Ich bin stark – Du bist stark!

Gefühlt sind die Zwerginnen längst in der Pupertät. Nur nennt man das momentan noch Trotzphase.
Ehrlich? Ich habe einen Heidenrespekt vor der Zeit in der man nicht mehr weiß wo oben und unten ist. In der man sich selbst nicht kennt und das Leben nach dem Trial and Error Prinzip funktioniert.
Es ist aber auch eine aufregende Zeit voller neuer Entdeckungen.

Mein Lieblingspädagoge Jesper Jul macht aber deutlich, daß in der Eltern Kind Beziehung die Zeit VOR dem Eintritt ins Erwachsenenalter die wirklich wichtige Zeit ist. In der man einbezahlt auf das Beziehungskonto. Später sind die Kinder -pardon, dann Jugendlichen- nicht mehr auf rationaler Ebene erreichbar.
Vor allem ist die Selbstwahrnehmung in dieser Zeit oft gestört. Wenn bis dahin das Selbstbewußtsein und ein vernünftiger Umgang mit dem Ich nicht gestärkt worden ist, kommt alles durcheinander.

Hiiilfe! Wie leiste ich diese Vorarbeit?

 Passend zum Thema durfte ich vor Kurzem nach Berlin reisen. Ich hatte einen der begehrten Plätze für den Workshop Starke Mütter, starke Töchter bei MamaNotes gewonnen.

Über die Aktion von Dove und Rossmann „Mehr Mut zum ich“ hatte ich viel gelesen. Auch kritische Stimmen, wie die von Momatka.

Ich war also sehr gespannt, was auf mich zukommen würde.

Und wurde nicht enttäuscht. Der Workshop wurde von zwei Mitarbeitern des Zentrums für Eßstörungen in Frankfurt moderiert. Von Werbung keine Spur.

Was hilft mir, wenn es mir nicht gut geht?

Im Gegenteil, es entwickelten sich tolle Gespräche zwischen den Teilnehmerinnen und ich konnte für mich und meine Beziehung zu den Zwerginnen neue Impulse mit nach Hause nehmen.
Ich werde auch jetzt schon darauf achten, daß ich eine klare Haltung bei den mir wichtigen Themen habe. Das setzt aber voraus, daß ich mir dazu auch rechtzeitig Gedanken mache. Themen wie Alkohol, Ausgehen und körperliche Veränderungen (wie Piercings, Tattoos) machen mir diesbezüglich keine übermäßig großen Sorgen. Hier gibt es gesetzliche Vorgaben, die einen Rahmen stecken.
Aber die vermeintlich kleinen Dinge werden bei näherer Betrachtung plötzlich ganz groß: Barbie ja oder nein? Erlaube ich es meinen Zwerginnen sich als Monster High zu verkleiden und rumzulaufen wie auf dem -Entschuldigung- Straßenstrich?
Deswegen erbitte ich mir bei solchen Themen Bedenkzeit um einen Standpunkt entwickeln zu können.
Wichtig vor allem ist der ständige Dialog mit den Heranwachsenden. Ohne die eigene Meinung aufzuzwingen. Vielleicht hat das Kind auch die besseren Argumente und überzeugt mich?
Wenn mein Weg der richtige ist, übernehmen ihn die Kinder trotzdem niemals völlig. Das, was ich ihnen vorlebe und sie überzeugt, werden sie wohl auch annehmen. Dafür muß aber die Beziehung stimmen. Dann glauben die Kinder auch daran, daß sie gut sind so wie sie sind.

Vielen Dank an Berlinmittemom, Tollabox, Mamanotes, Kitchencloud und die anderen Teilnehmer des Workshops. Es war toll Euch starke Mütter kennenzulernen!

Gruß
Suse

5 comments On Ich bin stark – Du bist stark!

