Bio-Erlebnistage: Ein Streifzug über den Maxnhof

[WERBUNG] Dieses Jahr bin ich im September für die Bio-Erlebnistage an verschiedenen Orten in Bayern unterwegs. Wer hier regelmäßig mitliest, der war schon gemeinsam mit mir und den Kindern  auf dem Grenzmühlenhof zum berittenen Cowboydienstag. Heute nehme ich Euch mit nach Niederbayern in die Hallertau.

Auf dem Maxnhof in der Hallertau

Biobauer Erwin Betzenbichler lud Bio-Interessierte dazu ein, auf dem Maxnhof ökologische und nachhaltige Landwirtschaft zu erleben. Ich war ganz besonders an der Kreislaufwirtschaft interessiert. Die Jüngste wollte unbedingt mit auf den Hof zum Kükenstreicheln.
Gemeinsam fuhren wir am späten Vormittag in die Hallertau nach Aiglsbach. Die Hallertau ist das weltweit größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet. Logisch, daß es sich in Bayern, dem Land des Bieres befindet.
Bei strahlendem Sonnenschein hefteten wir uns, gemeinsam mit anderen Besuchern, an die Fersen von Erwin Betzenbichler, um zunächst die hofeigenen Streuobstwiese in Augenschein zu nehmen.

Flyer BET vor Streuobstwiese
Die Sonne lacht und wir befinden uns inmitten einer riesigen Streuobstwiese.

Die Streuobstwiese

Auf der Streuobstwiese erklärte der Biobauer zunächst den Unterschied zwischen Plantagen- und Streuobstbau. In Plantagenobstanlagen wachsen viele niederstämmige Spindelbüsche auf engem Raum. Die Streuobstwiese hingegen ist eine umweltverträgliche Form des Obstbaus, bei dem bei dem der Einsatz von mineralischen Düngemitteln und chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel ausgeschlossen ist. Das Obst wird hier auf hochstämmigen Baumformen erzeugt. Zudem stehen die Bäume im Gegensatz zu niederstämmigen Plantagenobstanlagen eher “verstreut“ in der Landschaft.

Apfelbaum mit vielen roten Äpfeln
Dieser Apfelbaum biegt sich unter der Last seiner zahlreichen Früchte.

Erwin Betzenbichler baut auf seiner Streuobstwiese Maronen, verschiedene Apfel-, Birnen- und Quittensorten, Zwetschgen und Aprikosen an. Wer sich über die Weiden am Rand wundert: Das sind die ersten Gewächse, die im beginnenden Frühling Blüten bilden. Sie nähren die nebenan beheimateten Bienenvölker.
Diese Wiese wurde 2006 angelegt und umfaßt aktuell 180 Bäume. Einige der Zwetschgenbäume sind durch Wurzelausläufer vermehrt worden. Das heißt, neben dem Mutterbaum hat sich aus der Wurzel heraus ein neuer Baum gebildet. Den läßt der Bauer wachsen, bis er groß genug ist. Erst dann trennt er den Ableger vom alten Baum.

Maronenbäume mit Früchten
Direkt am Eingang stehen Maronenbäume.

Wußtet Ihr, daß in unseren Breiten Maronen wachsen? Ich kenne diese kleinen, mehlig schmeckenden Früchte eher aus der Schweiz. Oder aber vom Weihnachtsmarkt. Diese Bäume können bis zu 400 Jahre alt werden. Beeindruckend oder? Die Früchte sind extrem stachelig, so lange sie noch unreif am Baum hängen.

Die Kinder besteigen neugierig den Traktor.

Der Jüngsten war es warm. Viel zu warm. Der Anflug an schlechter Laune war schnell wie weggeblasen, als sie hörte, daß sie so viel Obst naschen könne wie sie wolle. Für sie war es wohl ähnlich wie man sich das Paradies vorstellte: Sie probierte sich durch sämtliche Apfelsorten, kostete von den zuckersüßen Mirabellen, verspeiste noch ein paar am Baum vergessene Zwetschgen und klaubte eine Birne, die schon vom Baum gefallen war auf. Das Ergebnis: satt und glücklich.

Birnen, Äpfel, Mirabellen und Quitten auf der Streuobstwiese
Birnen, Äpfel, Mirabellen und Quitten sind fast erntereif.

