Unsere Verantwortung als BloggerInnen

Müssen BloggerInnen Mißstände aufzeigen? Müssen sie kritisch sein oder dürfen sie einfach alles abnicken, aus welchen Gründen auch immer? Trage ich Verantwortung als BloggerIn?
Diese Frage stelle ich mir seit Langem und ich finde einfach keine Antwort darauf.

Neulich war ich auf einer Veranstaltung, die sich an BloggerInnen und InfluenzerInnen aus der Metropolregion Nürnberg richtete. Der Flughafen Nürnberg hatte im Rahmen des Nürnberg Digital Festivals 100 Blogger, YoutuberInnen und InstagrammerInnen eingeladen.
Ich war sehr gespannt, denn das Ziel BloggerInnen zu vernetzen verfolge auch ich mit meinem Engagement für den Bloggerclub e.V.

Ich möchte die Qualität der Veranstaltung nicht bewerten, weiß ich doch um den Aufwand den die Organisation einer solchen bedeutet. Manche Vorträge waren toll, ich traf alte BloggerkollegInnen und lernte neue kennengelernt. Ich erfuhr, daß die Hochschule Nürnberg und der Flughafen gemeinsam Bloggernachwuchs fördern und StudentInnen auf Reisen schicken. Davon berichten sie im Anschluß auf dem Flughafenblog The Holidayer.

Bloggerevent Flughafen Nürnberg
Studenten der TH Nürnberg präsentieren ihre Reise.

Irgendwann trat der Presse- oder Social Media Verantwortliche von Ryanair ans Mikro und stellte sich vor:

“Hallo, ich bin Thomas von @Ryanair. Wir sind die billigste Airline in Europa.”

Ist das sein Ernst? Ich sah mich um und wollte wissen, ob auch andere Anwesende das Gleiche gehört hatten wie ich. Links und rechts entsetze Blicke, alle anderen schienen sich an dieser Aussagen nicht zu stören. Geiz ist doch geil?

Ich twitterte meine Antwort:

Das wirft doch die Frage auf, weshalb ihr so billig sein könnt. Auf wessen Kosten eigentlich?

pic.twitter.com/8ZJzc9IeOD— Ich lebe! Jetzt! (@IchlebeJetzt1) 18. Oktober 2018

Daß Ryanair auf Kosten der Belegschaft die meisten Passagiere in Europa befördert, kann jeder in den Nachrichten erfahren. Daß Andere darunter leiden müssen, wenn ich etwas extrem billig kaufen kann, wissen wir nicht erst seit dem Einsturz der Rana Plaza Näherei in Bangladesch.
Wer zahlt den Preis fürs Billig-Ticket? Die European Cockpit Association hat dazu ein Video auf Twitter veröffentlicht:

Hier wird deutlich: Es wird an Pilotengehältern gespart. Durch Scheinselbständigkeit, und fehlende Sozialleistungen. Doch das ist längst nicht alles. Auch andere MitarbeiterInnen von Ryanair leiden unter dem Preisdumping, wie nicht nur der Deutschlandfunk berichtet.

700 der rund 1.000 Flugbegleiter beim irischen Billigflieger seien Leiharbeiter, die nur für geleistete Flugstunden bezahlt werden – Monatsgehalt im Schnitt zwischen 900 und 1.300 Euro.

Artikel Deutschlandfunk, 19.10.2018
Tragen Blogger Verantwortung

Verantwortung als BloggerIn?

Viele BloggerInnen fotografieren sich an oder in Flugzeugen von Ryanair oder zeigen sich mit Produkten von Firmen, die Umwelt und Menschlichkeit mit Füßen treten. Gibt es nun eine Verantwortung der BloggerInnen? Muß ich darüber schreiben, daß Ryanair so billig ist, weil Mitarbeiter geknechtet werden? Oder darf ich einfach mit Ryanair fliegen (und mit ihnen Kooperationen eingehen), denn ich bin doch Travel-, Beauty- Lifestyle- oder BriefmarkenbloggerIn und meine LeserInnen interessieren sich weder für Arbeitsbedingungen noch für Umweltthemen?

Als BloggerIn erreichen manche von uns täglich locker mehr Menschen als es Tageszeitungen vermögen. Und die Menschen glauben uns, das wir gut recherchieren und dann unsere Meinung sagen. Die LeserInnen glauben und vertrauen uns und lassen sich von dieser unserer Meinung beeinflussen. Fliegen wir mit Ryanair, trinken Wasser von Nestlé oder kaufen Klamotten von Primark, dann ist das für die LeserInnen auch in Ordnung. Aber wie kann ich als Meinungsbildner Firmen eine Plattform geben, die entweder ökologisch oder menschlich ein Desaster sind?




Freitagslieblinge mit Pfannkuchen, Kindheitserinnerungen und Wasser in Buchform

Freutagslieblinge vom 18. Mai 2018

Man sollte öfter innehalten und die guten Momente des Lebens genießen. Da ich festgestellt habe, daß mir das nicht immer gelingt, möchte ich wieder bei Annas Aktion Freitagslieblinge mitmachen, die mich animiert achtsamer meine Woche zu erleben.
So habe ich immer wieder einen Merker für mich.

Lieblingsessen

Das Lieblingsessen der Kinder sind eindeutig die Freitagspfannkuchen, die es einmal wöchentlich bei uns gibt. Dieses Mal in der Ferienedition: Wir freuen uns auf zwei Wochen Pfingstferien, auf Familienzeit, auf Ausschlafen und Zeit für sich. Ja, auch Kinder brauchen Momente, die nur ihnen gehören.

 

Pfannkuchen unser freitägliches Essen.

Lieblingsmoment mit Kind

Ich muß zugeben, ich genieße es momentan mit nur einem Kind unterwegs zu sein. Alles scheint so easy, wenn ich mich voll und ganz auf eines konzentrieren kann. Und das Kind genießt es dann auch mit Mama alleine sprechen zu können. Keiner gackert dazwischen, volle Aufmerksamkeit.
Ich hatte einen Termin in der Stadt und nahm die Große mit. Weil wir schon mal unterwegs waren, wollten wir gleich Hosen kaufen. Unmöglich wie das Kind in letzter Zeit gewachsen ist. Und unmöglich, wie die Hosen geschnitten sind. Und ebenso blöd: Ich kann nicht auf die Schnelle nachvollziehen, woher die Klamotten kommen. Deswegen kaufe ich wenn nötig lieber online, dort kann ich mir die Infos zusammensuchen.

