Was macht man eigentlich als …?
~Fachjournalistin~

Fachjournalistin Séverine Bonini

Lange hat es gedauert, heute habe ich ein neues Interview für Euch in der Reihe Berufsfindung für Kinder. Meine Kinder stellen Erwachsenen Fragen zu ihrem Beruf und bekommen tolle Antworten darauf. Das letzte Mal ging es um den Beruf der Hebamme und Jana Friedrich stand Rede und Antwort.

Medizinjournalistin Séverine Bonini
Séverine Bonini ist nicht nur Medizinjournalistin. Sie hat schon für viele verschiedene medien Texte geschrieben.

Diesmal geht es um einen ganz anderen Beruf: Die Neunjährige findet jetzt in der vierten Klasse langsam Gefallen daran Texte zu schreiben und zu redigieren. Noch sind es eher Erzählungen und Fantasiegeschichten, aber wer weiß, wohin sich das entwickelt.
Heute fragt sie bei Séverine Bonini nach, was genau sie in ihrem Beruf als Fachjournalistin macht.
Séverine arbeitet seit Jahren als medizinische Fachjournalistin. Sie ist seit Juli 2014 selbständig als Verlegerin medizinischer Fachzeitschriften und als freie Journalistin und Bloggerin (Mama on the Rocks) in den Bereichen Familie und Gesundheit tätig.

Kann jeder Journalist werden oder braucht man vorher eine besondere Ausbildung?

Das kann ich so pauschal nicht beantworten. Als Journalist tätig sein – sprich für Zeitungen, Magazine, Portale scheiben – kann heute de facto jeder – auch ein Blogger. Ist ein Blogger aber auch ein Journalist? Da scheiden und streiten sich die Geister. Ich stelle mir das so vor: Nur weil man gut kochen kann, wird man noch lange nicht Koch in einem 3*Restaurant – dafür braucht es Handwerk, und das lernt man in einer Journalistenschule. Ich selber habe Germanistik und Geschichte studiert – und nicht Journalismus. Allerdings bin ich eine Fachjournalistin, das heisst ich schreibe nicht für eine Tageszeitung o.ä., sondern für Fachzeitschriften. Hier kommt es mehr auf das inhaltliche Know-how an denn auf journalistisches Wissen.

Muß ich viel gelesen haben, bevor ich Journalistin werden kann? Damit ich alles weiß, worüber ich schreibe?

Um Journalistin sein zu können, solltest Du absolut sattelfest in Deiner Sprache sein. Mir hat da sehr geholfen, dass ich von Anfang an, also schon mit sieben Jahren, ganz ganz viel gelesen habe. Der beste Grammatiklehrer ist ein Buch. Und noch eins. Und noch eins. Ausserdem solltest Du viel schreiben. Du musst aber nicht über alles Bescheid wissen, bevor Du darüber schreibst. Als Journalist musst Du viel recherchieren können. Du musst wissen, wo Du Wissenslücken schliessen kannst. Was Du auch mitbringen musst: Du musst neugierig sein und darfst keine Angst davor haben, Fragen zu stellen.

Kennst Du Karla Kolumna? Fährst Du auch wie eine Verrückte auf einem Roller durch die Stadt?

Klar kenne ich Karla Kolumna. Allerdings zuallererst durch Benjamin Blümchen, den ich als Kind immer auf Kassette gehört habe. Bibi Blocksberg kenne ich erst jetzt durch meine Tochter. Ist das nicht cool, dass Karla Kolumna bei beiden vorkommt?! Ihr Name ist übrigens eine Alliteration. Das verwende ich selber sehr gerne als Stilmittel.

Wann hast Du Dich für den Beruf entschieden, was fasziniert Dich daran?

