiten werden Verbesserungsvorschläge gemacht, um den Alltag zu erleichtern.

Der Staat ist schuld

Es helfe niemanden, wenn Erzieher plötzlich Entwicklungsbegleiter und Potentialentfalter (S.23) genannt werden würden, durch Kosteneinsparungen aber katastrophale Zustände in den Einrichtungen herrschten. Es werden Gruppengrößen, Hygienebedingungen und Lärmbelastung angeführt: Zu viele Kinder, zu wenig Personal, zu viel Aufwand und Aufgaben jenseits der eigentlichen Kinderbetreuung, das ist der Alltag (S.43) Seitdem es ein staatlich garantiertes Anrecht auf einen Betreuungsplatz gibt hat sich die Situation noch zusätzlich verschärft. Besonders belastend sei gerade, daß ein zu viel an Bürokratie, keine Zeit für das Wesentliche mehr läßt. Aus Angst vor juristischen Auseinandersetzungen muß jeder noch so kleine Vorfall in der Einrichtung dokumentiert werden (S.42). Die Zeit für die Dokumentation fehlt später für die Gruppe.
Ständige Weiterbildungen bringen nicht wirklich etwas, denn grau ist alle Theorie. Der Markt für Weiterbildungs- und Qualitätssysteme ist sehr hart umkämpft. Jeder möchte etwas vom großen Kuchen abbekommen. Doch Illusion und Realität in der Kita-Welt (S.133) unterscheiden sich gewaltig.

Die Eltern sind ganz besonders Schuld

Das Schlimmste an der Situation in KiTas scheinen aber die Eltern zu sein. Sie bringen ihre Kinder krank in die Einrichtungen und verlangen, daß ErzieherInnen vor den Kindern auf Knien rutschen. Das Konzept der Teilhabe, bei dem Kinder und Eltern ihre Themen und Ansichten mit in den KiTa-Alltag einbringen können erscheint den Autoren als nicht durchführbar: Ein Riesenthema ist die falsch verstandenen Partizipation (S.104). Das konkrete Beispiel handelt von einem erkälteten Kind, das auf das Frühstücksbrot einer Erzieherin niest, die darauf am nächsten Tag mit Herpes zur Arbeit kommt. Es sollte den Eltern nicht selbst überlassen werden, wann ein Kind zu krank für die Betreuungseinrichtung ist.
Sowieso seien Eltern unfähig. Ihnen selbst mangle es an Respekt. Unterstrichen mit dem Beispiel einer Mutter, die eine Erzieherin als arrogante Ziege (S.202) bezeichnete.
Eltern seien nicht mehr in der Lage ihre Kinder zu erziehen, denn es läßt sich leicht erkennen, dass es sich bei dieser Art von Erziehung eigentlich eher um Nicht-Erziehung handelt (S.127) und die AutorInnen wagen einen düsteren Blick in die Zukunft, wenn Kita-Kinder groß werden (S.203).

Fazit: Viel Lärm um eine wichtige Sache

Nachdem ich verschiedene Stimmen im Netz zu diesem Buch gelesen hatte, war ich sehr neugierig. Frida, die auf ihrem Blog 2kindchaos eine Rezension veröffentlichte, legte das Buch recht schnell zur Seite, weil sie vom Ghostwriter gleich auf die pädagogische Richtung schloß. Ich habe das Buch bis zum Ende gelesen, weil ich auf die Verbesserungsvorschläge gespannt war. Ob das Buch neue Ideen und Herangehensweisen liefern würde. Noch auf Seite 204 wird versprochen, das es Aufschrei, Hilferuf, Zustandsbeschreibung, Hinweis und Verbesserungsvorschlag in einem sein sollte.
Diese Erwartung wurde leider nicht so richtig erfüllt.
Beim Lesen des Buches wird schnell klar: Der Aufschrei ist gelungen, die Schuldigen sind schnell gefunden. Ich bin überzeugt, dass der reißerische Ton, den der Ghostwriter verwendet, bei einer breiten Masse großen Anklang findet, diejenigen, die es aber auch betrifft, die Eltern lediglich verletzt zurückläßt.
Es werden Geschichten vom Hörensagen erzählt, das heißt extreme Fälle werden geballt so erzählt, als kämen sie tagtäglich in jeder Einrichtung so geballt vor.
Bei den Verbesserungsvorschlägen werden die Kinder und die Eltern einfach stehen gelassen. Die AutorInnen wünschen sich -überspitzt ausgedrückt- mehr Urlaub, mehr Flüssigseife und jemanden, der die Dokumentation übernimmt. Den Eltern würden sie gerne Elterncoachings verordnen.
Wichtige gesellschaftliche Aspekte werden völlig ausgeblendet: Zum Beispiel haben manche Eltern einfach keine andere Möglichkeit, als das Kind nach überstandener Krankheit schnellstmöglich wieder in der Einrichtung betreuen zu lassen, aus Angst um ihren Arbeitsplatz.