Während sich das Kind den Bauch vollschlug, nahm mir Erwin Betzenbichler die Angst vorm Apfelbaumbeschneiden: Die Regel Ein schlechter Schnitt ist besser als keiner hilft mir vielleicht, nach der Ernte meines kleinen Bäumchens, beherzter zur Schere zu greifen.

Blick auf die Streuobstwiese des Maxnhofs
Die Teilnehmer der Hofführungen hören aufmerksam den Erklärungen von Erwin Betzenbichler zu.

Die Bienenvölker

Direkt am Rand der Streuobstwiese stehen die Bienenstände. Dort summt und fliegt es bei den sommerlichen Temperaturen nach wie vor. Das ist bald vorüber, wenn die Tage wieder kälter und kürzer werden.

Bienenkästen, Waben und Sonnenwachsschmelzer
Bienenstände mit ein- und ausfliegenden Bienen. Daneben eine Honigwabe.
Rechts unten: Sonnenwachsschmelzer.

An dieser Stelle erfahren wir viel über die Bienen und die vielfältigen Aufgaben eines Imkers. Seit dem Frühjahr sind die Bienen eifrig von Blüte zu Blüte geflogen. Für ein Kilogramm Honig müssen die Bienen drei Millionen Blüten besuchen und fliegen dabei eine Strecke, die das sechsfache des Erdumfangs mißt. Es darf nie zu viel Honig entnommen werden, sonst verhungern die Bienen bei schlechtem Wetter. Auf der anderen Seite darf aber nicht zu viel Honig im Bienenstand lagern, sonst hat die Bienenkönigin nicht genügend Platz, um zu brüten und das Volk würde genauso eingehen.
Sollte Euch mal ein Bienenschwarm über den Weg fliegen: Keine Angst. Die Bienen sind auf der Suche nach einem neuen Zuhause und völlig orientierungslos. Sie können dann gar nicht stechen.

Alte Hühnerrassen

Zurück auf dem Hof erzählte die Lebensgefährtin von Erwin Betzenbichler etwas zu ihren Zweinutzungshühnern und wie sie zu den alten Hühnerrassen gekommen ist. Angefangen hat alles damit, daß eine Kundin weiße Eier bestellte. Die Farbe der Eier ist von der Rasse abhängig, nicht vom Futter. Und je weiter sie in die Materie Hühnerzucht eintauchte, desto mehr Gefallen fand sie an unterschiedlichen, alten Rassen. Jetzt gibt es auf dem Maxnhof Eier in verschiedenen Farben.

Die Lebensgefährtin von Erwin Betzenbichler hat ihre Liebe zu alten Hühnerrassen entdeckt und züchtet mit Leidenschaft.

Die Kinder finden die sechs Wochen alten Hühnerküken sehr flauschig. Ich finde, sie passen sehr gut in Winnetou-Filme. Für mich sehen manche von ihnen aus wie zu klein geratene Adler.

Die alten Hühnerrassen sehen den Hühnern, die wir heute kennen fast nicht mehr ähnlich. Aber jede Rasse legt Eier in einer ganz speziellen Farbe.

Im letzten Jahr konnte man während der Bio-Erlebnistage auf dem Maxnhof noch Küken beim Schlüpfen zusehen. In diesem Jahr wurde darauf verzichtet, weil es nicht sicher ist, ob die Küken, denen man an diesem Septembertag beim Schlüpfen zusehen kann, den Winter überstehen.

Obst und Gemüse

Schon bei unserer Ankunft hatten wir die geschützt stehenden Tomatenpflanzen bewundert. Eher eine Plantage als ein Gemüsegarten. An der Hauswand werden rankenden Kirschtomaten gezüchtet. Daneben gedeihen ganz prächtige Weinreben. Bei den Trauben bin ich mir unsicher, um welche Sorte es sich hierbei handelt. Die Früchte laufen eher kegelförmig zu.
Außerdem gibt es Kürbisse, Gurken, Zucchini, Kohlrabi, Karotten, Pfirsiche und noch mehr Pflaumen. Sicherlich habe ich noch etwas vergessen.