Ich wollte nicht Journalistin werden. Eigentlich wollte ich Schriftstellerin sein. Aber das ist ein brotloser Erwerb, wenn man nicht Joanne K. Rowling heisst. Ich studierte Germanistik, weil ich zumindest als Lektorin in einem Belletristik-Verlag arbeiten wollte. Aber die Einstiegsmöglichkeiten sind sehr gering.

links: Fachjournalistin Séverine Bonini, rechts: Séverine hat auch gedichte und Kolumnen veröffentlicht.
Links: Séverines Gedichtband mit dem Titel Tiefenflüge, rechts: Kolumne in der Blick am Abend

Als ich nach dem Studium eine Stelle als Fachredaktorin in einem medizinischen Fachverlag bekam, habe ich zugegriffen. Dort habe ich gelernt, Kongressberichte zu schreiben, Interviews zu führen und Zeitschriften zu kreieren. Heute bin ich nicht einfach Journalistin.

Praxis Depesche Titelseite
Séverine ist Verlegerin und Redaktorin (so heißt die Redakteurin in der Schweiz) des Ärzte Magazins Praxis depesche.

Ich bin Verlegerin und Chefredaktorin in meinem eigenen Verlag. Ich führe zwar noch Interviews mit Professoren, beauftrage jedoch unsere Redaktoren oder freie Journalisten, an Kongresse zu gehen und für unsere Magazine darüber zu berichten. Daneben bin ich freiberuflich als Journalistin in den Bereichen Familie und Gesundheit tätig, aber nur noch marginal. Meine Hauptarbeit ist heute das Führen meines Verlags. Ich habe Mitarbeiter und realisiere neue Verlagsprodukte, treffe mich mit Kunden, Lieferanten, Journalisten, Meinungsbildnern… das ist alles extrem spannend für mich!

Was ist das Schönste an Deinem Beruf?

Kurz vor dem Druck der Zeitschrift, wenn ich den sogenannten Strukturplan, also die Dramaturgie der einzelnen Ausgabe zusammenstelle – das liebe ich. Welcher Text kommt an welche Stelle, wo kommt welches Inserat hin? Es ist wie ein riesengrosses Sudoku, ein Puzzle, das ich zusammenstelle.

Worüber schreibst Du am liebsten?

Medizinisch über Alzheimer. In meinen Kolumnen, die ich schon in Tageszeitungen hatte, über Beziehungskomik. Das schöne ist ja aber eigentlich, dass ich überhaupt von Berufes wegen schreiben kann. Und das in verschiedenen Gebieten. Man kann sich ausprobieren, mit Sprache spielen! Sprache vermag zu provozieren, zu berühren. Das finde ich toll. Ich mag es, die Menschen gedanklich in meinen Kopf zu versetzen.

Wenn Du Dir einen Interviewpartner wünschen dürftest, wer wäre das? Und was würdest Du die Person fragen?

Ich hätte sehr gerne Ingeborg Bachmann interviewt. Ich liebe ihre Texte. Ich hätte sie gefragt, warum sie sich die Beziehung mit Max Frisch angetan hat und warum sie sich nicht für die Diffamierung in seinem Werk Stiller gerächt hat. Aber sie ist viel zu früh gestorben.

Wie lange brauchst Du, um eine Seite, die veröffentlicht werden soll fertig zu stellen?

Das ist ganz unterschiedlich. Texte mit viel Recherche brauchen natürlich länger, vielleicht sogar Tage. Kolumnen und Glossen gehen in einem Wisch, also mit ca. einer Stunde Aufwand.

Hast Du schon mal für eine gute Story etwas geschrieben, was so gar nicht passiert ist?

Bei fachlichen Texten nein – never ever! Das ist für Journalisten ein absolutes NO GO. Meinen Blog aber sehe ich als literarisches Werk, da wird im Sinne des Storytellings auch mal eine Story zurechtgebogen, damit die Pointe sitzt.

Woher bekommst Du Deine Informationen?

Durch Recherche. Google weiss vieles! Ausserdem frage ich bei den offiziellen Stellen nach. In meinem Fall also bei Professoren, Kliniken, Gesellschaften. Auch ein Beziehungsnetz an Informanten ist wichtig. Fakten müssen immer geprüft werden. Bei den Nachrichten ist heute das Problem, dass wir als Konsumenten, als Leser, immer sofort mit dabei sind. Dank Twitter und co. wissen wir immer sofort, wenn etwas auf der Welt passiert ist. Die Medien müssen möglichst schnell infomieren, um kompetitiv zu sein. Da können leider Fehler passieren. Früher hatten die Journalisten mehr Zeit, zu einem Thema zu recherchieren. Heute muss das alles ganz schnell gehen. Dass es da zu sog. Zeitungsenten, Neudeutsch Fake News, kommen kann, liegt auf der Hand. Deshalb: Immer nur glauben, was von mehreren Medien belegt wird. Seriöse Medien hauen nicht direkt irgendwelche News raus, sondern recherchieren zuerst.