Es ist wichtig über dieses Thema zu sprechen und Mißstände aufzuzeigen. Aber ob das mit Schuldzuweisungen klappt?


Details zum Buch

Die Rotzlöffelrepublik
Tanja Leitsch, Susanne Schnieder
232 Seiten
Hardcover, Schutzumschlag
ISBN-13 9783711001337
Preis: €20,00

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Was macht man eigentlich als …?
~Hebamme~

Jana Friedrich Hebamme

Weiter geht es in der Reihe Berufsfindung für Kinder. Meine Kinder stellen Erwachsenen Fragen zu ihrem Beruf und bekommen tolle Antworten darauf. Das letzte Mal ging es um den Beruf des Kochbuchautors und Herr Grün stand Rede und Antwort.
Heute geht es um Babys und wie sie auf die Welt kommen. Meine Kinder sind zu Hause auf die Welt gekommen und gerade die Jüngste interessiert sich sehr für das Thema Babys, Hebamme und wie das alles so funktioniert. Sie fragte die Berliner Hebamme Jana Friedrich zum Beispiel ob eine Hebamme ihre eigene Hebamme sein kann.
Jana ist seit über 17 Jahren in ihrem Beruf tätig und strahlt Ruhe, Gelassenheit und Kompetenz aus. Genau das, was man sich als Schwangere von seiner Hebamme wünscht oder?

Hallo Jana,

ich bin K3. Vor fünf Jahren war eine Hebamme bei meiner Geburt dabei. Ich bin echt in unserer Badewanne zu Hause geboren. Meine Freundinnen finden das lustig und können sich das gar nicht vorstellen. Die sagen nämlich, man kann nur im Krankenhaus Kinder bekommen. Aber ich habe einen Lieblingsfilm, der heißt „Willi will’s wissen – wie kommen die Babys auf die Welt?“, da ist das ganz genau erklärt. Auch wie die Babys in den Bauch kommen hi hi.

Aber sag mal, wie kann ich denn selbst Hebamme werden? Ist das Schwierig?

Die Berliner Hebamme Jana Friedrich lebt und liebt ihren Beruf bereits seit über siebzehn Jahren.

Du solltest an die 17, besser 20 Jahre alt sein und einen Realschul- oder gleichwertigen Schulabschluss besitzen. Wenn du einen Hauptschulabschluss hast, brauchst du noch zusätzlich eine mindestens zwei-jährige Ausbildung. Dann kannst Du bei einer der 58 Hebammenschulen nachfragen, ob Du die Ausbildung zur Hebamme machen kannst. Du mußt 1600 Stunden in der Hebammenschule lernen. Dazu kommen noch 3000 Stunden, in denen Du unter Anleitung von erfahrenen Hebammen praktisch alles lernst, um Müttern und Babys in allen Situationen vor, während und nach der Geburt zu helfen.

Seit wenigen Jahren kannst Du den Beruf Hebamme auch an der Universität in einem Studium erlernen.
Aber es gibt sehr viele junge Menschen, die den Beruf erlernen wollen und nicht jede(r) bekommt einen Ausbildungs- oder Studienplatz.

Was bedeutet das Wort HEBAMME eigentlich genau?

Ursprünglich hieß das Wort Hev(i)anna, was so viel bedeutet wie Großmutter, die das Kind vom Boden aufhebt und in die Familie aufnimmt. Später halfen ältere Nachbarinnen, die selbst schon geboren hatten den jüngeren Frauen durch die Geburt. Erst seit dem Mittelalter gibt es den Beruf der Hebamme. Damals wurden die Hebammen noch meist mit Naturalien bezahlt.

Warum bist Du Hebamme geworden?

Hebamme ist mein Traumberuf. Für mich ist es Berufung diesen Beruf auszuüben. Damit ist gemeint, daß ich das nicht nur mache, um Geld zu verdienen (reich wird man mit dem Beruf eh nicht), sondern weil ich sehr gerne Frauen in der Zeit rund um Schwangerschaft und Geburt beistehen möchte.

Was machst Du, während Du auf die Ankunft eines neuen Babys wartest?

Im Wochenbett ist es ganz wichtig regelmäßig das Gewicht des Neugeborenen zu überprüfen. So kann die Hebamme feststellen, ob sich das Baby gut entwickelt.

Ich überprüfe immer wieder, ob es der Frau gutgeht und was das Baby in ihrem Bauch macht. Das kann ich, indem ich den Bauch von außen abtaste und indem ich mit einem Hörrohr, oder einem Doptone-Gerät die Herztöne vom Baby abhöre.
Ich unterstütze die Frau, wenn sie starke Schmerzen hat. Ich schaue ob sie friert oder schwitzt, ob sie lieber stehen oder sitzen möchte, oder ob sie sich auf allen Vieren am wohlsten fühlt. Manchmal lasse ich ihr auch ein Bad ein, damit sie sich im warmen Wasser entspannen kann.