Eine Fülle an sonnig reifen Tomaten
Blaue Weintrauben
Weinstöcke bedecken einen Teil der Hauswand.

Was so gar nicht zu Bayern passen will: Die Kiwiplantage auf dem Maxnhof. Ja, tatsächlich können die Kunden im Hofladen ab November bayerische Kiwi kaufen. Sowohl in der Miniversion, als auch in Normalgröße. Faszinierend, oder?

Kleine Kiwis und "normale" Kiwis
Ja, Ihr seht richtig: In Niederbayern wachsen Kiwis!

Enthusiasmus und Freude am Ökolandbau

Während unserer Führung über den Maxnhof machte ich mir so meine Gedanken. Je mehr unterschiedliche Teile wir zu sehen bekamen, desto mehr fragte ich mich, wie viele Menschen wohl auf diesem Hof arbeiten mögen.
Was meint Ihr, wie viele Personen sich um die Hühner kümmern, die Streuobstwiese pflegen, sich im Frühjahr um die Aussaat kümmern, gießen und ernten? Dazu kommen noch der Hofladen und die Kommissionierung und Auslieferung der Waren für das Schulfruchtprogramm. Hin und wieder Führungen über den Hof und Vorträge zu Ökologie-Themen.

Eine Menge Arbeit! – Die von eineinhalb Personen erledigt wird.
Um das auf Dauer durchzustehen, braucht es eine Menge Enthusiasmus und Überzeugung!

 

 

 

 

 


Disclaimer: Dieser Text ist im Rahmen der Kooperation mit meinem Blogsponsor  Bio Erlebnistage entstanden.
Von Anfang Juli bis Mitte Oktober schreibe ich für sie Texte rund um das Thema Bio und die Bio-Erlebnistage in Bayern. Hierbei geht es darum, zu zeigen, daß bio und regional zusammengehören, und daß bio mehr ist als nur ein Label auf einer Verpackung. Die Veranstaltungen, die ich in diesem Rahmen besuche, sind abgesprochen. Meine Meinung bleibt natürlich weiterhin meine eigene.

Bio-Erlebnistage: Welche Angebote gibt es?

Veranstaltungen Bio-Erlebnistage 2018

[WERBUNG] Gerade sitze ich am Rechner, um die verbleibenden Sommerferien und den Herbst zu planen. Kennt Ihr das auch, dieses Kribbeln vor lauter Vorfreude? Für uns geht es in diesem Jahr endlich wieder nach Norwegen! Und kaum sind wir zurück, geht die Reise im September weiter: auf den Spuren ökologischer Landwirtschaft und den Bio-Erlebnistagen durch Bayern.
Dabei habe ich die Qual der Wahl mich zwischen über 250 Veranstaltungen im Rahmen der Bio-Erlebnistage zu entscheiden.

Welche Veranstaltungsarten gibt es?

Die Veranstaltungen, die bei den Bio-Erlebnistagen gemeldet sind, verteilen sich über ganz Bayern. Dank der Veranstaltungskarte kann man sich prima alle Veranstaltungen aus dem Programm nach Datum, Region und Anbauverband auswählen. Ich stelle hier einfach ein paar zufällig ausgewählte Veranstaltungen vor. Es macht Sinn sich individuell durch die Veranstaltungen zu klicken und selbst nachzusehen, welch vielfältiges Angebot es gibt.

BET_2018 Workshops
Die Bioerlebnistage haben auch Brotbackworkshops oder Kochkurse im Programm

Workshops

Wer selbst etwas mit seinen eigenen Händen herstellen möchte, für den haben die Bio-Erlebnistage verschiedene Workshops zu bieten:

Brotbacken

27. September: Sana e Salva – Brotbackkurs mit einer alten Dinkelsorte, dem Oberkulmer Rotkorn“ oder auch „Frankenkorn“ genannt.  Kochschule Sana E Salva

Kochen

27. September: Kloster-Kochkurs „Aufläufe – Fantasievolle Ideen”. Hier lernt man nach alten Klosterrezepten zu kochen. In der Klosterküche Plankstetten

Weinlese

15. September: Bio-Weinleser für einen Tag in den Klingenberger Terrassen-Steillagen und Weiterverarbeitung der geernteten Früchte. Weinbau Stritzinger

Wanderungen und Radtouren

Zu Fuß und auf dem Fahrrad lassen sich die bayerischen Regionen bestens erkunden. Im Rahmen der Bio-Erlebnistage haben sich einige Veranstalter Wanderungen und Radtouren zu verschiedenen Bio-Erlebnis-Stationen ausgedacht.