Für wen schreibst Du, wer liest Deine Texte?

Beruflich werden meine Texte von Ärzten gelesen. Ich scheibe für Ärzte.

Schreibst Du lieber für das Internet oder eine Zeitung aus Papier?

Das Internet ist vergänglich, auch wenn man sagt, dass das Internet nichts vergisst. Was heute im Netz steht, hat man morgen schon wieder vergessen. Ein Artikel im Print ist aber für die Ewigkeit. Erscheint ein Artikel von mir in einem Magazin, z.B. der Brigitte MOM, bin ich sehr stolz und tagelang aufgekratzt.

 


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Was macht man eigentlich als …?
~Hebamme~

Jana Friedrich Hebamme

Weiter geht es in der Reihe Berufsfindung für Kinder. Meine Kinder stellen Erwachsenen Fragen zu ihrem Beruf und bekommen tolle Antworten darauf. Das letzte Mal ging es um den Beruf des Kochbuchautors und Herr Grün stand Rede und Antwort.
Heute geht es um Babys und wie sie auf die Welt kommen. Meine Kinder sind zu Hause auf die Welt gekommen und gerade die Jüngste interessiert sich sehr für das Thema Babys, Hebamme und wie das alles so funktioniert. Sie fragte die Berliner Hebamme Jana Friedrich zum Beispiel ob eine Hebamme ihre eigene Hebamme sein kann.
Jana ist seit über 17 Jahren in ihrem Beruf tätig und strahlt Ruhe, Gelassenheit und Kompetenz aus. Genau das, was man sich als Schwangere von seiner Hebamme wünscht oder?

Hallo Jana,

ich bin K3. Vor fünf Jahren war eine Hebamme bei meiner Geburt dabei. Ich bin echt in unserer Badewanne zu Hause geboren. Meine Freundinnen finden das lustig und können sich das gar nicht vorstellen. Die sagen nämlich, man kann nur im Krankenhaus Kinder bekommen. Aber ich habe einen Lieblingsfilm, der heißt „Willi will’s wissen – wie kommen die Babys auf die Welt?“, da ist das ganz genau erklärt. Auch wie die Babys in den Bauch kommen hi hi.

Aber sag mal, wie kann ich denn selbst Hebamme werden? Ist das Schwierig?

Die Berliner Hebamme Jana Friedrich lebt und liebt ihren Beruf bereits seit über siebzehn Jahren.

Du solltest an die 17, besser 20 Jahre alt sein und einen Realschul- oder gleichwertigen Schulabschluss besitzen. Wenn du einen Hauptschulabschluss hast, brauchst du noch zusätzlich eine mindestens zwei-jährige Ausbildung. Dann kannst Du bei einer der 58 Hebammenschulen nachfragen, ob Du die Ausbildung zur Hebamme machen kannst. Du mußt 1600 Stunden in der Hebammenschule lernen. Dazu kommen noch 3000 Stunden, in denen Du unter Anleitung von erfahrenen Hebammen praktisch alles lernst, um Müttern und Babys in allen Situationen vor, während und nach der Geburt zu helfen.

Seit wenigen Jahren kannst Du den Beruf Hebamme auch an der Universität in einem Studium erlernen.
Aber es gibt sehr viele junge Menschen, die den Beruf erlernen wollen und nicht jede(r) bekommt einen Ausbildungs- oder Studienplatz.

Was bedeutet das Wort HEBAMME eigentlich genau?

Ursprünglich hieß das Wort Hev(i)anna, was so viel bedeutet wie Großmutter, die das Kind vom Boden aufhebt und in die Familie aufnimmt. Später halfen ältere Nachbarinnen, die selbst schon geboren hatten den jüngeren Frauen durch die Geburt. Erst seit dem Mittelalter gibt es den Beruf der Hebamme. Damals wurden die Hebammen noch meist mit Naturalien bezahlt.