Ich mag Klamottenkaufen nicht. Aber wo wir schon mal in der Stadt waren…

Lieblingsmoment für mich

Diese Woche war ich bei meinen Eltern im Keller und fand meine alte Ledertasche. Sofort kamen Erinnerungen hoch. Wie ich auf diese Tasche sparte, wie sie dann doch nicht so bequem zu Tragen war und wie ich sofort wußte, daß die Große voll darauf abfahren würde. Sie muffelt ein bißchen nach Keller, doch die fast 30 Jahre sieht man ihr nicht an. Qualität und Langlebigkeit sage ich nur.

Meine alte Schultasche! ich glaube ich war damals 15 und habe meine ganzen Ersparnisse in diese Ledertasche gesteckt.

Lieblingsbuch der Woche

Wer Die Geschichte der Bienen gelesen hat und es toll fand, der wird auch das neue Buch von Maja Lunde mögen: Die Geschichte des Wassers: Was wäre wenn es plötzlich kein Wasser mehr gäbe?

Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman ist eine Feier des Wassers in seiner elementaren Kraft und ergreifende Warnung vor seiner Endlichkeit. [Randomhousewebsite]

Ich bin noch nicht ganz durch, aber schon gefesselt.

Inspiration der Woche

Meine Inspiration der Woche habe ich bei Sophie auf ihren Blog BerlinFrekles gefunden. Sie fragt sich, Wie entspannt man Urlaub mit anderen Familien machen kann. Wir haben schon gute und weniger gute Erfahrungen beim Reisen mit anderen Familien gemacht. Von den guten habe ich zum Beispiel hier geschrieben. Demnächst erzähle ich euch noch, wie es letzten Sommer in der Toskana war.
Wie ist das bei Euch? Reist ihr lieber im Pulk oder alleine?

Immer einen Klick wert: der Blog von Sophie Lüttich aka Berlinfrekles.

 

Habt ihr schon die anderen inspirierenden FreitagsArtikel bei Berlinmittemom gelesen?

 

Secret Tour im Nürnberger Land – Wandern für Mutige

Zug der durch die fränkische Landschaft fährt

Am Sonntag machte ich mich mit  11 anderen fränkischen Bloggern auf, um die Hersbrucker Schweiz zu erkunden. Klingt erst mal nach einer völlig normalen Sonntagsbeschäftigung. Hätte es auch sein können. Nur wußte nur einer der Teilnehmer, wer überhaupt dabei war und wohin es gehen sollte.

Oliver Huber, der als Frankenlandler zunächst über Schneeschuhwanderungen schrieb, sich dann aber auf Ausflüge in seiner fränkischen Heimat spezialisierte, lud BloggerkollegInnen zu seiner Secret Tour in die Hersbrucker Schweiz ein.
Als Orientierung: Hersbruck liegt etwa 30km nordöstlich von Nürnberg, an der Bahnlinie nach Bayreuth.

Treffen am Hauptbahnhof

Sonntagmorgen dreiviertel Zehn (für Nichtfranken: 9:45h) war Treffpunkt am Hauptbahnhof in Nürnberg. Charly – das einzige Familienmitglied, das mitdurfte- war extrem aufgeregt. Zugfahren und diese vielfältigen Gerüche waren ausgesprochen spannend für die Fellnase.
Als alle da waren ging es mit dem Zug zum Startpunkt. Es stellte sich heraus, daß es sich um Rupprechtstegen handelte.

Auf der Zugfahrt dorthin konnten wir geheimen Wanderer uns schon ein bißchen kennenlernen. Ronald von Fränkische Tapas kenne und lese ich schon länger, Bettina, Florian, Kerstin, Christine und Uli waren mir bis dato unbekannt. Aber man kommt ja so schnell in Quatschen…
Am Bahnhof stießen dann noch Thomas und Marion von 1000mh zu uns. Mit dabei Ridgeback – Dame Beyla, was Charly ganz besonders freute.

Wagon mit der Aufschrift "Rastwagong"
Rastwagong? Wer will den rasten? Wir wollten doch wandern?

 

Fotografierender Blogger Oliver Huber
Typisch wenn Blogger unterwegs sind: Photoapparat raus und den schönsten Moment eingefangen. Oliver hat den Rastwagong erwischt.

 

Los geht’s: An der Pegnitz entlang

Das Wetter war einfach traumhaft: Strahlender Sonnenschein und ein laues Lüftchen. So macht Wandern gleich doppelt Spaß.

Wandern entlang der Pegnitz in Mittelfranken
Jetzt aber los! Ronald und Florian im Gespräch. Charly weiß gar nicht, wo er zuerst schnüffeln soll.

Oliver hatte die Tour geheim geplant und keiner wußte, wohin es gehen sollte. Kein Grund, nicht von der eigentlich vorgesehenen Route abzuweichen, wenn jemand noch ein geheimes Plätzchen kennt. So kamen wir zusätzlich in den Genuß des Harnbacher Wasserfalls und der Griesmühle.

Harbnbacher Wasserfall und Blick ins Pegnitztal
Links: Harnbacher Wasserfall. Rechts: Blick ins Pegnitztal

#unsercharly
Was auch immer dort in der Ferne zu sehen ist…

Der Weg war sehr abwechslungsreich. Zwischen Natur pur gab es auch hin und wieder fränkische Schmankerl: Sei es ein Gratisflohmarkt am Wegesrand, schöne Fassaden oder nette Schilder an Garagentüren.

Schöne Fassaden in Eschenbach
Schöne Fassaden in Eschenbach

Flohmarkt
Plötzlich steht am Wegesrand ein kleiner, privater Flohmarkt mit allerhand lustigem Zeug.

