Gute Vorsätze setzt man am besten dann um, wenn man sie fasst. Nicht erst am 1. Januar, nicht irgendwann später. Und mein Vorsatz steht fest: Ich möchte wieder bloggen. Schreiben über das, was mich bewegt – im Alltag, im Innen, im Außen.

Mein Blog ist inzwischen 13 Jahre alt. Ein Teenager also. Und wie das in diesem Alter so ist, täte ein optisches Makeover gut. Das kommt nach und nach. Jetzt geht es erst einmal darum, wieder anzufangen.

Am Anfang war Ich lebe! Jetzt! meine digitale Rezeptesammelkiste. Später wurde daraus ein buntes Sammelsurium aus Familienthemen. Manchmal politisch, immer authentisch. Und dann kam irgendwann das Loch. Die Erkenntnis, dass unsere Familienthemen zwar allgegenwärtig sind, aber nicht mehr so leichtfüßig ins Internet passen. Zu persönlich, zu intim.

Also gibt es jetzt eine Fortsetzung – mit dem Fokus auf meinem Leben. Die Familie spielt weiterhin eine Rolle, aber anders, behutsamer, ausgewählter.

Doch jetzt zu meinen 12von12:

Mein Tag beginnt, wie so oft, mit Kaffee, Tee und einer Schale Quark mit Mandelmus und Blaubeeren. Ein kleines Ritual, das mich zuverlässig ankommen lässt.

Dann schlüpfe ich in die persönliche Schutzausrüstung und schwinge mich aufs Rad, Richtung Stadttheater. Dort mache ich heute Sanitätsdienst bei zwei Vorstellungen des Zauberers von Oz.

Der Platz für den Sanitäter ist 1. Klasse! Ich habe das Stück bereits am Dienstag gesehen, aber es bleibt spannend – vor allem wegen der Erstklässler im Publikum. Ihre Reaktionen könnten unterschiedlicher nicht sein: Die einen sitzen still und völlig versunken in der Geschichte, die anderen lassen den Saal beben, klatschen, rufen, singen. Es ist faszinierend, diese unmittelbare Begeisterung zu beobachten.

Im Theater war es schön warm, jetzt muss ich wieder raus in die Kälte. Aber daran gewöhnt man sich auch schnell wieder.

Nach der zweiten Vorstellung geht es schnell zu DM. Etwas für den Adventskalender muss noch besorgt werden. Keine Fragen bitte – dieses Jahr hat die Vorweihnachtszeit einen Sprint hingelegt.
Für mich gibt es ein bisschen Pistazien-Schokoloade.

Und dann weiter in den Buchladen, Schullektüre abholen. Kleine Erledigungen, die sich zu dieser Jahreszeit gerne stapeln. Ich genieße es mit dem Rad durch die Landschaft zu rollen.

Zu Mittag werde ich bekocht. Ein Geschenk mitten im Alltag. Als ich das letze Mal gebloggt habe, war ich noch Vegetarierin. Dinge ändern sich.

Am Nachmittag steht Projektarbeit für mein Masterstudium Zukunftsdesign an. Heute moderiere ich unser Meeting. Ich bin gespannt, wie es läuft – und freue mich auf das gemeinsame Denken.


Während ich arbeite, schnarcht unser Charly neben mir entspannt im Körbchen.

Den Katze entdecke ich im Bad. Mal wieder. Auf der Fußbodenheizung wohl zu warm und das Waschbecken ist gerade richtig temperiert.

Als ich schließlich vom Schreibtisch aufstehe, ist es bereits dunkel. Trotzdem zieht es mich noch einmal in den Wald. Nach vier Stunden konzentrierter Arbeit brauche ich frische Luft. Der Weg ist düster, aber notwendig. Und er tut gut. Eine knappe Stunde nur meine Gedanken und ich.

Jetzt stelle ich noch die Rezension zum Buch von Shqipe Sylejmani fertig. „Stolz und Widerstand“ erzählt von einer Frau, die nach einem persönlichen Verlust auf eine Reise durch den Balkan aufbricht und dort den Geschichten anderer Frauen begegnet, die von Schmerz, Stärke und jahrzehntelangem Schweigen geprägt sind. Auf diesem Weg findet sie nicht nur ihre eigene Stimme wieder, sondern auch ein tieferes Verständnis von Herkunft, Erinnerung und weiblicher Solidarität.

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