Kannst Du dich noch an alle Babys erinnern, bei deren Geburt Du geholfen hast?

Oh nein! Da ich eine Zeitlang als Hebamme im Krankenhaus gearbeitet habe, sind das ganz schön viele. Mehrere Hundert auf jeden Fall. Ich habe irgendwann nicht mehr mitgezählt.  Aber natürlich sind manche Geburten sehr eindrücklich, die vergisst man dann nicht.

Meine Mama mußte ewig auf mich warten. Sie erzählte mir, daß ich erst zwölf Tage nach dem bestellten Termin auf die Welt wollte. Was machst Du, wenn ein Baby mal nicht aus dem Bauch raus will, weil es ihm so gut in Mamas Bauch gefällt?

Eigentlich sollten sich die Kinder das selbst aussuchen dürfen, wann sie zur Welt kommen möchten. Denn es ist ganz unterschiedlich, wann Kinder fertig sind und geboren werden können. Allerdings gibt es Richtlinien, an denen sich alle Ärzte und Hebammen orientieren sollen und die sagen: ein Baby soll nicht länger als 10 Tage über den Termin gehen dürfen.
Da hilft manchmal schon dem Baby im Bauch zu erzählen, wer ihn alles draußen erwartet. Oder die älteren Geschwister sprechen mit dem Baby im Bauch und versuchen es so rauszukitzeln.
Es gibt noch ein paar Tricks, mit denen man versuchen kann, den Körper etwas zu überreden, mit der Geburt loszulegen. Aber die Wahrheit ist, meist machen die Kinder eh, was sie möchten und das ganze Überreden nützt wenig.

Die Hebamme zeigt, wie das Baby im Mutterleib liegt und auf das Einsetzen der Geburt wartet.
Jana zeigt, wie das Baby kurz vor der Geburt in der Gebärmutter im Mutterleib liegt. Die Versorgung mit Nährstoffen ist über Nabelschnur und Mutterkuchen gewährleistet.

Kann man von außen sehen, ob das Baby ein Junge oder Mädchen ist?

Viele Menschen behaupten, man könnte an der Bauchform das Geschlecht ablesen. Oder daran, ob die werdende Mutter lieber Süßes oder saures in der Schwangerschaft essen mag.
Aber das ist alles Quatsch. Man kann es weder von außen sehen noch fühlen.

Hast Du auch Kinder und wenn ja, warst Du Deine eigene Hebamme?

Ja, ich habe zwei Kinder. Und ich hatte selbst auch eine Hebamme, die mir zur Seite gestanden hat. Während der Geburt muß sich eine Gebärende ganz auf sich und das Baby konzentrieren können. Das funktioniert am Besten, wenn jemand anderes den Überblick behält und notfalls eingreifen kann.
Als meine Kinder geboren wurden ist aber etwas sehr witziges passiert. Ich war als Mutter überglücklich und kuschelte mit ihnen. Aber zwischendurch war da auch die Hebamme in mir, die checkte, ob meine Kinder schon schön rosig aussehen und ob sie gut ankommen, auf der Welt. So ganz kann man das Hebamme-sein also doch auch nicht abschütteln.

Herzlichen Dank, daß Du meine Fragen beantwortet hast. Ich mag das mit den Babys und den Geburten. Ich glaube, das kommt in die engere Auswahl. Aber ich habe ja noch ein paar Jahre Zeit zum Überlegen!

Sehr gerne! Es ist ein sehr schöner Beruf aber da gibt es ja auch noch soooooo viele Andere.

Mehr zur Hebammen Ausbildung kann man hier nachlesen.


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Erschöpfte Kleinkindeltern

Während ich das Baby stille hat die Zweijährige statt die Toilette die Hose fürs Pippi verwendet und heult ganz fürchterlich. Schließlich hat Mama gerade jetzt keine Zeit. Langsam wundere ich mich, weshalb es so ruhig draußen im Garten ist. Als Kleinkindmutter weiß ich nämlich ganz genau: zu lange andauernde Stille bedeutet Chaos, Katastrophe oder der Zustand kurz davor.

An diese Situationen muß ich denken, wenn wieder jemand in den sozialen Medien und in meinem Umfeld stöhnt: frustrierte und vor allem erschöpfte Kleinkindeltern sind oft am Ende ihrer körperlichen und seelischen Möglichkeiten. Ständige Verfügbarkeit, Schlafmangel und unkontrollierte Wutausbrüche gehören zu den anstrengenden Seiten des Elterndaseins. Die Gründe weshalb Kleinkindeltern am Rande ihrer Kräfte haushalten sind zahlreich. So kommt es, das Eltern manchmal vor Erschöpfung weinen, eine unbändige Wut auf die Schlaflosigkeit haben und schier verzweifeln, wenn Papa endlich nach Hause kommt und das Kind sich von ihm partout nicht beruhigen läßt. Dann freut man sich als Eltern sogar über “Geht-so Nächte”.