Parken verboten Schild auf Fränkisch
Fränkische Nettigkeit: Parken verboten auf Fränkisch

Kuchen und Radler

Bei einer kurzen *piep* Pause kam es zu Ungereimtheiten, die den Weg betrafen  und die Gruppe teilte sich unfreiwillig. Die eine Hälfte wanderte an der Pegnitz entlang, die andere Hälfte auf der anderen Uferseite etwas oberhalb im Wald. Charly hatte im Wald Spaß, kam aber zum Glück ohne das Reh zurück. Ich sollte mir echt eine bessere Nase zulegen, damit ich das Wild vor dem Hund entdecken kann.

Irgendwann muß man sich auch mal wieder stärken und wir trafen uns alle wieder in Vorra im Café Inselblick. Auf ein Radler und ein Stück Erdbeerkuchen. Danach hätte ich mich auch sehr gut ans Ufer der Pegnitz legen können, um Seele und Beine baumeln zu lassen.

Da war doch noch der Zug

Die meisten vorbeifahrenden Züge auf der Strecke Nürnberg-Bayreuth hörten wir nur. Aber für  #48outdoor, und #bahnsommer kam die rote Regionalbahn just in dem Moment ins Bild, als der Ausblick besonders gut war.
Ich habe mir sagen lassen, daß es in der Gegend viele alte Bahnbrücken gibt, die nostalgisch anmuten. Anscheinend sind aber manche Strecken noch nicht elektrifiziert und deshalb müssen die alten Brücken dem Fortschritt weichen.

Regionalbahn in der Hersbrucker Alb
Die rote Regionalbahn kam im richtigen Moment.

Aussicht auf der Düsselbacher Wand genießen

Wahrscheinlich sollte ich hier mehr Makingoff-Bilder zeigen. Shoot the Shooter und fast abstürzende Blogger. Die Düsselbacher Wand auf der wir standen, ist an der höchsten Stelle 30 Meter hoch. Nicht ganz ungefährlich.

Blick von der Düselbacher Wand
Blick von der Düsselbacher Wand hinunter ins Tal. Muß alles fotografisch festgehalten werden!

Gruppenfoto auf der Düsselbacher Wand
Ein Gruppenfoto gab es natürlich auch! Foto: Gemacht hat es Fotograf Thomas Geiger mit der Kamera von Oli. Wer hat nun die Bildrechte?

Links: Wenn ich botanisch versierter wäre, könnte hier der Name der Blume stehen. Rechts: Ich liebe Mittelfrankens Mischwälder. Sie haben eine freundliche Atmophäre.

Blume auf der Düsselbacher Wand
Was die Natur alles kann: Kaum sammelt sich ein wenig Erde in einer Vertiefung im Stein, schon blühen die hübschesten Blumen.

Eschenbach als Ziel der Wanderung

Irgendwann war dann auch genug gewandert und wir freuten uns, in Eschenbach auf ein kühles Bier. Im Biergarten des Gasthauses Grüner Schwan hängt dieses Schild “Das Konzept ist nicht ich renne, sondern Ihr wartet“. Es mutet etwas borstig an, aber das ist eben fränkischer Humor. Wir mußten nicht lange warten und bekamen richtig gutes Essen. Bevor das Essen kam, erfuhr ich noch, daß die Ortschaft Eschenbach die letzte in Mittelfranken ist, bevor es in die Oberpfalz geht. Ich sollte dringend mal meine Ortskenntnisse aufpolieren, ich kenne mich nicht wirklich aus.

Grüner Schwan Eschenbach
Auch wenn das Schild es nicht so anmuten läßt: Im Grünen Schwan in Eschenbach waren sowohl Service, als auch Essen vorzüglich.

 

Eschenbach Mittelfranken
Links: Uli und Florian warten. Eventuell auf bessere Zeiten. Rechts: Blick von der Bushaltestelle aus in den Ortskern von Eschenbach.

Nach der Vesper ging es für einen Teil der Gruppe mit dem Bus zum Bahnhof nach Röthenbach, der andere Teil wanderte noch einen Kilometer zum Bahnhof nach Hohenstadt

Bahnhof Hersbruck
Am Bahnhof Hersbruck: Links: Hier hat jemand seine durchgewanderten Schuhe entsorgt. Rechts: Die Hersbrucker Alb verabschiedet uns mit strahlendem Sonnenschein.

Tourdaten zum Nachwandern

Ich habe interessehalber mal die Wanderung mit der App komoot getrackt und hier abgelegt. Sicherlich werde ich Teile der Tour auch noch mal mit meinen Kindern erwandern.
Wer es genauer mag, der sollte mal beim Frankenlandler vorbeischauen, der zeigt dann, wie man so was professionell macht.


Disclaimer: Die Wanderung lief unter dem Motto #48outdoor und #bahnsommer, einer gemeinsamen Aktion von DB Regio Bayern und Nürnberger Land Tourismus. Ich habe dafür ein Bahnticket erhalten. Den Bericht über den Ausflug schrieb ich aus freien Stücken.

Erschöpfte Kleinkindeltern

Während ich das Baby stille hat die Zweijährige statt die Toilette die Hose fürs Pippi verwendet und heult ganz fürchterlich. Schließlich hat Mama gerade jetzt keine Zeit. Langsam wundere ich mich, weshalb es so ruhig draußen im Garten ist. Als Kleinkindmutter weiß ich nämlich ganz genau: zu lange andauernde Stille bedeutet Chaos, Katastrophe oder der Zustand kurz davor.

An diese Situationen muß ich denken, wenn wieder jemand in den sozialen Medien und in meinem Umfeld stöhnt: frustrierte und vor allem erschöpfte Kleinkindeltern sind oft am Ende ihrer körperlichen und seelischen Möglichkeiten. Ständige Verfügbarkeit, Schlafmangel und unkontrollierte Wutausbrüche gehören zu den anstrengenden Seiten des Elterndaseins. Die Gründe weshalb Kleinkindeltern am Rande ihrer Kräfte haushalten sind zahlreich. So kommt es, das Eltern manchmal vor Erschöpfung weinen, eine unbändige Wut auf die Schlaflosigkeit haben und schier verzweifeln, wenn Papa endlich nach Hause kommt und das Kind sich von ihm partout nicht beruhigen läßt. Dann freut man sich als Eltern sogar über “Geht-so Nächte”.