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  • Liebe Suse,

    ohja, was für eine Zeit der Trotzphasen und Vorpubertät. Ich hab sie mit dem Großen schon durch und der kleine Mann steckt ein wenig drinnen. Da hilft nur unendliche Geduld und ein stetes Mantra, dass man seine Kinder liebt, wie sie sind.
    Die Diskussionen um, was dürfen meine Kinder zum Spielen haben und was nicht, sind manchmal leidlich, besonders, wenn sie dann Taschengeld bekommen und theoretisch alles davon kaufen dürfen, was sie wollen, denn es ist ja ihr Geld. Ich versuche dann den Jungs zu erklären, weshalb ich dieses und jenes nicht möchte und statte sie mit den notwendigen Ausführungen dazu aus, auch wenn das Fußstampfen und wildes Geschrei hervorruft, wo wir alle durchmüssen :-)
    Aber mittlerweile sehe ich, dass es sich lohnt. Vorallem, wenn man sie in Zeiten, in denen alles super läuft, hinreichend lobt und mit besonders viel Liebe zuschüttet.
    Und ich habe für mich feststellen dürfen, dass es ihnen unheimlich gut tut, wenn man seine Freude über die eigenen Kinder, mit anderen teilt, wenn die Kinder dabei sind.
    Neulich waren wir in der Bibliothek und ich traf eine Bekannte, die zu mir meinte: „Na, bist du auch so froh, wenn die Ferien wieder vorbei sind und die Kinder wieder in die Schule müssen?“, woraufhin ich, im Beisein meiner Jungs meinte: „Och nein, wegen mir könnten wir noch länger Ferien haben. Mit den Jungs ist es grad soooo schön!“. Das rief natürlich bei meiner Bekannten ein paar Fragezeichen in die Augen, bei meinen Jungs aber absolutes Wohlwollen und das bestreben, es so harmonisch weiterzuführen.
    Meine Mom meint ja immer, dass ich es nicht so laut sagen soll, wenn es gerade gut läuft, weil es sich sonst ins gegenteil umkehrt. Aber mittlerweile sage ich immer, dass man es gerade dann laut äußern muss, damit die Freude darüber ins Universum gestreut wird und erhalten bleibt. :-)

    Und ich gebe meiner Vorkommentatorin recht: Man muss sich eingestehen, dass man nicht fehlerfrei ist und das durchaus auch vor den Kindern. Das gibt ihnen zum einen das Gefühl, dass man nicht perfekt sein muss, um liebenswert zu sein (denn immerhin lieben sie einen ja doch von ganzem Herzen, egal wie perfekt man ist) und zum anderen die Chance zu sehen, dass man aus fehlern was lernen und sich weiterentwickeln kann.

    Ich gebe mittlerweile unumwunden zu, wenn etwas schiefgelaufen ist, weil meine Jungs keine aalglatte Mama brauchen, sondern durchaus eine, die unperfekt ist, damit sie ihren eigenen Weg finden können. Und bisher bin ich mit dem Finden meiner Jungs sehr zufrieden.

    Respekt und bedingungslose Liebe, ich glaube das sind zwei gute Begleiter durch´s Kinderleben, auch wenn uns nicht jede Entscheidung gefällt, die sie tragen. Und das Schöne ist, dass es mit den jahren leichter wird, mit einer gewissen stoischen Ruhe zu ertragen, was Kinderseelen während der Entwicklungsschübe beutelt. :-)

    In diesem Sinne sei herzlichst gegrüßt
    Katja

  • Ja,es wird wohl eine Zeit geben,wo Dich Deine Töchter als unmöglich und peinlich empfinden werden.Ich habe drei Jugendliche in der Pubertät hier. Ich denke am wichtigsten ist es niemals den Humor zu verlieren. Wir Eltern müssen lernen hinter die rotzige Fassade zu schauen, den wunderbaren lebenskreativen Menschen hinter der Fassade zu erkennen- und ihn zu genießen!
    Die Zeit zuvor sind Entscheidungen wie Barbie oder nicht eigentlich gar nicht so wichtig- obwohl ich sie damals als sehr wichtig empfand. Wichtig sind immer die Liebe und unsere Wahrhaftigkeit – wir müsse uns zeigen wie wir sind und dies auch leben. Über Schrulligkeiten und zugegebene Fehler können Kinder lachen und damit umgehen.
    Ich wünsche Dir viel Freude beim großwerden der Kleinen, genieße es, es ist eine wundervolle Reise miteinander.

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