Backen gegen die Wut – Orangenshortbread mit grünem Tee

Gestern Nachmittag wäre ich vor Wut beinahe geplatzt.
Stelle mir gerade eine geplatze Mama vor. Ich mochte noch nie Horrorfilme.
Ich liebe meine Kinder. Aber Mütter, die ständig ihre Sprößlinge nach vorne schubsen müssen und immer Angst haben, daß Ihre Kinder etwas verpassen lösen in mir Agressionen aus. Frei nach dem Motto: Ich verschaffe meinem Kind das Beste, also bin ich auch eine bessere Mutter. Und macht man es anders wird das gleich negtiv bewertet.
Das Dumme an der Sache ist nur, daß ich doch immer mal wieder darüber nachdenke, ob ich meine Kinder nicht mehr pushen müßte: Verabredungen treffen, hippe Sachen mit ihnen unternehmen, coole Klamotten kaufen … Nein!
Verabredungen treffen können (und machen) sie spätestens ab Vorshulalter selber, am liebsten gehen sie in den Wald und bauen Hütten und Klamotten müssen für sie bequem und in der Lieblingsfarbe sein.
Fakt ist doch, Kindern alles aus dem Weg zu räumen behindert sie in ihrer Entwicklung.
Seit Zwergin No.1 alleine zur Schule gehn darf, ist sie ein Stück gewachsen. Klar, nicht jeder Schulweg ist sicher genug, aber es gibt viele Möglichkeiten die Kinder im geschützten Rahmen über sich hinauswachsen zu lassen. Bei No.2 ist es ein Erfolgserlebnis beim Bäcker eigenständig eine Breze zu kaufen.

Nach der Schule brachte No.1 gestern einen Freund mit und ganz klare Vorstellungen: Nach den Hausaufgaben gibt es Mittagessen und dann wollen wir raus und unsere Waldhütte planen. Und kannst Du uns was als Proviant backen?
Ich habe mal gelesen, daß die Teigzubereitung entspannend wirken soll. Oder war das auf Brotteig bezogen? Egal, das Wetter ist genau richtig für Kekse und heißen Kakao.

Orangenshortbread mit grünem Tee

 
250g Weizenmehl150g fisch gemahlenen Dinkel100g Puderzucker1/2 Fläschchen Orangenölabgeriebene Schale von zwei Orangen250g Butter und 1Tl im Mörser zerkleinerte Grünteeblätter (Ich hatte einen Orangen Weihnachtstee von Kusmi) zu einem glatten Teig verkneten.
(Tip: 1Eßl heißes Wasser hilft, daß der Teig sich besser verbindet).
Aus dem Teig ca. 3cm große Kugeln formen und auf ein Backblech legen. Mit einem Glas (vorher in Zucker tauchen) platt drücken und bei 190°C ca. 8 bis 10min backen.
 
Herausnehmen und abkühlen lassen. Erst dann von Blech nehmen.
Nach Belieben mit Puderzuckerglasur verzieren.
 
Während ich so vor mich hingewurschtelt habe, haben die Beiden schnell mal den Christbaum zerlegt, um ihn in den Wald zu ihrer Hütte zu schleppen:
 
 
 
Geplant war das Holz zu trocknen und im nächsten Winter das Wohnzimmer für ein paar Stunden warmzumachen. So geht es aber auch.
 
 

Dazu eine heiße Schokolade und es war auch nicht mehr ganz so schlimm, daß der Waldausflug ins Wasser gefallen ist. es ist sehr entspannt wenn die Beiden zusammen sind. Sie finden zwar immer neuen Quatsch den sie machen können, aber sie sind dabei ein Herz und eine Seele.

Und was macht Ihr so, wenn Ihr wütend seid?
Um den Block laufen?
Laut Musik hören?

Gruß
Suse

 

7 comments On Backen gegen die Wut – Orangenshortbread mit grünem Tee

  • Pingback: Shortbread Kugeln - Ich lebe! Jetzt! ()

  • Geilomate Kekse. Das mal vorweg.

    Der Terminus der „Eislaufmutti“ ist allgegenwärtig. Und dennoch, es ist eher mitleiderregend. Vor allem mit Blick auf die Kinder, die nicht sein dürfen, wer sie sind. Die kein eigenes Tempo, keine Hemmschwellen, keine Eingewöhnung haben dürfen, sondern die instrumentalisiert werden für die Kompensation der gefürchteten Fehlbarkeiten ihrer Mütter. Herzlichen Glückwunsch.

    Drücke Dich.
    Nina

  • Ersteinmal ein gutes Neues Jahr!!
    Ich kann Dich zu gut verstehen! Bei so Aktionen bekomme ich auch Agressionen!! Das ist glaube ich ein typisch deutsches Problem! In Deutschland sind die Mamas leider extrem ehrgeizig! Das ist hier in Norwegen viel angenehmer!!:) Da dürfen Kinder eben auch noch Kinder sein!!
    Klem
    Alice

  • uiii da war mal jemand anscheinend so richtig blöd Dir gegenüber!
    Ich versuch ja immer noch mal kurz vorher nach zu denken, bevor ich mich aufrege und sauer bin!
    Und versuche es zu verhindern in dem ich direkt hingehe und spreche oder die Sache einfach sofort versuche zu klären. Aber wenn das ganze nicht geht und ich bin dann doch sauer, dann kann ich allen menschen der Welt nur raten ganz entfernt von mir zu bleiben, bis ich wieder vernünftig denken kann. Da muß ich einfach mit mir alleine da stehen glaube ich und es ist dann irgendwann dass ich wieder ruhig bin, aber die Sache was es auch war oder die Person hat dann forever verloren bei mir leider!
    Also einfach cool bleiben. Es schadet ja nur einem selber!
    Und Deine Plätzchen werde ich auch mal ausprobieren, hört sich auf jeden Fall nach einem spannendem Geschmack an. :-) Dankeschön!
    Und hab noch einen wundertollen Tag…

  • Yeah! Schöner Post! Es gibt beide Seiten – Eltern, die nicht loslassen können/wollen und den Kindern permanent alle Unwegbarkeiten aus dem Weg räumen, sodaß sie quasi das Butterbrot direkt ans Bett serviert bekommen und mit der Selbstständigkeit hinterherhinken und Eltern, die ihre Kinder nonstop pushen und letztendlich eigentlich nach der eigenen Selbstverwirklichung suchen, die sie in ihrer Kindheit vielleicht nicht hatten. Den guten Spagat zu finden – das ist unsere Aufgabe. So, wie Du es schreibst, scheinst du es doch toll zu machen.
    Mein Großer ist auch schon sehr sehr selbstständig und ich lasse ihn einfach machen….noch gibt es mehr als genug Situationen, wo er einfach trotz alledem meine Unterstützung braucht – und die kriegt er dann auch.
    Lieben Dank für das Rezept, das probiere ich mal aus.
    Tolle Restwoche!

    • Danke.
      Es ist nicht so, daß ich keine Angst hätte, das etwas passieren kann. Aber Angst ist in den wenigsten Lebenslagen ein guter Ratgeber. O.K., wenn ein wildes Tier vor dir steht, solltest du rennen…
      Klar gibt es auch hier zwei Seiten und es ist stark vom Kind abhängig was es schon kann und was nicht.
      Dir auch eine schöne Restwoche!

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