Liebe Kleinkindeltern! Ich möchte Euch Mut und Hoffnung machen durchzuhalten, und unter der Erschöpfung nicht zusammenzubrechen. Ich fühle noch sehr genau, wie es Euch geht. Aber es gibt die eine gute Nachricht: Es wird alles anders!

Ich selbst als Kleinkindmutter

Aber ich will Euch kurz meine Geschichte erzählen: Meine Mädels sind 24 Monate und 30 Monate auseinander. Das war so geplant, denn wir waren der Meinung es gäbe keinen geeigneten Abstand. Nicht bedacht hatten wir dabei, daß wir dadurch keine Entlastung durch eine Betreuung außer Haus haben würden. Aus verschiedenen Gründen kamen alle drei mit knapp 3 Jahren in den Kindergarten und waren vorher fast ausschließlich zu Hause.
Also war immer ein zweijähriges Geschwisterkind da, wenn ein weiteres Kind geboren wurde. Und es kam ein neues Menschlein immer dann hinzu, wenn das ältere gerade so durchschlief.
Zusammengerechnet hatten wir demnach acht Jahre Kleinkindzeit. 24 Stunden, 7 Tage die Woche, das ganze Jahr. Ohne Großeltern oder viel andere Unterstützung.
Jetzt sind die Mädels 10, 8 und 6 und die Kleinkindzeit ist definitiv vorbei. Ab Herbst habe ich drei Schulkinder und bin bereit für neue Abenteuer.

Ich will alles und zwar sofort

Mit einem Säugling begann ich nach fünf Monaten wieder als Freelancerin zu arbeiten. Die große Tochter schlief tagsüber sehr viel und ich brauchte etwas für mein Hirn zu tun. Sie sprach ja noch nicht und wir wohnten erst seit einem knappen Jahr am neuen Wohnort, wo ich noch niemanden kannte.
Die Zeit mit dem ersten Kind war relativ unkompliziert. Klar gab es schlechte Tage und Nächte. Etwa wenn ein neuer Zahn  kam oder monatelang jeden Abend Bauchweh auftrat. Uns Eltern erschien das manchnal sehr anstrengend, aber rückblickend gesehen war ein Kind easy.
Weil alles so gut lief bewarb ich mich auf eine Stelle, als die Große nicht ganz eineinhalb war. Ich wollte so dringend die Bestätigung durch den Job. Zeigen, was ich konnte. Erfolgreich sein. Ich war mir sicher: alles kein Problem.
War es dann doch. Trotz prima Betreuung für das Kind war es ein Problem. Als dann auch noch das zweite Kind hinzukam implodierte die Situation: Kleinkinder und verständnisloser Arbeitgeber passen nicht zusammen. Der befristete Vertrag lief aus und das Arbeitsverhältnis im Sande.
Wir entschieden uns für ein drittes Kind und paff war ich zurück am Anfang.

Wann kommt das Kind endlich in den Kindergarten?

Waren die beiden ersten Kinder Anfängerkinder (rückblickend gesehen, IN der Situation fühlte es sich natürlich ganz anders an), so war unser Nesthäkchen ein Baby für Fortgeschrittene. Erst lies sie sich nach dem Entbindungstermin noch mal 12 (!!) Tage Zeit bis zum ersten Auftritt, war aber dann vom ersten Moment an hundertprozentig präsent. Schlafen? Notfalls im Tragetuch. Trinken? Gerne und bitte ständig.
Ihr lieben Kleinkindeltern, die ihr gerade mitten durch diesen Lebensabschnitt geht: alleine beim Schreiben spüre ich es wieder: ständig und immer verfügbar sein zu müssen kann die Hölle sein! Die Jüngste lebte quasi zwei Jahre auf meinem Arm. Immer dicht an mir dran, immer dabei. Nur ich durfte sie ins Bett bringen und bitte einschlafstillend. So sehr ich das Stillen genoß, so sehr haßte ich es irgendwann auch. Weil es immer immer meine Anwesenheit erforderte.
Es streßte mich so, weil ich so viele Ideen und Pläne hatte, die ich umsetzen wollte. Jetzt sofort! Und ich wünschte so sehr, daß bald das Kindergartenalter erreicht war. Wünschte mir die Alleinherrschaft über meinen Körper zurück. Und hatte die Hoffnung, daß der Kindergarten alles besser machen würde. Ich war innerlich so ungeduldig mit mir, dass ich irgendwann vor lauter Familie und Arbeit (die ich “nebenbei” erledigte) eines Morgens im Bad mit Kreislaufkollaps zusammenbrach.

Genieß die Zeit, so lange die Kinder noch klein sind!

Schon mal gehört den Satz? Oder den: “Sie werden so schnell groß!”
Das sagen ja Eltern von größeren Kindern gerne mal. Hilft aber in der Situation als Kleinkindeltern so rein gar nichts. Im Gegenteil, mich machte das eher agressiv und neidisch, weil die, die da so schön daherredeten durch den Schlamasel schon durch waren – während ich noch mittendrin steckte.

Und doch denke ich jetzt manchmal mit Wehmut an die Tage zurück, an denen ich mir wünschte, ich könne am Gras ziehen damit es schneller wächst. Statt mich völlig auf die Kinder zu konzentrieren und mich auf sie einzulassen. Über mir schwebten immer die gesellschaftlichen Konventionen Job, Haushalt, Kinder und Ehe unter den perfekten Hut bringen zu müssen. Und meine verdammten Ansprüche an mich selbst.

Sei gnädig zu Dir selbst!

Dein schlimmster Kritiker bist wahrscheinlich du selbst. Sicherlich machst du als Mutter oder Vater nie alles richtig. Aber was ist in diesem Fall schon richtig? Es gibt Tage, an denen flutscht es. Und es gibt Tage, die schon mit einer beschissenen Nacht beginnen und kein Potential haben noch gut zu werden. Auch die gehen rum. Und wenn die Wäsche liegen bleibt, es kein selbst gekochtes Essen gibt oder man von Selbstzweifeln geplagt ist: Du gibst alles für deine Kinder und nur das ist es was zählt. Wenn heute der Satz “Es ist alles nur eine Phase” völlig bescheuert in deinen Ohren klingt, weil nun mal gerade eine beschissene Phase ist: Sie geht wirklich vorbei und es kommen andere Phasen. Nicht weniger intensiv und manchmal auch anstrengend. Aber zumindest schläfst du bis dahin wieder durch. Versprochen!