Liebe Kleinkindeltern! Ich möchte Euch Mut und Hoffnung machen durchzuhalten, und unter der Erschöpfung nicht zusammenzubrechen. Ich fühle noch sehr genau, wie es Euch geht. Aber es gibt die eine gute Nachricht: Es wird alles anders!

Ich selbst als Kleinkindmutter

Aber ich will Euch kurz meine Geschichte erzählen: Meine Mädels sind 24 Monate und 30 Monate auseinander. Das war so geplant, denn wir waren der Meinung es gäbe keinen geeigneten Abstand. Nicht bedacht hatten wir dabei, daß wir dadurch keine Entlastung durch eine Betreuung außer Haus haben würden. Aus verschiedenen Gründen kamen alle drei mit knapp 3 Jahren in den Kindergarten und waren vorher fast ausschließlich zu Hause.
Also war immer ein zweijähriges Geschwisterkind da, wenn ein weiteres Kind geboren wurde. Und es kam ein neues Menschlein immer dann hinzu, wenn das ältere gerade so durchschlief.
Zusammengerechnet hatten wir demnach acht Jahre Kleinkindzeit. 24 Stunden, 7 Tage die Woche, das ganze Jahr. Ohne Großeltern oder viel andere Unterstützung.
Jetzt sind die Mädels 10, 8 und 6 und die Kleinkindzeit ist definitiv vorbei. Ab Herbst habe ich drei Schulkinder und bin bereit für neue Abenteuer.

Ich will alles und zwar sofort

Mit einem Säugling begann ich nach fünf Monaten wieder als Freelancerin zu arbeiten. Die große Tochter schlief tagsüber sehr viel und ich brauchte etwas für mein Hirn zu tun. Sie sprach ja noch nicht und wir wohnten erst seit einem knappen Jahr am neuen Wohnort, wo ich noch niemanden kannte.
Die Zeit mit dem ersten Kind war relativ unkompliziert. Klar gab es schlechte Tage und Nächte. Etwa wenn ein neuer Zahn  kam oder monatelang jeden Abend Bauchweh auftrat. Uns Eltern erschien das manchnal sehr anstrengend, aber rückblickend gesehen war ein Kind easy.
Weil alles so gut lief bewarb ich mich auf eine Stelle, als die Große nicht ganz eineinhalb war. Ich wollte so dringend die Bestätigung durch den Job. Zeigen, was ich konnte. Erfolgreich sein. Ich war mir sicher: alles kein Problem.
War es dann doch. Trotz prima Betreuung für das Kind war es ein Problem. Als dann auch noch das zweite Kind hinzukam implodierte die Situation: Kleinkinder und verständnisloser Arbeitgeber passen nicht zusammen. Der befristete Vertrag lief aus und das Arbeitsverhältnis im Sande.
Wir entschieden uns für ein drittes Kind und paff war ich zurück am Anfang.

Wann kommt das Kind endlich in den Kindergarten?

Waren die beiden ersten Kinder Anfängerkinder (rückblickend gesehen, IN der Situation fühlte es sich natürlich ganz anders an), so war unser Nesthäkchen ein Baby für Fortgeschrittene. Erst lies sie sich nach dem Entbindungstermin noch mal 12 (!!) Tage Zeit bis zum ersten Auftritt, war aber dann vom ersten Moment an hundertprozentig präsent. Schlafen? Notfalls im Tragetuch. Trinken? Gerne und bitte ständig.
Ihr lieben Kleinkindeltern, die ihr gerade mitten durch diesen Lebensabschnitt geht: alleine beim Schreiben spüre ich es wieder: ständig und immer verfügbar sein zu müssen kann die Hölle sein! Die Jüngste lebte quasi zwei Jahre auf meinem Arm. Immer dicht an mir dran, immer dabei. Nur ich durfte sie ins Bett bringen und bitte einschlafstillend. So sehr ich das Stillen genoß, so sehr haßte ich es irgendwann auch. Weil es immer immer meine Anwesenheit erforderte.
Es streßte mich so, weil ich so viele Ideen und Pläne hatte, die ich umsetzen wollte. Jetzt sofort! Und ich wünschte so sehr, daß bald das Kindergartenalter erreicht war. Wünschte mir die Alleinherrschaft über meinen Körper zurück. Und hatte die Hoffnung, daß der Kindergarten alles besser machen würde. Ich war innerlich so ungeduldig mit mir, dass ich irgendwann vor lauter Familie und Arbeit (die ich “nebenbei” erledigte) eines Morgens im Bad mit Kreislaufkollaps zusammenbrach.