Radtouren Bio-Erlebnsitage_2018
Die Natur erkundet sich am besten zu Fuß oder mit dem Rad. Während der Bio-Erlebnistage 2018 findet verschiedene (Rad)-Wanderungen statt.

Am 1. September findet zum Beispiel in München die ADFC RADTOUR  ZUR WOLFMÜHLE statt. Start ist in Haidhausen und die 50 Kilometer lange Strecke durch das ehemalige Gelände der Bundesgartenschau ist leicht mit kleinen Anstiegen. An der historischen
Wolfmühle in Forstinning erklärt der Bio-Müller Anderl Löffl das tägliche Handwerk in der traditionellen Mühle. Im Anschluß wird eine Bio-Brotzeit serviert und zurück geradelt.

Wer lieber den Rucksack schultert und die Wanderschuhe schnürt, dem könnte die GROSSE BIO-WEINBERGSWANDERUNG am 08. September in Iphofen gefallen: Die Wanderung führt über sanfte Hügel in die Weinberge vom Weingut Bausewein. Das Weingut wird seit über zwanzig Jahren ökologisch bewirtschaftet. Auf der etwa dreistündigen Wanderung durch die Weinberge erzählen die Winzer Karl Josef Bausewein und Matthias Popp etwas über ihre Motivation und ihre Leidenschaft für den Bio-Weinanbau in Unterfranken. Individuelle Fragen sind dabei erwünscht und willkommen. Unterwegs und zum Abschluß gibt es Wein zur Verkostung und einen kleinen Imbiß zur Stärkung.

Verkostungen

Schmecken Bio-Lebensmittel wirklich anders oder sogar besser als konventionell angebautes Obst und Gemüse? Hier kann man es testen. Viele verschiedene Veranstalter in Bayern bieten Verkostungen in ihren Betrieben an. Man kann sich quer durch Bayern schlemmen:

Kartoffelkorb Bio-Erlebnsitage 2018

Essig
5. September:
BETRIEBSBESICHTIGUNG – ERLEBEN SIE ESSIG HAUTNAH! Hier erfährt man alles rund um das Thema Essig und kann ihn vor Ort in der Kriegl Essigbrauerei verkosten.

Quitten
8. September: DIE PFORTE ZUM QUITTENGARTEN HAT KEIN TOR: Quittenbauer Marius Wittur von Mustea Quittenanbau zeigt bei einer Wanderung durch seine Quittenhaine unterschiedliche Sorten und führt in den Quittenanbau ein. 

Käse
8. September: HOFFÜHRUNG UND BIOKÄSEVERKOSTUNG auf dem Biolandhof Friedl Josef und Sabine

Tomaten & Chili
11./18. September: BIO-TOMATENVERKOSTUNG bei Bio-Gärtnerei Christian Herb. Aus 15 unterschiedlichen Sorten kann man sich hier seine Lieblingstomate aussuchen. Für den Eigenanbau gibt der Biogärtner Tipps.

Kartoffeln
15. September: TRADITIONELLES KARTOFFELFEST auf dem Naturland Hof Derleth. Über den Bio-Kartoffelmarkt schlendern und bei einer Bio-Kartoffelprobe neue Geschmacksrichtungen erleben.

Brot
25.-29. September: BIO-BROT UND BACKWAREN ERLEBEN: Informationen und Verkostungen von Bio-Brot und Backwaren beim Brothof Strauss.

Betriebseinblicke bei Hoffesten

Wie sieht es in Bio-Betrieben aus? Wie läuft der Alltag mit Anbau, Ernte und Vertrieb ab? Viele Bio-Höfe in Bayern öffnen ihre Pforten für die Bio-Erlebnistage und veranstalten Hofführungen und Hoffeste.
Zum Beispiel:

5. September: HOFFÜHRUNG DIE LEBENSGEMEINSCHAFT E.V. MÜNZINGHOF
8. September: ANDERLBAUER HOFFEST
9. September: HOFFEST LANDGUT SCHLOSS HEMHOFEN
15. September: AMPERHOF-HOFFEST
16. September: HOFFEST UND TAG DER OFFENEN IMKEREI

Wo trifft man mich?