 

Vom Glück in einer Demokratie zu leben #DubistDemokratie

#Dubistdemokratie

Meine Großeltern sind kurz vor dem Mauerbau mit ihren Kindern aus der DDR nach Westdeutschland geflüchtet. Meine Großeltern konnten viele Dinge einfach nicht länger ertragen. Meinem Großvater war es nicht mehr erlaubt in seinem Beruf zu arbeiten, die Familie mußte ihre Meinung in Bezug auf politische Dinge für sich behalten und wurde in beinahe allen Lebenslagen durch den Staat eingeschränkt.
Mein Mann und ich hingegen sind im Westdeutschland mit seinen demokratischen Strukturen aufgewachsen. Wir kennen es nicht mit unserer politischen Meinung hinter dem Berg zu halten. Wir kennen nicht die Angst vor der Staatssicherheit wenn wir mit anderen Menschen über Dinge sprechen, die uns angehen.
Noch viel weniger wissen unsere Kinder was es bedeutet in einer Diktatur zu leben. Und das ist gut so.

Und nun kommt das ABER. Wenn das so bleiben soll, dann müssen alle Demokratie leben und wir müssen den Grundgedanken von Demokratie unseren Kindern vorleben und weitergeben.

Doch was ist Demokratie?

Sprechen wir von Demokratie, meinen wir die Staatsform, die wir hier in Deutschland seit 1949 haben. Zuvor gab es zwischen 1918 und 1933 schon einmal eine ähnliche Staatsform, die aber aus verschiedenen Gründen nicht tragfähig war. Aus diesem Grund konnte der Nationalsozialismus die Macht an sich reißen und den einzelnen Bürger entmündigen.

Demokratie ist ein Begriff aus dem Griechischen und bedeutet frei übersetzt Herrschaft des Volkes. Im Grundgesetz sind grundsätzliche Regeln des gemeinsamen Miteinander geregelt, unter anderem auch die Staatsform (Artikel 20,1 GG): Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Es bedeutet aber nicht nur, daß alle Bürger die gleichen Rechte besitzen (Artikel 3, GG) sondern auch die gleichen Pflichten.
Jeder darf seine Meinung frei äußern (Artikel 5, GG), so lange sie nicht gegen das Grundgesetz verstößt.
Auch Ehe und Familie sind geschützt in der deutschen Demokratie. (Artikel 6, GG). Im gleichen Artikel werden auch Mütter hervorgehoben: Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft. (Artikel 6,4 GG). Weshalb eigentlich nicht auch Väter oder gleich Eltern?

Wie erklär ich es meinem Kind?

Wie erkläre ich meinem Kind, wie wichtig Demokratie ist und welche Bedeutung das für unser Leben hat?
Das ist gar nicht so schwierig wie es zunächste scheint. Meine Kinder sind schon in einem Alter, in dem sie prima verstehen können, was ohne Demokratie passieren würde. Wir unterhalten uns immer mal wieder darüber und gerade im Gespräch ergeben sich immer wieder spannende Gesichtspunkte:
Zunächst könnten wir könnten wahrscheinlich unsere Verwandtschaft im Ausland nicht mehr besuchen. Viel schlimmer wäre aber noch das Denkverbot, wie es die Große so treffend beschreibt. Zu Hause darf jeder seine Meinung sagen und wir akzeptieren sie auch. Ohne Demokratie unmöglich. Man würde in ständiger Angst leben aus nicht nachvollziehbaren Gründen staatlich verfolgt zu werden. Ganz schlimm wäre, daß keine Polizei und kein Richter helfen würde. Es gäbe Urteile ohne faire Verhandlungen.
Kleinere Kinder verstehen Demokratie anhand von Beispielen sehr gut. Martina nimmt Playmobilfiguren zu Hilfe.
Die Jüngste faßt Demokratie so zusammen: “Demokratie ist, wenn wir drei Kinder für Schwimmbad sind und die Eltern dann auch mitmüssen. Ob sie wollen oder nicht!”

Was können wir für die Demokratie tun?

Ohne die Beteiligung der Bürger gäbe es keine Demokratie. Nur wer mitmacht kann auch mitbestimmen und Einfluß nehmen. Dinge mitverändern.

Unsere Stimme erheben wenn uns Themen berühren

Am Beispiel der Mütter, die laut Grundgesetz besonderen Schutz genießen: Es klingt alles so toll, aber hier gibt es noch viel zu tun. Noch geben wir Mütter das Recht auf Selbstbestimmung mit dem positiven Schwangerschaftstest in der Hand ab. Wir haben zum Beispiel keine echte Wahlfreiheit wenn es um das Thema Geburt geht, weil man uns die Hebammen nimmt (hier geht es zum Hebammenprotest). Erschreckend, wo das endet. Nicht zuletzt dort, wo man plötzlich alleine ohne Hebamme ist, weil sie  im Nebenraum eine andere Geburt unterstützt.
Genauso wenig Wahlfreiheit besteht beim Thema Vereinbarkeit. Ob und wie viel ich arbeite so lange meine Kinder klein sind. Und wer bestimmt, wann sie alt genug sind?

Egal, ob mit oder ohne Kind. Als Frau muss man sich behaupten, sich von Fragen zur Familienplanung distanzieren, bekommt weniger Lohn für gleiche Arbeit. Von sexuellen Anspielungen und geringerer Wertschätzung möchte ich gar nicht reden.
Miriam, Dada & die Liebe

Also muß ich auf Mißstände aufmerksam machen. Natürlich immer in dem mir möglichen Rahmen. Daß der Rahmen anfangs scheinbar klein sein kann, später aber zu einer lauten Stimme werden kann, beweist uns Christine Finke immer wieder. Die Journalistin und Bloggerin wird nicht müde auf die Probleme von Alleinerziehenden aufmerksam zu machen und findet immer mehr Ohren bei den Medien und in der Politik. Sie hat auf das neue Unterhaltsvorschussgesetzt mit hingewirkt und dem Thema eine Stimme verliehen.