Genieß die Zeit, so lange die Kinder noch klein sind!

Schon mal gehört den Satz? Oder den: “Sie werden so schnell groß!”
Das sagen ja Eltern von größeren Kindern gerne mal. Hilft aber in der Situation als Kleinkindeltern so rein gar nichts. Im Gegenteil, mich machte das eher agressiv und neidisch, weil die, die da so schön daherredeten durch den Schlamasel schon durch waren – während ich noch mittendrin steckte.

Und doch denke ich jetzt manchmal mit Wehmut an die Tage zurück, an denen ich mir wünschte, ich könne am Gras ziehen damit es schneller wächst. Statt mich völlig auf die Kinder zu konzentrieren und mich auf sie einzulassen. Über mir schwebten immer die gesellschaftlichen Konventionen Job, Haushalt, Kinder und Ehe unter den perfekten Hut bringen zu müssen. Und meine verdammten Ansprüche an mich selbst.

Sei gnädig zu Dir selbst!

Dein schlimmster Kritiker bist wahrscheinlich du selbst. Sicherlich machst du als Mutter oder Vater nie alles richtig. Aber was ist in diesem Fall schon richtig? Es gibt Tage, an denen flutscht es. Und es gibt Tage, die schon mit einer beschissenen Nacht beginnen und kein Potential haben noch gut zu werden. Auch die gehen rum. Und wenn die Wäsche liegen bleibt, es kein selbst gekochtes Essen gibt oder man von Selbstzweifeln geplagt ist: Du gibst alles für deine Kinder und nur das ist es was zählt. Wenn heute der Satz “Es ist alles nur eine Phase” völlig bescheuert in deinen Ohren klingt, weil nun mal gerade eine beschissene Phase ist: Sie geht wirklich vorbei und es kommen andere Phasen. Nicht weniger intensiv und manchmal auch anstrengend. Aber zumindest schläfst du bis dahin wieder durch. Versprochen!

 

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Auf de Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Ich muß es erst perfekt können, bevor ich glaubwürdig darüber schreiben kann!
So dachte ich in den letzten Jahren und schrieb nur hin- und wieder Artikel zum Thema Nachhaltigkeit.
Aber es wird wohl nie dazu kommen, dass ich in meinem 5-Personenhaushalt keinen Müll mehr produziere, mich ausschließlich gesund ernähre, und keine Dinge mehr kaufe, von denen ich nicht weiß wer sie wie gemacht hat.
Deshalb nehme ich Dich jetzt einfach mit auf meinem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Und ich wünsche mir ganz viel Feedback zu meinen Ideen und Gedanken.

Bei mir begann alles mit einem Tick.

Information ist alles oder?

Seit ich lesen kann, muß ich alle Packungsrückseiten und Inhaltsstoffe lesen. Das ist wie ein innerer Zwang. Entwickelt hat sich das wohl in der Zeit des Lesenlernens, als mir plötzlich eine ganz neue Welt offenstand: ich konnte mich selbst informieren!
Als ich dann mit dem ersten Kind schwanger war, beschäftigte ich mich intensiv mit dem Thema Ernährung und Inhaltsstoffen von (verarbeiteten) Lebensmitteln. Im Laufe der Jahre wurde das Thema immer größer und ich wollte wissen, woher meine Kleidung kommt oder wie ich Verpackungsmüll vermeiden kann. Zusätzlich zu den Konsumfragen des täglichen Lebens stellte sich mir auch die Frage, wie ich den ganzen Ballast aus Keller und Kinderzimmer sinnvoll loswerden konnte und neuen Ballast möglichst vermeide.

Das Problem: je mehr ich informiert bin, desto mehr Informationen möchte ich haben. Doch zu viel Information führt zu dem Dilema, dass ich kaum noch entscheiden kann, was richtig für mich ist. Nehmen wir mal das Beispiel Schuhe: kaufe ich Lederschuhe oder lieber vegane Schuhe. Die Lederschuhe kann ich im besten Fall zehn Jahre tragen. Wenn sie allerdings herkömmlich gegerbt sind, ist das eine ziemliche Umweltbelastung. Die veganen Schuhe sind zwar lederfrei, haben wegen der Haltbarkeit aber meistens eine Kunststoffsohle und sind einfach nicht so strapazierfähig wie die Lederschuhe. Dann brauchen die Kinder für die Schule auch jeweils Hallen- und Sportplatzturnschuhe. Die gibt es schon mal gar nicht plastikfrei und wenn ich doch ein mögliches Paar nach langer Recherche im Netz aufgestöbert habe, dann ist der Preis für drei Mal zwei Schuhpaare (pro Halbjahr) völlig utopisch.