Warum bist Du Hebamme geworden?

Hebamme ist mein Traumberuf. Für mich ist es Berufung diesen Beruf auszuüben. Damit ist gemeint, daß ich das nicht nur mache, um Geld zu verdienen (reich wird man mit dem Beruf eh nicht), sondern weil ich sehr gerne Frauen in der Zeit rund um Schwangerschaft und Geburt beistehen möchte.

Was machst Du, während Du auf die Ankunft eines neuen Babys wartest?

Im Wochenbett ist es ganz wichtig regelmäßig das Gewicht des Neugeborenen zu überprüfen. So kann die Hebamme feststellen, ob sich das Baby gut entwickelt.

Ich überprüfe immer wieder, ob es der Frau gutgeht und was das Baby in ihrem Bauch macht. Das kann ich, indem ich den Bauch von außen abtaste und indem ich mit einem Hörrohr, oder einem Doptone-Gerät die Herztöne vom Baby abhöre.
Ich unterstütze die Frau, wenn sie starke Schmerzen hat. Ich schaue ob sie friert oder schwitzt, ob sie lieber stehen oder sitzen möchte, oder ob sie sich auf allen Vieren am wohlsten fühlt. Manchmal lasse ich ihr auch ein Bad ein, damit sie sich im warmen Wasser entspannen kann.

Kannst Du dich noch an alle Babys erinnern, bei deren Geburt Du geholfen hast?

Oh nein! Da ich eine Zeitlang als Hebamme im Krankenhaus gearbeitet habe, sind das ganz schön viele. Mehrere Hundert auf jeden Fall. Ich habe irgendwann nicht mehr mitgezählt.  Aber natürlich sind manche Geburten sehr eindrücklich, die vergisst man dann nicht.

Meine Mama mußte ewig auf mich warten. Sie erzählte mir, daß ich erst zwölf Tage nach dem bestellten Termin auf die Welt wollte. Was machst Du, wenn ein Baby mal nicht aus dem Bauch raus will, weil es ihm so gut in Mamas Bauch gefällt?

Eigentlich sollten sich die Kinder das selbst aussuchen dürfen, wann sie zur Welt kommen möchten. Denn es ist ganz unterschiedlich, wann Kinder fertig sind und geboren werden können. Allerdings gibt es Richtlinien, an denen sich alle Ärzte und Hebammen orientieren sollen und die sagen: ein Baby soll nicht länger als 10 Tage über den Termin gehen dürfen.
Da hilft manchmal schon dem Baby im Bauch zu erzählen, wer ihn alles draußen erwartet. Oder die älteren Geschwister sprechen mit dem Baby im Bauch und versuchen es so rauszukitzeln.
Es gibt noch ein paar Tricks, mit denen man versuchen kann, den Körper etwas zu überreden, mit der Geburt loszulegen. Aber die Wahrheit ist, meist machen die Kinder eh, was sie möchten und das ganze Überreden nützt wenig.

Die Hebamme zeigt, wie das Baby im Mutterleib liegt und auf das Einsetzen der Geburt wartet.
Jana zeigt, wie das Baby kurz vor der Geburt in der Gebärmutter im Mutterleib liegt. Die Versorgung mit Nährstoffen ist über Nabelschnur und Mutterkuchen gewährleistet.

Kann man von außen sehen, ob das Baby ein Junge oder Mädchen ist?

Viele Menschen behaupten, man könnte an der Bauchform das Geschlecht ablesen. Oder daran, ob die werdende Mutter lieber Süßes oder saures in der Schwangerschaft essen mag.
Aber das ist alles Quatsch. Man kann es weder von außen sehen noch fühlen.

Hast Du auch Kinder und wenn ja, warst Du Deine eigene Hebamme?

Ja, ich habe zwei Kinder. Und ich hatte selbst auch eine Hebamme, die mir zur Seite gestanden hat. Während der Geburt muß sich eine Gebärende ganz auf sich und das Baby konzentrieren können. Das funktioniert am Besten, wenn jemand anderes den Überblick behält und notfalls eingreifen kann.
Als meine Kinder geboren wurden ist aber etwas sehr witziges passiert. Ich war als Mutter überglücklich und kuschelte mit ihnen. Aber zwischendurch war da auch die Hebamme in mir, die checkte, ob meine Kinder schon schön rosig aussehen und ob sie gut ankommen, auf der Welt. So ganz kann man das Hebamme-sein also doch auch nicht abschütteln.