Ich habe sehr lange überlegt, welche Veranstaltungen ich besuchen möchte. Am liebsten alle. Da das aber schon rein zeitlich nicht geht, habe ich mich erst einmal für drei entschieden. Spontan kommt sicher noch die eine oder andere Aktion hinzu.

Berittener Cowboydienstag_Oberpfalz

Am 4.September geht es für mich und die Kinder in die nördliche Oberpfalz zum berittenen Cowboy-Dienstag. Beim Reiten durch die Öko-Modellregion Erbendorf-Steinwald werden wir zu Cowgirls und testen die Fortbewegung hoch zu Roß. Nach dem Reitausflug gibt es eine Bio-Brotzeit. Ich bin schon ein bißchen aufgeregt, denn im Gegensatz zu den Mädels saß ich noch nie auf einem Pferd.

Am 8. September sind wir in Neu-Ulm auf dem Hoffest des Traub-Hofes. Hier gibt es einen Bio-Markt und man kann sich die moderne Milchviehhaltung genauer ansehen. Genau mein Ding, denn ich gehe noch immer der Frage nach, welche Milch in welcher Verpackung am nachhaltigsten ist.

Am 22. September entführe ich die ganze Familie in den Klostergarten des Klosters Plankstetten.  Aber ich verrate vorher nicht, daß es neben einer Führung durch die Klostergärtnerei und einer Brotzeit auch Zeit wird mit anzupacken: Der Nachmittag beinhaltet nämlich auch Arbeit im Gemüsefeld. Für die Mühen gibt es am Ende auch eine Gemüsetüte. So können alle am eigenen Leib erfahren, was es an Mühe und Energie kostet Nahrungsmittel anzupflanzen.

 

Bei welcher Veranstaltung treffe ich Dich?

 

 

 

 


Disclaimer: Dieser Text ist im Rahmen der Kooperation mit meinem Blogsponsor  Bio Erlebnistage entstanden.
Von Anfang Juli bis Mitte Oktober schreibe ich für sie Texte rund um das Thema Bio und die Bio-Erlebnistage in Bayern. Hierbei geht es darum, zu zeigen, daß bio und regional zusammengehören, und daß bio mehr ist als nur ein Label auf einer Verpackung. Die Veranstaltungen, die ich in diesem Rahmen besuche, sind abgesprochen. Meine Meinung bleibt natürlich weiterhin meine eigene.

 

Bio Erlebnistage 2018 in Bayern

[WERBUNG] Vergangene Woche war ich auf dem Hatzlhof in Esting zu Gast. Hier fand die Auftaktveranstaltung der Bio-Erlebnistage 2018 statt. Ich traf auf Vertreter der Bio-Anbauverbände, aus Politik und Landwirtschaft.
Und ich konnte viele Fragen loswerden und neue Erkenntnisse in Bezug auf das Zusammenspiel von bio und regional gewinnen.

Was sind die Bio-Erlebnistage?

Die Auftaktveranstaltung der Bio-Erlebnistage in Esting war der Startschuß für ganz unterschiedliche Veranstaltungen rund um den Ökolandbau in ganz Bayern. Bereits zum 18. Mal finden die Bio-Erlebnistage diesen Herbst  statt. Zwischen 1. September und 7. Oktober können Verbraucher bei über 270 Angeboten Bio erleben.

Bio Erlebnsitage Bayern 2018 September Oktober

Bio-Hersteller und -Verarbeiter öffnen ihre Betriebe und lassen VerbraucherInnen zum Beispiel in ihre Ställe, Backstuben oder Brauereien blicken oder sie zeigen ihnen direkt auf den Wiesen und Äckern wie sie arbeiten. Oder sie unternehmen Ausflüge zu Pferd, mit dem Fahrrad oder einem Segway zu Bio-Themen. Dabei können Interessierte ihre Fragen rund um das Thema ökologischer Landbau loswerden und die verschiedenen Erzeugnisse gleich vor Ort probieren.
Die Bio-Erlebnistage sind eine Veranstaltung der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Familie Hatzl vom Hatzlhof in Olching
Links: Kurz vor Beginn der Eröffnungsveranstaltung der Bio-Erlebnistage auf dem Hof der Familie Hatzl in Esting. Rechts: Familie Hatzl.