Über den Tellerrand geschaut: Das Thema Nachhaltigkeit woanders

Was mir bei meinem Dilemma wie mache ich es richtig immer wieder hilft, ist bei anderen zu schauen, wie sie das machen. Hauptsächlich im Netz, denn in meinem näheren Umfeld ist es das Thema noch nicht richtig angekommen.

Zum Glück gibt es das Internet und meine Filterblase in der sich viele Menschen Gedanken machen, wie man nachhaltiger leben kann. Rachel Suhre, die auf der Familienbloggerkonferenz denkst einen Vortrag zum Thema Nachhaltigkeit in der Familie hielt rief zum Beispiel erst kürzlich zu einer Instagram Challenge auf und fordert #nachhaltigJETZT. Es ging darum einfach mal den Lebensstil zu analysieren und in kleinen Schritten nachhaltiger zu handeln. Wie viele Menschen mitgemacht haben, zeigt auch die Aktualität des Themas.

Mit Andrea Zschocher bin ich auch immer wieder im Gespräch zu diesem Thema. Wir sprechen zum Beispiel über Kleidung und sind uns einig: Billigkleidung? Nicht für uns! Doch wir erkennen auch Unterschiede, was die Möglichkeiten angeht nachhaltig zu leben. Andrea lebt in Berlin. Dort gibt es zum Beispiel an jeder Ecke Eis aus Eigenproduktion. Sind wir hier im eher ländlich geprägten Raum unterwegs, haben wir oft keine Alternative zu dem einen Eishersteller, der die Schleckeisindustrie in ganz Europa dominiert.

Bei Bettina Appelt ist Nachhaltigkeit auch immer wieder Thema. Auch wenn der Titel Nachhaltigkeit: Das tägliche Scheitern von 15 Bloggern negativ klingen mag. Es zeigt uns, daß viele Veränderungen einfach ihre Zeit brauchen und wir nicht alleine mit unseren Herausforderungen im täglichen Leben sind.

Eine großartige Inspiration ist für mich die Journalistin Nadine Schubert, die in einem Interview zu ihrem Buch Besser leben ohne Plastik feststellte, daß das Thema plastikfrei Leben die ganze Gesellschaft angeht und nicht nur die Bildungsbürger beschäftigt. Sie gibt auf ihrem Blog Tipps zum plastikfreien Leben, probiert viel selbst aus und ist so ehrlich, Dinge die sich langfristig nicht bewährt haben zu benennen. Und gerade las ich, daß im September ihr neues Buch erscheint, ich bin gespannt!

Florian Schreckenbach und Leena Volland begleiten mich mit ihrem Blog und dem Buch Dein Weg zur Nachhaltigkeit. Viele Gedanken, die sie aufgreifen sind mir bekannt, manche völlig neu. Sie weiten den Begriff Nachhaltigkeit extrem aus. Denn es geht nicht nur um die Dinge, die ich konsumiere. Es geht um meine Einstellung, mein Handeln, wie gehe ich mit anderen Menschen um.

Ausblick

Ich habe in den vergangenen Jahren bereits viel geschafft. Statt fünf Gelber Säcke haben wir nur noch einen alle vier Wochen. Ich kaufe meine Milchprodukte im Glas und nehme Einkaufsnetze mit in die Obst- und Gemüseabteilung. An der Käse- und Wursttheke habe ich meine Glas- oder Porzellanbehälter dabei. Meine Bürsten sind aus Naturfasern und ich benutze Kosmetik ohne Mikroplastik. Wenn ich Klamotten kaufen muß, achte ich darauf woher sie kommen und woraus sie bestehen. Ich versuche so viel wie möglich vor Ort zu kaufen, statt im Internet zu bestellen.

Und doch sehe ich noch so viel Veränderungspotential den Alltag noch nachhaltiger zu gestalten. In den nächsten Wochen werde ich nun regelmäßig darüber berichten, wie ich das Thema angehe. Und auch meine Fragen und Zweifel nicht verschweigen.
Vor allem aber freue ich mich darauf, mich mit Dir auszutauschen und von Dir zu erfahren, wie weit Du bist auf dem Weg zu einem nachhaltigen Leben.

Welchen Lebensbereich möchtest Du noch optimieren?

 

Vom Glück in einer Demokratie zu leben #DubistDemokratie

#Dubistdemokratie

Meine Großeltern sind kurz vor dem Mauerbau mit ihren Kindern aus der DDR nach Westdeutschland geflüchtet. Meine Großeltern konnten viele Dinge einfach nicht länger ertragen. Meinem Großvater war es nicht mehr erlaubt in seinem Beruf zu arbeiten, die Familie mußte ihre Meinung in Bezug auf politische Dinge für sich behalten und wurde in beinahe allen Lebenslagen durch den Staat eingeschränkt.
Mein Mann und ich hingegen sind im Westdeutschland mit seinen demokratischen Strukturen aufgewachsen. Wir kennen es nicht mit unserer politischen Meinung hinter dem Berg zu halten. Wir kennen nicht die Angst vor der Staatssicherheit wenn wir mit anderen Menschen über Dinge sprechen, die uns angehen.
Noch viel weniger wissen unsere Kinder was es bedeutet in einer Diktatur zu leben. Und das ist gut so.

