Meine Zwerginnen sind, wie sicher schon sehr häufig erwähnt, seltsame Esser. Erscheint mir ein Gericht besonders kinderzungenfreundlich lehnen sicherlich alle drei kategorisch ab auch nur einen Bissen zu versuchen. Bin ich der Meinung, meine Kochleistung in der Küche war wieder mal besonders mies, stürzen sich alle auf die Töpfe als gäbe es morgen nichts mehr zu verspeisen.
Um ständigem Ärger vorzubeugen hatte ich gestern die geniale Idee, mit den beiden großen Zwerginnen einen Deal zu machen (No.3 würde eh nichts essen, deswegen durfte sie auch nicht mit entscheiden.): Sie dürfen sich ein (Lieblings)Gericht für die kommende Woche wünschen und im Gegenzug essen sie einen Teller der Samstagssuppe (wegen Feiertag schon am Freitag).
Super Idee oder? Zwergin No.2 wollte auch noch beim Schnippeln helfen und in mir keimte schon eine leichte Freude auf, daß dieses Mal alles gutgehen könnte.
Lag es am Kürbis?
Aber hier erst mal die Zutaten für die Suppe. Die übrigens dem Weltbesten und mir ausgesprochen gut geschmeckt hat.
Herbstsuppe

1 kleiner Kürbis
1 mittelgroßer Apfel
1 Birnenquitte
1 große Süßkartoffel
2 Karotten
2cm Ingwer
Petersilie
1l Gemüsebrühe
ein Schuß Sahne

Es kostet mich einige Überwindung einer Zweieinhalbjährigen ein scharfes Messer in die Hand zu drücken. Aber meine Erfahrungen mit den beiden Größeren haben mich ruhiger werden lassen. Die haben nämlich mit knapp drei im Kindergarten schon gelernt zu schnippeln. Und bis jetzt ist noch nichts passiert.

No.2 macht das alles sehr routiniert. Man beachte den elegant abgespreizten Finger.

Als Beilage gab es Sonnenblumenbrot mit Butter (zum Selbstdraufstreichen natürlich) und in der Pfanne gebackenes Knoblauchbrot.
Auf besonderen Wunsch von No.2 gab es zusätzlich zur Petersilie noch Schnittlauch zum Bestreuen (wie im Kindergarten).
Gegessen hat sie (außer Butterbrot) vielleicht zwei Löffetl Suppe. Sprich es gibt keine Pfannkuchen in der nächsten Woche. Aber das stört die Zwergin auch nicht. Wenn nicht, dann eben nicht. Erpressen läßt sie sich nicht. Noch nie. Das würde manchmal die Erziehung etwas einfacher machen. Auch wenn „wenn …, dann …“ völlig blödsinnig ist. Und jeder Erziehungsratgeber davor warnt.

Dass No.3 außer zwei Bissen Brot gar nichts essen würde war klar. Noch nie hat sie den Mund für Pürriertes geöffnet. Es sei denn, es war Obst. Aber das ist lange her.
Könnt Ihr Euch vorstellen, daß sie nie Brei gegessen hat? Von Anfang an mußten es Stückchen sein. Ohne Kompromisse.
Dafür hat sie dann zum Nachmittagskaffee (den ich getrunken habe) drei Bananen hintereinander in ihren kleinen Mund geschoben.
Macht auch satt.

No.1 liebt Schweinebraten. Was sie gar nicht liebt ist Kürbissuppe.
Aber der Wunsch nach Schweinebraten war stärker und sie hat ihren Teller mit sehr sehr mürrischem Gesicht leer gegessen.

Haben die Zwerginnen irgendetwas gelernt bei der Suppengeschichte?
Ich weiß es nicht. Aber ich habe einmal mehr erfahren, allen kann man es nie recht machen. Deswegen denke ich über einen Wochenplan nach, auf dem jeder nachlesen kann, wann es was zu Essen gibt. Das erleichtert mir auch die Planung und den Wocheneinkauf.

Hat jemand damit Erfahrung? Oder einen anderen Tip für Familienessen?

Gruß
Suse