Vom Wahlrecht Gebrauch machen

Wir haben das Recht unsere Stimme abzugeben. Denjenigen zu unserem Vertreter zu wählen, der uns und unsere Anliegen mutmaßlich am Besten vertreten kann. Ich finde aber, wir haben die Pflicht zu wählen. Nicht zu wählen spielt den Populisten und Extremisten in die Hände. Denn die Anhänger derer, die unserer Demokratie Schaden zufügen wollen und unsere Rechte beschneiden möchten, die gehen auf jeden Fall zu Wahl. Das Beispiel der letzten Abstimmung in der Türkei macht das mehr als deutlich.
Geht zur Wahl, nehmt Eure Kinder mit und zeigt Ihnen ihre Möglichkeiten der Mitbestimmung! Denn #DubistDemokratie!

Wir sollten alle WÄHLEN gehen, denn ohne uns, ohne dich und mich, da gibt es bald keine Demokratie mehr! Jede Stimme zählt

Petra, Allerlei Themen

Diskussionsbereitschaft

Nicht jeder vertritt meine politische Meinung. Trotzdem muß ich im Gespräch bleiben. Meinen Standpunkt vertreten und immer wieder hinterfragen, ob der Gegenüber nicht doch gute Argumente hat. Relativ einfach machbar, wenn wir beide politisch eher in der Mitte angesiedelt sind. Schwerer, wenn der Eine extreme Meinungen und Ansichten sein Eigen nennt. Auch wenn es sich manchmal wie ein Kampf gegen Windmühlen anfühlt. Wir können nur im Gespräch bleiben, um unsere Mitbürger nicht an die Populisten zu verlieren.

Geht nicht der Hetze der Populisten auf den Leim. Diskutiert mit Eurem Umfeld. Überzeugt sie von der Wichtigkeit der anstehenden Wahlen. Klärt sie über die Populisten auf. Auch im Kleinen können wir ganz viel tun.

Tanja, Murmelmum

Und jeder sollte populistische Nachrichten zweimal hinterfragen ob er sie für bare Münze nimmt. Gerade wenn sie so schön in das eigene Weltbild paßt. Quellen prüfen und vor allem nach der Absicht der Nachricht suchen: was will der Autor damit erreichen. Oft löst sich dann ganz viel vermeintliche Wahrheit im Nichts auf.

Eltern prägen die Gesellschaft von morgen!

Wir als Eltern tragen eine große Verantwortung: in unserer Obhut lebt die Gesellschaft von morgen. Wenn wir unseren Kindern eine demokratische Staatsordnung wünschen, dann müssen wir ihnen vermitteln, wie wichtig Demokratie ist und daß jeder einzelne von uns etwas dafür tun kann. Denn #DUBISTDEMOKRATIE, der Staat kann immer nur so demokratisch sein wie seine Einzelteile: der einzelne Bürger.


Dir liegt das Thema Demokratie am Herzen? Dann mach mit bei der Blogparade #Dubistdemokratie von Allerlei Themen und Tollabea. Schreibe darüber auf Deinem eigenen Blog oder teile ein Bild mit dem Hashtag auf Deinen sozialen Kanälen.


Hier gibt es schon viele wunderbare Beiträge zum Thema:

  1. Demokratie ist wichtig für die Zukunft unserer Kinder: Die Anderl
  2. Den Kindern kann man mit Playmobil erklären weshalb Nichtwälen das Schlimmste ist: Jolinas Welt
  3. Wir alle können etwas verändern. Auch wenn politisch aktiv sein nicht einfach ist: Kind und Studium
  4. Wahlrecht ist auch Wahlpflicht: Wheelymum
  5. Meine Kinder sollen politisch aufwachsen! Murmelmama
  6. Demokratie müssen wir vorleben: Motzmama
  7. Natürlich ist Familie auch immer politisch: StadtLandMama
  8. Die Demokratie braucht Euch Frauen! Frau Chamaillon
  9. Nur in einer Demokratie kann ich meine Träume verwirklichen: Hallo liebe Wolke
  10. Warum ich meinem Baby das Buch eines Holocaust-Überlebenden kaufte: Eva meint`s gut
  11. Gehst Du wählen? Impressions of Life
  12. Die Ehe ist die kleinste Demokratie: Glucke und so
  13. Wer ist eigentlich der Bestimmer? Perlenmama
  14. Vereinbarkeit: Heute ist Musik

 

12 Bilder im April 2017

Heute gibt es schnelle 12 von 12. Und dann nicht mal zwölf Bilder sondern nur acht. Irgendwie war der Tag heute so voller Arbeit, daß ich kaum Zeit hatte Bilder zu machen. Ein paar sind es doch geworden:

 

Und wie war der 12. April in den letzten Jahren? April 2016, 2015, 2014,

Mehr Bild gibt es wie immer bei Caro!

Unser Hund ist kein Familienhund

Kurz vor meinem fünften Geburtstag kam ein kleiner Mischlingswelpe zu uns ins Haus. Von da an begleitete Hund Felix mich und meine Geschwister bei allem, was wir in Kindheit und Jugend erlebten. Er war dabei als ich zur Schule kam, beim Wandern in Österreich, als ich das erste Mal Übernachtungsbesuch von einer Freundin hatte und er leckte die Tränen beim ersten Liebskummer von meinen Wangen. Als er zu alt und krank war, um sei Leben noch genießen zu können war er wie ein Bruder für mich. Meinen Kindern erzähle ich immer, wie er uns die Hausschuhe auszog und damit wegrannte. Wie wir alle zusammen donnerstags immer Ein Heim für Tiere im Fernsehen anschauten und er jedes Mal mitbellte, wenn im Fernsehen ein Hund eine “Sprechrolle” hatte.
Mir und meinen Geschwistern hat er sehr gut getan, der Hund.