Und nun kommt das ABER. Wenn das so bleiben soll, dann müssen alle Demokratie leben und wir müssen den Grundgedanken von Demokratie unseren Kindern vorleben und weitergeben.

Doch was ist Demokratie?

Sprechen wir von Demokratie, meinen wir die Staatsform, die wir hier in Deutschland seit 1949 haben. Zuvor gab es zwischen 1918 und 1933 schon einmal eine ähnliche Staatsform, die aber aus verschiedenen Gründen nicht tragfähig war. Aus diesem Grund konnte der Nationalsozialismus die Macht an sich reißen und den einzelnen Bürger entmündigen.

Demokratie ist ein Begriff aus dem Griechischen und bedeutet frei übersetzt Herrschaft des Volkes. Im Grundgesetz sind grundsätzliche Regeln des gemeinsamen Miteinander geregelt, unter anderem auch die Staatsform (Artikel 20,1 GG): Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Es bedeutet aber nicht nur, daß alle Bürger die gleichen Rechte besitzen (Artikel 3, GG) sondern auch die gleichen Pflichten.
Jeder darf seine Meinung frei äußern (Artikel 5, GG), so lange sie nicht gegen das Grundgesetz verstößt.
Auch Ehe und Familie sind geschützt in der deutschen Demokratie. (Artikel 6, GG). Im gleichen Artikel werden auch Mütter hervorgehoben: Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft. (Artikel 6,4 GG). Weshalb eigentlich nicht auch Väter oder gleich Eltern?

Wie erklär ich es meinem Kind?

Wie erkläre ich meinem Kind, wie wichtig Demokratie ist und welche Bedeutung das für unser Leben hat?
Das ist gar nicht so schwierig wie es zunächste scheint. Meine Kinder sind schon in einem Alter, in dem sie prima verstehen können, was ohne Demokratie passieren würde. Wir unterhalten uns immer mal wieder darüber und gerade im Gespräch ergeben sich immer wieder spannende Gesichtspunkte:
Zunächst könnten wir könnten wahrscheinlich unsere Verwandtschaft im Ausland nicht mehr besuchen. Viel schlimmer wäre aber noch das Denkverbot, wie es die Große so treffend beschreibt. Zu Hause darf jeder seine Meinung sagen und wir akzeptieren sie auch. Ohne Demokratie unmöglich. Man würde in ständiger Angst leben aus nicht nachvollziehbaren Gründen staatlich verfolgt zu werden. Ganz schlimm wäre, daß keine Polizei und kein Richter helfen würde. Es gäbe Urteile ohne faire Verhandlungen.
Kleinere Kinder verstehen Demokratie anhand von Beispielen sehr gut. Martina nimmt Playmobilfiguren zu Hilfe.
Die Jüngste faßt Demokratie so zusammen: “Demokratie ist, wenn wir drei Kinder für Schwimmbad sind und die Eltern dann auch mitmüssen. Ob sie wollen oder nicht!”

Was können wir für die Demokratie tun?

Ohne die Beteiligung der Bürger gäbe es keine Demokratie. Nur wer mitmacht kann auch mitbestimmen und Einfluß nehmen. Dinge mitverändern.

Unsere Stimme erheben wenn uns Themen berühren

Am Beispiel der Mütter, die laut Grundgesetz besonderen Schutz genießen: Es klingt alles so toll, aber hier gibt es noch viel zu tun. Noch geben wir Mütter das Recht auf Selbstbestimmung mit dem positiven Schwangerschaftstest in der Hand ab. Wir haben zum Beispiel keine echte Wahlfreiheit wenn es um das Thema Geburt geht, weil man uns die Hebammen nimmt (hier geht es zum Hebammenprotest). Erschreckend, wo das endet. Nicht zuletzt dort, wo man plötzlich alleine ohne Hebamme ist, weil sie  im Nebenraum eine andere Geburt unterstützt.
Genauso wenig Wahlfreiheit besteht beim Thema Vereinbarkeit. Ob und wie viel ich arbeite so lange meine Kinder klein sind. Und wer bestimmt, wann sie alt genug sind?

Egal, ob mit oder ohne Kind. Als Frau muss man sich behaupten, sich von Fragen zur Familienplanung distanzieren, bekommt weniger Lohn für gleiche Arbeit. Von sexuellen Anspielungen und geringerer Wertschätzung möchte ich gar nicht reden.
Miriam, Dada & die Liebe

Also muß ich auf Mißstände aufmerksam machen. Natürlich immer in dem mir möglichen Rahmen. Daß der Rahmen anfangs scheinbar klein sein kann, später aber zu einer lauten Stimme werden kann, beweist uns Christine Finke immer wieder. Die Journalistin und Bloggerin wird nicht müde auf die Probleme von Alleinerziehenden aufmerksam zu machen und findet immer mehr Ohren bei den Medien und in der Politik. Sie hat auf das neue Unterhaltsvorschussgesetzt mit hingewirkt und dem Thema eine Stimme verliehen.