Ökolandbau in Bayern

Hubert Bittlmayer, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten betonte in seiner Rede, daß Biolandbau wichtig ist und es dem Ministerium ein Anliegen sei “Biolandbau weiter zügig zu unterstützen und voranzutreiben. Immer orientiert am Markt, den es aber auch zu bearbeiten gilt.” Damit bezieht er sich auf die Initiative BioRegio Bayern 2020, die den Ausbau des Ökolandbaus in Bayern zum Ziel hat.

Hubert Bittlmayer, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Hubert Bittlmayer, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

 

Initiative BioRegio Bayern 2020

Seit 2012 ist die Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus ein Ziel der Bayerischen Staatsregierung. Mit Hilfe dieser Initiative soll der Ökolandbau bis zum Jahr 2020 auf 12% verdoppelt werden. Sie beinhaltet strukturelle Verbesserungen in Bildung, Beratung, Forschung und Marktentwicklung, sowie optimale Förderbedingungen für den Ökolandbau.

Die Anzahl der Betriebe, die in Bayern auf Ökolandbau umstellen wächst dynamisch. 2017 stieg die Anzahl der Mitgliedsbetriebe der Anbauverbände Bioland, Naturland, Demeter und Biokreis  um 8,6% auf 6.221.

Die Gäste der Veranstaltung konnten auf ausliegenden Karten ihre Wünsche ans Ministerium formulieren und an den Wunschbaum hängen. Die Wünsche reichen von mehr staatlicher Förderung für den Ökolandbau bis hin zu gezielter Aufklärung der Verbraucher zum Thema Nachhaltigkeit.

Bio-Erlebnistage 2018 Wünsche an das Landewirtschaftsministerium
Am Ende hingen viele Wünsche an die Politik in Bezug auf den Öko-Landbau am Baum.

Gehören bio und regional zusammen? Was sagen die Fachleute?

Die Veranstaltung, die ganz unter dem Motto Bio und Bayern gehören zusammen stand, war eine prima Gelegenheit für mich, meine Fragen bezüglich Nachhaltigkeit loszuwerden. In meinem Artikel Bio oder regional- was ist nachhaltiger? kam ich mit meinem aktuellen Kenntnisstand für mich zu dem Schluß, daß im Idealfall beides zusammenkommt und sich gegenseitig ergänzt.
Doch was sagen Fachleute zu dieser Frage?

Um es vorweg zu nehmen: Alle, mit denen ich auf dem Hatzlhof sprach waren sich einig, daß bio und regional untrennbar miteinander verbunden sind. Alles andere macht in Bezug auf Nachhaltigkeit wenig Sinn. Ein regionaler Ökolandbau dient der

  • Wertschöpfung in der Region
  • Transparenz gegenüber dem Verbraucher
  • Vernetzung der Erzeuger

 

[pullquote]Wir müssen den Verbraucher mit einbinden. Wenn er den Nutzen ökologischer Landwirtschaft bei sich um’s Eck in der Landschaft sehen kann, dann ist er auch bereit den Mehrpreis zu bezahlen.
Christoph Schinagl, (Bioland-Umstellungsberater)[/pullquote]

[pullquote]Bio ist besser als regional, aber wir brauchen beides zusammen, weil wir Wertschöpfung in der Region brauchen. Durch Regionalität und Verbraucherinitiativen kann die Biobranche Vertrauen aufbauen. Wenn die Erzeuger sich untereinander kennen macht es nachhaltiges Wirtschaften einfacher.
Peter Hinterstoißer (Fachberatung ökologischer Landbau, Biokreis)[/pullquote]

[pullquote]Regionalität bedeutet kurze Transportwege und niedrigen Energieverbrauch. Zudem stärkt es die Verbraucher-Erzeuger Beziehung. Der Begriff regional ist jedoch nicht zertifiziert. Wir brauchen bio, um uns von konventioneller Landwirtschaft auch in Bezug auf Grundwertabsätze und den klaren Blick darauf abzugrenzen.
Jens Binder (Geschäftsführer Naturland Fachberatung)[/pullquote]