Unser Charly

Unsere große Tochter wollte einen Hund etwa seit dem Zeitpunkt, als sie statt “Wauwau” “Hund” sagen konnte. In regelmäßigen Abständen bearbeitet sie ihren Papa in diese Richtung. Er selber hatte nie einen Hund und stand jahrelang dem Thema Haustier ziemlich skeptisch gegenüber. Irgendwann begann er einen folgenschweren Fehler: er versprach seiner Erstgeborenen, daß das Thema in drei Jahren neu verhandelt werden könne…
Hatte ich erwähnt, daß meine Große ein Gedächtnis wie ein Elephant besitzt und sehr sehr hartnäckig sein kann?
Als die drei Jahre rum waren und alle Kinder groß genug für einen Hund waren tagte der Familienrat und einige Wochen später war es eine beschlossene Sache: wir möchten einen Hund! Bis der spanische Straßenhund Charly dann tatsächlich bei uns war, dauerte es noch eine gefühlte Ewigkeit. Aber das ist eine andere Geschichte.

Unser Charly: am Anfang ein schüchternes kleines Kerlchen, das Angst vor allem und jedem hat. Heute ist er ein qurirliger Junghund mit vielen Flausen im Kopf.

Mein Hund – unser Hund – Familienhund

Was ist denn eigentlich ein Familienhund? Er lebt in der Familie und jedes Familienmitglied hat seine Pflichten bei der Hundebetreuung? Füttern, Fellpflege Gassigehen?
Viele Familien haben einen Hund mit der Begründung, daß er das Verantwortungsbewußtsein von Kindern fördert. Dem stimme ich nur teilweise zu. Denn es macht keinen Sinn Kindern einen Berg Pflichten aufzuerlegen. Zusätzlich zu denen, die sie eh schon haben: zur Schule gehen, Hausaufgaben machen, Tischdecken, Zimmer aufräumen, … und Kind sein. Kinder sein, die mit einem Haustier aufwachsen und erfahren dürfen einen treuen Freund an ihrer Seite zu haben.

Der Hund als Erzieher?

Zweifellos lernen sie Rücksicht auf Andere zu nehmen. Als Charly zu uns kam, saß er zuvor fast zwei Tage in einer Box in einem Transporter und er war völlig verschüchtert. Die Kinder mußten lernen behutsam auf den Hund zuzugehen, keine plötzlichen Bewegungen zu machen und nicht auf Charly loszustürmen. Das klappte super, auch mit der damals erst Fünfjährigen.
Jetzt ist es noch immer so, daß sie sich auf seine Launen einstellen müssen. Charly ist der liebste und genügsamste Hund den ich kenne. Doch manchmal hat er auch keine Lust zu spielen oder Quatsch zu machen. Das zeigt er deutlich und unmißverständlich: er steht auf und geht in eine ruhige Ecke. das zu akzeptieren und nicht hinterher zu laufen ist gar nicht so einfach. Lernen sie noch.

Keine Frage, daß die Kinder auch mithelfen: Futter anmischen, spielen und Gassi gehen. Aber ich formuliere das dann als Bitte um Mithilfe und schaffe keine dauerhaften Verpflichtungen. Oft fragen sie von sich aus, ob sie helfen können und ich glaube das klappt besser als irgendwelche “Hundedienste” festzulegen.

Die drei Mädels haben viel Spaß mit Charly. Er liebt es zu rennen und zu toben, zeigt ihnen aber deutlich, wann es ihm zu viel wird.

Ein Hund für die Seele

Wenn ich die Kinder zusammen mit dem Hund erlebe, spüre ich oft, wie gut #unserCharly ihnen tut. Braucht die Große eine Auszeit von der Familie, schnappt sie sich die Leine und geht mit dem Hund in den Wald. Für die Mittlere ist Charly der beste Freund, ein Vertrauter, dem man alles erzählen kann und die Jüngste hat in ihm so etwas wie einen kleinen Bruder, den sie auch ein bißchen bemuttern kann.
Vielleicht bilde ich es mir auch ein, aber gefühlt wird weniger lauthals gestritten und oft vertragen sie sich auch während Charly vermittelnd zwischen den Streithünchen hin- und her läuft.
Und die viele Bewegung, die alle durch die langen Spaziergänge bekommen wirkt sich natürlich auch positiv auf die Stimmung aus.

Ein Hund für mich

Und wenn ich ganz ehrlich bin, eigentlich wollte ich Charly auch für mich. Im Homeoffice nutze ich lieber die Zeit zum Arbeiten, als an die frische Luft zu gehen. Gerade in den Wintermonaten kam ich oft nur zum Kinder Hin- und Herbringen an die frische Luft. Nun geh ich jeden Morgen eine Stunde mit dem Hund in den Wald. Genieße die Stille, atme die frische Luft ein und starte erholt in den Arbeitsalltag.

 

Seit ich ihn abgeholt habe ist er sehr auf mich fixiert #unserCharly. Aber er kuschelt und spielt auch mit allen anderen Familienmitgliedern. Sobald jemand weint kommt er sofort und checkt den Ernst der Lage ab. Mittlerweile kann er “Faketränen” schon sehr gut von echten Tränen unterscheiden.

Der Hund ist immer dabei

Unser Hund Charly liebt das wasser. Und Kinder, die mit ihm darin herumtollen
Sommerurlaub wie er am meisten Spaß macht: Wasser und glückliche Kinder, die mit Charly spielen

Charly reist nicht so gerne, aber wenn alle im Auto sind, dann ist er dabei. Wenn man ein paar Dinge beim Reisen mit Hund beachtet, klappt das ganz gut. Er hat viel Spaß am Wasser und mit anderen Kindern. Jedem begegnet er freundlich und aufgeschlossen. Das ist natürlich entscheidend für einen Hund, der in einer Familie lebt.

Charly hat jedes Mal Angst vor der Autofahrt. Kann man verstehen, denn er weiß ja nicht, was ihn erwartet.

Das Reisen selbst ist natürlich wieder etwas komplizierter geworden. Mit drei Kindern hat man manchmal schon Probleme eine geeignete Unterkunft zu finden. Ein zusätzlicher Hund verringert die Auswahl um mindestens fünfzig Prozent. Aber dieser treue Vierbeiner mit der feuchten Schnauze ist es wert auch mal länger zu suchen. Notfalls haben wir auch einen wunderbaren Hundesitter, mit dem Charly sehr gerne zusammen ist.