Herzlichen Dank, daß Du meine Fragen beantwortet hast. Ich mag das mit den Babys und den Geburten. Ich glaube, das kommt in die engere Auswahl. Aber ich habe ja noch ein paar Jahre Zeit zum Überlegen!

Sehr gerne! Es ist ein sehr schöner Beruf aber da gibt es ja auch noch soooooo viele Andere.

Mehr zur Hebammen Ausbildung kann man hier nachlesen.


Mehr von Jana im Netz
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Was macht man eigentlich als …?
~Kochbuchautor~

Heute haben die Mädels ein ganz besonderes Interview geführt. Wer hier regelmäßig mitliest, der weiß, wie wichtig Kochen, Essen und gemeinsames genießen in unserer Familie ist.
Wir kochen sehr gerne und finden die meisten Rezepte im Internet oder durch Empfehlungen. Herr Grün kocht wurde mir mehrfach und nahezu gleichzeitig von verschiedenen Freunden empfohlen. Das konnte kein Zufall sein.

“Herr Grün kocht” ist mehr als nur ein Foodblog. Nennen wir es Kochphilosophie, das könnte hinkommen.
Bild: HerrGruenkocht

War es auch nicht. Denn Herr Grün kann (vegetarisch!) kochen, fotografieren UND unterhaltsam schreiben. Und sein wir mal ehrlich, wie viele Foodies schaffen ein gutes Storytelling bei Rezepten? Herr Grün macht das jedenfalls hervorragend auf seinem Blog und bei seinen Büchern. Das Kochbuch von Herrn Grün ist eines der wenigen, die ich regelmäßig durchblättere und auch benutze. Und weil nicht nur ich schwer begeistert bin, sondern auch die Mädels, wollten Sie unbedingt von ihm wissen, wie er das so macht mit dem Essenfotografieren und dem Kochbücherschreiben. Und wer bis zum Ende liest, der kann sogar eines der Bücher gewinnen.


Hallo Herr Grün,
Wir drei Schwestern (10, 8 und 5) lieben es in der Küche beim Kochen und Backen mitzuhelfen. Also angefangen beim Einkaufen, Schnippeln, Rühren, Kneten und natürlich beim Probieren. Das Abspülen und Aufräumen überlassen wir dann lieber Mama und Papa.

Genauso das Rezepte Lesen. Oft sind das nämlich ziemlich langweilige Angaben und man muss ziemlich aufpassen, dass man alles in der richtigen Reihenfolge macht. Dann hat Mama K1 mal Dein Buch in die Hand gedrückt und sie hat uns dann die Geschichten von Herrn Grün und Professor Caprese vorgelesen. Die sind lustig, und es macht Spaß die Geschmäcker zu erleben, die auch die Beiden auf der Zunge hatten. Unsere aktuellen Lieblingsrezepte sind die Semmelriesen und die Pastabrötchen  von Deinem Blog. Die Brötchen schmecken zu jeder Tageszeit und nicht nur zu Pasta.

Aber wir haben uns gefragt, wie man dazu kommt so ein lustiges Kochbuch zu machen. Und wie das so ist als Kochbuchautor. Möchtest Du uns ein paar Fragen dazu beantworten?

Warst Du schon immer Kochbuchschreiber oder hast Du etwas Anderes gelernt?

Das ist Herr Grün. Herr Grün kocht mit Leidenschaft in seinem Kochlabor und freut sich hin und wieder über die Gesellschaft von Professor Caprese. Der hauptsächlich zum Essen kommt.
Bild: HerrGruenkocht

Eigentlich habe ich Informatik studiert. Aber nach dem Studium bin ich in die Werbung gewechselt. Ich konnte mir nicht vorstellen, mein Leben lang zu programmieren. Heute arbeite ich als Texter und Konzeptioner. Ich schreibe viel und darf mir Sachen ausdenken. Das ist super und gefällt mir gut.