[pullquote]Bio und regional ergänzen sich super und sind eine Gegenbewegung zur Globalisierung. Wenn der Verbraucher weiß, woher die Nahrungsmittel kommen, schafft das ein Bewußtsein für Landwirtschaft. Regionalität ezeugt mehr Gemeinschaft und Miteinander und der Landwirt ist gleichwohl auch Landschaftspfleger.
Nina Berner (Stv. Geschäftsführung und Referentin regionale Vermarktung Demeter)[/pullquote]

[pullquote]Regionalität alleine funktioniert nicht nachhaltig. Wenn der Bauer in der Nachbarschaft sein gentechnisch verändertes Futter aus dem Ausland importiert und hektoliterweise Erdöl für die Herstellung von Kunstdünger verschwendet werden, bringt das nichts für die Nachhaltigkeit.
Franz Obermeyer (Demeter, Vorstandsmitglied LVÖ)[/pullquote]

[pullquote]Bio, regional und saisonal sind untrennbar miteinander verbunden.
Andreas Hatzl, (Hatzlhof, Bioland)[/pullquote]

Kartoffeln auf dem Hatzlhof

Nach dem offiziellen Teil führte Andreas Hatzl durch seinen Betrieb.
Dorothea und Andreas Hatzl betreiben den Hatzlhof seit 1999 nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes. Der Schwerpunkt liegt auf dem Kartoffelanbau, auf den Äckern wachsen aber auch Dinkel, Roggen, Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen), Erbsen, Acker- und Sojabohnen und Kleegras.

Bioerlebnistage 2018 Hatzlhof Kartoffeln sortieren
Die Kartoffeln werden zum Hatzlhof angeliefert und sortiert.

Der Hatzlhof gehört zum Netzwerk Unser Land und verpackt neben der eigenen Ernte für umliegende Erzeuger deren Kartoffeln.
Andreas Hatzl sagt über den Erzeugerverband: “Viele Bauer sind nicht in der Lage als einzelne auf den Verbraucher zuzugehen, da hilft die Gemeinschaft.”

Macht es nicht Sinn, die Kartoffeln erst zu Hause zu waschen? Laut Andreas Hatzl nicht: Hier im Betrieb wird in Summe weniger Wasser zum Reinigen der Kartoffeln verwendet, als wenn jeder Verbraucher selbst seine Kartoffeln waschen würde.

Waschen und Verpacken von Kartoffeln auf dem hatzelhof Hier sind die Kartoffeln gewaschen und auf dem Weg zum Verpacken.

Meine erste Frage an dieser Stelle war auch die nach der Verpackung: Für manchen Kunden werden die Kartoffeln in Papierschalen gefüllt und mit einer Plastikfolie verpackt. Ich persönlich würde sie so nicht kaufen, alternativ (sofern ich keinen eigenen Beutel dabei habe) gibt es sie hier aber auch in einem Papiersack oder Netz aus Cellulose. Diese Art der Verpackung wird momentan auf dem Hatzlhof getestet.

Wie geht es weiter?

Mich interessiert, wie das Thema Öko-Landbau in Bayern generell aussieht. Wo gibt es besonders viele Bio-Höfe? Und was hat es mit den Öko-Modellregionen auf sich?
Noch bevor die eigentlichen Bio-Erlebnistage starten, suche ich mir aus dem umfangreichen Programm meine persönlichen Highlights aus und stelle sie hier vor.

Was interessiert Euch davon am meisten?

 

 

 

 

 


Disclaimer: Dieser Text ist im Rahmen der Kooperation mit meinem Blogsponsor  Bio Erlebnistage entstanden.
Von Anfang Juli bis Mitte Oktober schreibe ich für sie Texte rund um das Thema Bio und die Bio-Erlebnistage in Bayern. Hierbei geht es darum, zu zeigen, daß bio und regional zusammengehören, und daß bio mehr ist als nur ein Label auf einer Verpackung. Die Veranstaltungen, die ich in diesem Rahmen besuche, sind abgesprochen. Meine Meinung bleibt natürlich weiterhin meine eigene.