Neugierig beschnuppert er Babys und erkundet Flüsse.

Im Alltag ist er so gut wie immer dabei und bei fast allen Freunden und Bekannten gerne gesehen. Durch seine zurückhaltende Art schließen ihn die Menschen sofort ins Herz. Das erleichtert das Unterwegssein ungemein.

 

Wie machst Du das? hast Du einen Hund? Und wer muß sich um ihn kümmern?

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3 Dinge, die du mit Kindern nicht mal denken darfst.

Mir passiert es ja hin und wieder, daß ich erleichtert aufatme und denke wie schön doch gerade alles mit den Kindern ist. So friedlich, harmonisch und gesund. Das verleitet mich in geistig umnachteten Momenten dann dazu, die Freude über den aktuellen Status auch zu kommunizieren. Leider passiert dann jedes einzelne Mal das Gleiche: ich spreche es aus, und zack bricht alles zusammen. Ich frage mich dann immer ob das nur mir so geht oder ob andere Eltern das Phänomen auch schon mal beobachtet haben. Ich habe mal drei typische Sätze, die man niemals aussprechen darf aufgeschrieben:

1: Meine Kinder sind nie krank


Es mag rein statistisch stimmen, daß meine Kinder relativ wenig krank sind. Hin und wieder erwischt es sie doch. Nämlich dann, wenn ich mich freue, daß sie der aktuellen Grippe- oder Magen-Darm-Krankheitswelle bisher stand gehalten haben und ich mich darüber so sehr freue, daß mir der Satz “Mein Kind ist nie krank!” über die Lippen flutscht. Wahrscheinlich ist es das miese Karma -andere Mütter trifft es ständig, die Sache mit den kranken Kindern- und zack ist es bei uns zu Hause auch schon passiert: Das Kind ist in Dauerschleife krank und nimm nacheinander alle Viren mit, die sich so in Kindergarten, Schule und Hort tummeln.
Dabei kann ich mir den Satz sehr lange verkneifen (ich denke es nur erleichtert), aber wenn dann fast alle in meinem Umfeld wieder gesund sind, dann rutscht er doch wieder raus. Nicht triumphierend, eher erleichtert in der Hoffnung der Kelch sei an uns vorüber gegangen.
Anfängerfehler.

2: Die Geschwister streiten sich gar nicht mehr


Dieser Satz schreit sozusagen nach einem Gegenbeweis wird der aufmerksame Leser jetzt einwerfen. Stimmt.
Meine Freude überwiegt jedoch jeglicher Vernunft, wenn es eine streitfreie Phase gibt. Dann muß ich zumindest dem Kindsvater erklären, wie wohltuend diese Ruhe in unserem Heim auf mich wirkt. Das ist ein erleichtertes Aufatmen, weil man mal telefonieren kann ohne 95 Dezibel im Hintergrund. Es ist sogar möglich Musik in Zimmerlautstärke zu hören.
In anderen Familien mag das anders sein, bei uns zu Hause gilt: man schlägt sich, man verträgt sich. Nur das Vertragen dauert meist genau für die Zeitspanne an, die ich brauche, um meine Erleichterung darüber kund zu tun. Denn irgendwas ist immer: Der Pfannkuchen der Schwester ist dicker mit Marmelade bestrichen oder die Eine hat wieder die Socken der Anderen angezogen. Man glaube mir: es findet sich immer ein Grund sich zu streiten.

3: Jetzt sind die Kinder aus dem Gröbsten raus


Ha, um diesen Satz aussprechen zu können muß man zunächst einmal definieren, was genau dieses “Gröbste” sein soll:
In meiner kleinen Welt als Baby- und Kleinkindmutter war für mich die eigenständige Kontrolle sämtlicher Körperöffnungen ein entscheidender Schritt weg vom Gröbsten. Sprich: selbständiges Essen und Trinken und Beseitigung desselbigen. Weg mit der Windel ohne Unfälle.
Nun ja und da ich mir vom Eintritt in den Kindergarten ein wenig mehr regelmäßige Unabhängigkeit von meinen Kindern erwartete, dachte ich auch dieser Stichtag wäre ein Meilenstein in die richtige Richtung.
Nicht bedacht hatte ich aber, daß bei mehreren Kindern immer eins entweder noch nicht oder nicht mehr im Kindergarten befindlich ist.
Und nach dem Kindergarten fängt das Gröbste eigentlich erst richtig an. War der Kindergarten noch die Insel der Glücksseeligen für Mutter und Kind, beginnt es hier kompliziert zu werden:
Denn das Gröbste legt noch eine Schippe drauf: den massiven Einfluß von außen. Und den individuellen Umgang des einzelnen Kindes damit.
Und als Mutter sehe ich natürlich, wie es leichter gehen würde als mit dem Kopf durch die Wand oder auch wahlweise im Sand.
Ist die Grundschulzeit geschafft und die weiterführende Schule erreicht, stellt man dann fest, daß für das eigentlich pflegeleichte Kind das Lernen an sich eine Herausforderung ist.
Nunja, sagen wir mal so: das Gröbste gibt es anscheinend nicht. Die Ansprüche an mich als Mutter verlagern sich nur. Ist das Kind zu Beginn seines Lebens stark körperlich an mich gebunden, braucht es mich mit zunehmendem Alter immer mehr als Sparringspartner. Die Herausforderung ist dann irgendwann auszuhalten, daß das Kind seine eigenen Wege geht, eigene Gedanken denkt und vor allem eigene Fehler macht.
Der bekannte schweizer Kinderarzt Remo H. Largo vermittelte mir bereits in meiner Anfängerzeit als Mutter, daß alles nur eine Phase ist, und daß alles, was irgendwie komisch ist mit der Erweiterung des kindlichen Horizonts zu tun hat (Tatsächlich beschreibt er es nicht so banal wie ich es hier tue, ich habe sicher auch viele gute Thesen wieder vergessen. Die eine jedoch hat sich in mein Hirn gebrannt).
Die FAZ zitiert Remo. H. Largo, daß Eltern nur eines müssen:

“…akzeptieren, dass man die Kontrolle über die heranwachsende Brut verliert.”

Na denn. Nur nichts beschreien!

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