Vom Wahlrecht Gebrauch machen

Wir haben das Recht unsere Stimme abzugeben. Denjenigen zu unserem Vertreter zu wählen, der uns und unsere Anliegen mutmaßlich am Besten vertreten kann. Ich finde aber, wir haben die Pflicht zu wählen. Nicht zu wählen spielt den Populisten und Extremisten in die Hände. Denn die Anhänger derer, die unserer Demokratie Schaden zufügen wollen und unsere Rechte beschneiden möchten, die gehen auf jeden Fall zu Wahl. Das Beispiel der letzten Abstimmung in der Türkei macht das mehr als deutlich.
Geht zur Wahl, nehmt Eure Kinder mit und zeigt Ihnen ihre Möglichkeiten der Mitbestimmung! Denn #DubistDemokratie!

Wir sollten alle WÄHLEN gehen, denn ohne uns, ohne dich und mich, da gibt es bald keine Demokratie mehr! Jede Stimme zählt

Petra, Allerlei Themen

Diskussionsbereitschaft

Nicht jeder vertritt meine politische Meinung. Trotzdem muß ich im Gespräch bleiben. Meinen Standpunkt vertreten und immer wieder hinterfragen, ob der Gegenüber nicht doch gute Argumente hat. Relativ einfach machbar, wenn wir beide politisch eher in der Mitte angesiedelt sind. Schwerer, wenn der Eine extreme Meinungen und Ansichten sein Eigen nennt. Auch wenn es sich manchmal wie ein Kampf gegen Windmühlen anfühlt. Wir können nur im Gespräch bleiben, um unsere Mitbürger nicht an die Populisten zu verlieren.

Geht nicht der Hetze der Populisten auf den Leim. Diskutiert mit Eurem Umfeld. Überzeugt sie von der Wichtigkeit der anstehenden Wahlen. Klärt sie über die Populisten auf. Auch im Kleinen können wir ganz viel tun.

Tanja, Murmelmum

Und jeder sollte populistische Nachrichten zweimal hinterfragen ob er sie für bare Münze nimmt. Gerade wenn sie so schön in das eigene Weltbild paßt. Quellen prüfen und vor allem nach der Absicht der Nachricht suchen: was will der Autor damit erreichen. Oft löst sich dann ganz viel vermeintliche Wahrheit im Nichts auf.

Eltern prägen die Gesellschaft von morgen!

Wir als Eltern tragen eine große Verantwortung: in unserer Obhut lebt die Gesellschaft von morgen. Wenn wir unseren Kindern eine demokratische Staatsordnung wünschen, dann müssen wir ihnen vermitteln, wie wichtig Demokratie ist und daß jeder einzelne von uns etwas dafür tun kann. Denn #DUBISTDEMOKRATIE, der Staat kann immer nur so demokratisch sein wie seine Einzelteile: der einzelne Bürger.


Dir liegt das Thema Demokratie am Herzen? Dann mach mit bei der Blogparade #Dubistdemokratie von Allerlei Themen und Tollabea. Schreibe darüber auf Deinem eigenen Blog oder teile ein Bild mit dem Hashtag auf Deinen sozialen Kanälen.


Hier gibt es schon viele wunderbare Beiträge zum Thema:

  1. Demokratie ist wichtig für die Zukunft unserer Kinder: Die Anderl
  2. Den Kindern kann man mit Playmobil erklären weshalb Nichtwälen das Schlimmste ist: Jolinas Welt
  3. Wir alle können etwas verändern. Auch wenn politisch aktiv sein nicht einfach ist: Kind und Studium
  4. Wahlrecht ist auch Wahlpflicht: Wheelymum
  5. Meine Kinder sollen politisch aufwachsen! Murmelmama
  6. Demokratie müssen wir vorleben: Motzmama
  7. Natürlich ist Familie auch immer politisch: StadtLandMama
  8. Die Demokratie braucht Euch Frauen! Frau Chamaillon
  9. Nur in einer Demokratie kann ich meine Träume verwirklichen: Hallo liebe Wolke
  10. Warum ich meinem Baby das Buch eines Holocaust-Überlebenden kaufte: Eva meint`s gut
  11. Gehst Du wählen? Impressions of Life
  12. Die Ehe ist die kleinste Demokratie: Glucke und so
  13. Wer ist eigentlich der Bestimmer? Perlenmama
  14. Vereinbarkeit: Heute ist Musik