Wie kommst Du auf die Ideen für die Rezepte. Appetit?

Das ist schwer zu sagen. Ich koche am liebsten das, was ich aus selber gerne esse. Dann sehe ich Bilder und mir läuft das Wasser im Mund zusammen:)
Deshalb findet man kaum Rote Bete Gerichte von mir – dafür aber Klöße und so. Die Semmelriesen, zum Beispiel, mag ich auch sehr.

Woher kannst Du so schön malen?

Eigentlich konnte ich in der Schule gar nicht so gut zeichnen. Ich fand es doof, für Lehrer etwas zu zeichnen. Jetzt, wo ich machen kann, was ich will, geht es plötzlich. Wie ein Wunder. Ich kann es nicht anders sagen. Es macht mir Spaß, mir ständig neue Foodfantasien auszudenken und dafür zu zeichnen.

Wir lieben es in der Küche zu helfen. Wann hast Du angefangen zu kochen

Ganz früh. Meine Mutter ist eine gute Köchin, und ich habe immer zugeschaut. Dann wollte ich auch selber kochen. So fing ich schon mit acht Jahren an zu kochen. Allerdings zuerst nur sehr einfache Gerichte wie Pfannkuchen und so.

Wenn Du das Essen fotografierst, ist das dann noch echt? Wir haben gehört, dass die Menschen, die Essen für Magazine fotografieren mit Haarspray darauf sprühen oder es anmalen, so dass man es nicht mehr essen kann. Oder kannst Du hinterher noch alles aufessen?

Ich benutze gar keine Hilfsmittel. Das geht so: Neben dem Herd steht ein kleiner Rollwagen, der ist so 40 cm hoch. Da kommt eine Holzplatte drauf. Drauf wieder die Teller etc. Dekoration und so. Ihr wisst schon. Wenn das Essen auf dem Herd fertig ist, kommt es gleich auf die Teller. Dann muss es gleich fotografiert werden, sonst verliert es die Kraft und fällt in sich zusammen oder wirkt trocken. Manchmal spritze ich noch ein paar Tropfen Wasser mit der Hand darauf. Das ist wirklich alles. Ich finde, das schaut so am natürlichsten aus.

Wann hast Du die Ideen zu den Geschichten? Beim Kochen oder am Schreibtisch?

Das ist Herr Grün in seinem Kochlabor. Man sieht ihm an, wie viel Spaß er beim Kochen hat.
Bild: HerrGruenkocht

Während ich koche, unterhalte ich mich mit meinen Figuren. Da kommen dann auch die Geschichten :)

Gibt es den Professor Caprese in echt?

Natürlich! :-)

Wie viele Bilder machst Du von Deinen Gerichten, bevor du zufrieden damit bist?

Ich schätze so 10 bis 20.

Kaufst Du nur Biolebensmittel oder findest Du, das ist egal für die Bilder und Rezepte?

Das ist unterschiedlich. Ich kaufe auf jeden Fall immer gute Lebensmittel, weil ich die Gerichte ja auch esse. Vorzugsweise aber BIO-Lebensmittel, weil sie intensiver schmecken, gesünder sind und die Umwelt schonen.

Gelingt Dir beim Kochen alles auf Anhieb? Was möchtest Du noch üben?

Kommt drauf an. Beim Kochen gelingt mir das meiste. Beim Backen scheitern manchmal auch Versuche, weil man in den Backvorgang nicht eingreifen kann. Während des Kochens kann man ja einiges korrigieren.
Also – in so einem Kochlabor geht auch mal was schief. Und ja – ich bin dann auch mal Uff. Aber es gehört dazu. Man lernt über Fehler auch viel.

Kochst Du am liebsten alleine im Kochlabor?

Ja – ich koche gerne alleine. Aber ich mag, wenn jemand da ist. Sich im Sessel herumlümmelt, etwas liest oder einen Kaffee trinkt oder sogar etwas schläft. Ich freue mich über Gesellschaft, deshalb ist auch Professor Caprese häufig da. Yippie:)

Was mußte Deine Mama immer für Dich kochen, als Du Kind warst?

