Gib uns unser täglich Brot

Hier gab es ja schon das eine oder andere Brotrezept von mir.
Ich bin begeisterte Brotesserin und mir macht es auch nichts aus Brot zu essen, was einige Tage schon im Kasten gelegen hat.
Was mir gegen den Strich geht, ist Brote, die als frisch gebacken verkauft werden, aber zum einen nur in der Fabrik vorgefertigte, aufgebackene Teiglinge sind, und zum anderen fragwürdige Triebmittel und Zusatzstoffe enthalten.
Und steht Vollkornbrot drauf, heißt es noch lange nicht, daß das Backwerk auch zu 100% aus Vollkornmehl besteht.
Dazu kommt noch, daß alle Bäcker der Umgebung mehr oder weniger die Gleiche Fertigmischung verwenden und so die Brote ziemlich ähnlich schmecken.

Also versuche ich so oft wie möglich unser Brot selbst zu backen. Je mehr weißes Mehl ich verwende, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß es den Zwerginnen und dem Weltbesten schmeckt.
Deswegen war ich auch sehr verwundert, als ich vor ein paar Tagen ein Brot gebacken habe, bei dem ich die Sache mit dem Brühstück ausprobiert habe und No.1 dermaßen begeistert war, daß ich aus allen Wolken gefallen bin. Zum einen war das fabrizierte Brot zu trocken und zum anderen auch noch 100% Vollkorn.

Ich könnte mir vorstellen, daß der gute Geschmack von Ernesto meinem Pizzastein kommt. Den lege ich einfach auf den Rost des Backofens und das Brot auf dem passenden Blech obendrauf.

Heute habe ich es gleich nochmal ausprobiert mit weniger Mehl. So schmeckt es mir auch:


Dinkelbrot


80g frisch gemahlenen Dinkelschrot und 
2EL Leinsamen mit
ca. 100ml kochendem Wasser übergießen und umrühren.
So viel Wasser, daß das Ganze geradeso mit Wasser bedeckt ist)
3h stehen lassen.
Währenddessen 400g frisch gemahlenen Dinkel mit
1,5Tl Salz, 30g Hefe und ca. 220ml Wasser mischen 
und so lange verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.
Abgedeckt gehen lassen, bis das Brühstück ausgequollen ist.
Teigansatz und Brühstück miteinander verkneten.
Ca. 1h gehen lassen.
Zusammenfalten und einen Laib formen.
Abdecken.
Währenddessen den Pizzastein auf 220°C vorwärmen.
Laib auf den Stein legen und mit einer Wasserspritze 
kaltes Wasser in den Backofen sprühen.
Nach 10min Temperatur auf 180°C herunterregeln.
Weitere 20min backen.
(Test: Von unten gegen das Brot geklopft klingt es hohl)
Ja, dieses Brot braucht etwas mehr Zeit. Aber ich würde es nicht aufwendig nennen. Die paar Handgriffe kann man nebenher mit erledigen.
Und was am Ende dabei rauskommt, steht in keinem Verhältnis zum Aufwand.

Vielleicht habt Ihr schon das Logo der Blogger für Backen mit Zeit und Geschmack in meiner Seitenleiste gesehen? Ich unterstütze gerne die Bäcker, die sich dazu verpflichten diese sieben Gebote einzuhalten:

  1. Wir geben unseren Gebäcken Zeit, denn Zeit gibt Geschmack.
  2. Deshalb arbeiten wir mit Vorteigen, Sauerteigen und langen Teigführungen. 
  3. Wir pflegen traditionelle Herstellungsverfahren und arbeiten mit individuellen Rezepten. Industrielle Vormischungen und zugekaufte Tiefkühlteiglinge sind für uns tabu.
  4. Unsere Gebäcke haben ihre natürliche Farbe und ihren natürlichen Geschmack. Wo Vanille dran steht ist auch Vanille‚ drin!
  5. Wir verwenden hochwertige Rohstoffe, z.B. Butter statt Margarine.
  6. Wir bevorzugen Rohstoffe aus der Region.
  7. Gentechnisch veränderte Zutaten lehnen wir grundsätzlich ab.
Ich hoffe, es schließen sich noch ganz ganz viele Bäcker diesem Verein an!
Gruß
Suse

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