Milchreis mit Zimt und Zucker. Das habe ich geliebt.

Wie viele Gerichte mußt Du kochen, um genügend für ein ein Kochbuch zu haben?

Mh – also ein Kochbuch ist ganz viel Arbeit. Manche Gerichte koche ich 3mal, bis sie ins Kochbuch kommen. Da bin ich ehrgeizig. Ich möchte, dass die Rezepte möglichst allen Lesern gelingen.

Warum machst Du nur Rezepte ohne Fleisch?

Oh – da gibt es ganz viele Gründe. Einer ist auf jeden Fall die Massentierhaltung. Die finde ich ganz schlimm.

Hast Du viele Maschinen in Deiner Küche oder kochst Du nur mit den Händen?

Ich habe ganz wenig Maschinen. Nur einen Mixer und einen Pürierstab. Das ist wirklich alles. Ich finde, Maschinen nehmen so viel Platz weg.

Welche Ausrüstung brauchst Du, um die Fotos zu machen?

Eine Kamera. Ein paar Holzplatten, die ich angemalt habe und unterschiedliche Teller. Das war es schon. Ach und ein kleines Fotozelt habe ich auch noch und ein paar Lampen, falls ich mal was abends fotografieren will.

Wie wird aus den Rezepten auf dem Blog ein Buch? Druckst Du die Rezepte selbst aus oder hilft Dir jemand dabei?

Ah – das ist etwas komplizierter – also der Weg zum Buch. Ich habe eine Literaturagentin. Die bietet einen Plan für das Kochbuch verschiedenen Verlagen an. Wenn ein Verlag sagt: Super – den Plan finde ich gut, dann schließe ich einen Vertrag mit dem Verlag. Nun kommen verschiedene Menschen zusammen: eine Lektorin, die die Texte liest und überarbeitet. Eine Rezeptlektorin, die die Rezepte liest – also ob die Zutaten stimmen und alles in der richtigen Reihenfolge ist. Dann gibt es auch noch eine Grafikerin, die das Buch gestaltet – die Schrift, die Bilder und so. Ach, es gibt noch viele andere Mitarbeiter. Das waren aber die, die mir bei der Gestaltung helfen.

Wann erscheint Dein nächstes Kochbuch?

Mh – dazu müsste ich eine neue Idee haben. Aber als Kochlabor-Besitzer habe ich zur Zeit soviel zu tun, dass ich noch keine hatte. Und ein Kochbuch ist auch viel Arbeit. Überlegt euch genau, ob ihr mal ein Kochbuch schreiben wollt.

 

Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast unsere Fragen zu beantworten!
Die Mädels

Eure Fragen waren super und sehr interessant. Eines der schönsten Interviews.
Viele Grüße an euch drei und die ganze Familie
von Professor Caprese und von Herrn Grün


 Bücher von Herrn Grün

Foodfantasien – Kleine Kunstwerke aus Gemüse
Manfred Zimmer
Gebundenes Buch
ISBN: 978-3596034543
Preis: €10,00

Herr Grün kochtHerr Grün kocht – Leidenschaftlich. Natürlich. Vegetarisch. Rezepte und Geschichten aus dem Kochlabor
Manfred Zimmer
Gebundenes Buch
ISBN: 9783841903969
Preis: €19,95


Hier kann man Herrn Grün folgen und sich inspirieren lassen…

Blog: Herr Grün kocht
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… und hier zwei Bücher “Foodfantasie” gewinnen

Ich habe das Buch Foodfantasien einmal für mich und einmal zur Verlosung gekauft. Herr Grün legt extra noch ein signiertes Exemplar obendrauf!
Du möchtest eine Ausgabe der Foodfantasien von Herrn Grün gewinnen?

Was Du dafür tun mußt? Beantworte einfach die Frage:
Aus welcher Stadt kommt Professor Caprese?

Teilnehmen darf jeder über 18 Jahren, der bis zum 21.04.2017 23.59h das richtige Lösungswort kommentiert hat. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der Gewinner wird per Mail benachrichtigt. Das Teilen in den sozialen Medien ist natürlich schön, aber keine Voraussetzung. Viel Glück!


—– Verlosung beendet! —-


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